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HORSE: HINDSIGHT… IT’S A WONDERFUL THING

© Pläne Records (31.07.04)


Musik

Horse! Neuer Name - neuer Mensch

Mit 14 Jahren legte sie ihren Taufnamen ab. Den hält sie nämlich noch heute für eine Strafe ihrer Eltern, und verschweigt ihn auch dann konsequent, wenn allzu neugierige Geister die Namensforschung übertreiben. Von diesem Zeitpunkt an war sie HORSE und entwickelte sich zu einer fulminanten Sängerin. Die Band, die sich um ihre Person scharte, taufte sie ebenfalls nach ihrem neuen Namen.



CD Cover: Hindsight... it’s a wonderful thing

as Unternehmen hatte Erfolg. In den frühen Neunzigern produzierte Horse zwei Alben, "The Same Sky" (1990) und "God’s Home Movie" (1993), die sie auf erfolgreichen Konzerttourneen in Großbritannien und dem europäischen Kontinent präsentierte.

Das Video zu "The Speed of the Beat of My Heart", dem ersten Hit der Band um Horse, zeigte die Sängerin in einem orakelhaften Outfit: In Anzug und Krawatte, die gegelten Haare streng gescheitelt, verkörperte sie mit emotionslosem Gesichtsausdruck ein androgynes Wesen, das ihr Publikum im Ungewissen über ihr Geschlecht ließ. Dieser Clip beeinflusste ihr Image nachhaltig.
Mitte der neunziger Jahre hatte sie die Nase vom Popbusiness erst einmal voll. Der ständige Clinch mit der Musikindustrie um das Image der Band und völlig unterschiedliche Zukunftsvorstellungen führten schließlich zum Ende der englischen Band HORSE. Vielleicht, so räumt Horse, die Sängerin, heute ironisch ein, war sie mit ihrem Anzug und ihrer Krawatte ja wirklich so etwas wie ein "Nightmare of Marketing".

Konsequent wie sie ist, ließ sie die Finger von neuen Projekten mit derjenigen Industrie, die Schubladen für ihr Marketing brauchen und erfüllte sich 1995 einen lang ersehnten Traum, ein Orchesterprojekt: im Barrowland in Glasgow, präsentierte Horse McDonald gemeinsam mit dem "Scottish Chamber Orchestra" neue Songs einem begeisterten Publikum.
Ein neues Bandprojekt führte zu zahlreichen Konzertreisen, u.a. als Support von Tina Turner, Brian Ferry, B.B. King und den Indigo Girls, sowie zu Fernsehshows mit prominenten Kollegen wie den Pet Shop Boys.

Horse McDonald

ann betrat Horse ein ihr bisher unbekanntes Terrain. Sie gründete ein eigenes Label Randan, das mit einer außergewöhnlichen Produktion startete: "Both Sides", ist der Mitschnitt des Konzertes mit dem "Scottish Chamber Orchestra" von 1995. Die Kritik kommentierte begeistert: "Das Ergebnis ist eine Aufnahme, die ihre Wirkung auch auf die noch in traditionellen Mustern verhafteten Genres nicht verfehlen wird. Hier werden Kontraste nicht übersprungen oder in Einklang gebracht, sondern verlieren in ihrer Substanz an Gültigkeit." Der Veröffentlichung folgten Konzerte, in denen sie das Programm von "Both Sides", begleitet von einem Pianisten und einem Streichquartett, präsentierte und damit ihre ungeheure musikalische Wandlungsfähigkeit erneut unter Beweis stellte.

2001 sorgte ihr Auftritt beim Christopher Street Day in Köln für Furore und dafür, dass sie 2002 nicht nur in Köln sondern auch beim Berliner CSD auftrat. In der Zeit dazwischen hatte sie das vorliegende Album "Hindsight, .... it’s a wonderful thing" eingespielt und bereits in Großbritannien veröffentlicht.
Hindsight ... it’s a wonderful thing entzieht sich allzu simpler künstlerischer oder musikalischer Kategorisierung und beweist das Gefühl der Sängerin für ihre Unabhängigkeit von anderen Genres. Sie sieht sich nicht in der Folk-Singer-Songwriter-Ecke. Ihre Songkonstruktionen, die Instrumentierung und Arrangements sind andere, als die einer Ani di Franco beispielsweise. Das Signifikanteste an ihrer Musik ist sicherlich ihre einzigartige Stimme, die scheinbar mühelos jegliche Emotionslage in Töne zwischen Dur und Moll verwandeln kann. Unter den 13 Songs finden sich sparsam instrumentierte Balladen, kammermusikalische Arrangements, aber auch "blue notes" oder funkige Basslinien mit denen die Sängerin, Komponistin und Texterin effektvoll das akzentuiert, was sie in trefflichen Worten der HörerInnenschaft an Ohr und Herz legt. Keine Botschaften, aber doch Verse, die sich rund um ihre Lebensmaxime drehen:

Wenn du die Stärke hast, das zu sein, was du wirklich bist - was immer das auch sein mag -, werden andere Leute auch nicht von dir verlangen, das zu sein, was du nicht bist. Die Angst vor etwas kann oft schlimmer sein, als die Sache selbst.

CD Cover: Horse: Hindsight... it's a wonderful thingHorse:
Hindsight... it’s a wonderful thing

Pläne Records 2002


Hörbeispiele



Erhältlich bei
amanda Frauenmusik
e-mail: ulrike.brand@utanet.at

LINKTIPP:
www.randan.org

Fotos: pläne records



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*Horse: Hindsight… it’s a wonderful thing


Pläne Records
08.10.05 22:28

Horse! Neuer Name - neuer Mensch

Mit 14 Jahren legte sie ihren Taufnamen ab. Den hält sie nämlich noch heute für eine Strafe ihrer Eltern, und verschweigt ihn auch dann konsequent, wenn allzu neugierige Geister die Namensforschung übertreiben. Von diesem Zeitpunkt an war sie HORSE und entwickelte sich zu einer fulminanten Sängerin. Die Band, die sich um ihre Person scharte, taufte sie ebenfalls nach ihrem neuen Namen.

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*Re: Horse: Hindsight… it’s a wonderful thing


kathi
08.10.05 22:32

hab jetzt zum ersten mal was von der frau gehört und fand den artikel deshalb auch ganz ok, bin aber mehr von der musik beeindruckt, deshalb freu ich mich über mehr infos


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