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MAGAZIN

DAS 35. LESBENFRüHLINGSTREFFEN

© LFT Köln 2009 (26.05.09)


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29. Mai bis 1. Juni 2009 in Köln

Vier Erzählcafés, eine Podiumsdiskussion “Wohnprojekte”, 120 Seminare zu Themen wie Lesbengeschichte in Liedern, Lesben im Arbeitsrecht, Lesben in Beginenhöfen und Yoni-Massage laden ein miteinander zu reden, zu lachen und zu argumentieren.



35. Lesbenfrühlingstreffen in Köln

n drei Tagen beginnt das 35. Lesbenfrühlingstreffen an der Universität zu Köln. Dieses Jahr ist das Team LFT Köln 2009 die Ausrichterin. 3000 Frauen aus allen Teilen Deutschlands und Europas freuen sich schon auf dieses Treffen unter dem Motto “Lesben in R(h)einkultur - Alles im Fluss?”

Das Programm

Über 120 Referentinnen laden alle Teilnehmenden zu ihren Workshops und Seminaren ein. Im Mittelpunkt stehen die Themen “Wellness und Erotik” sowie “Selbstbestimmtes Leben im Alter”. Des weiteren wird es unter anderem vier Erzählcafés, einen Raum für Migrantinnen, einen Antirassismusworkshop, ein Seminar zu russischer Freizeitkultur und eines zum Thema “Homosexualität und Migrationsfamilien” geben.

Auf dem Podium wird das gesellschaftlich aktuelle Thema “Wohnprojekte” diskutiert - eine Vertreterin der Sappho-Stiftung, Marlis Bredehorst, Dezernentin für Umwelt und Soziales der Stadt Köln und Bettina Herlitzius, Mitfrau des Bundestages, beteiligen sich daran. In Deutschland gibt es neben den gemischten Projekten mehrere queere Wohnprojekte wie die Villa Anders - einem schwul-lesbischen Wohnprojekt, die Sappho-Stiftung und den Verein Safia (Lesben gestalten ihr Alter), die alternative Formen des Zusammenlebens aufbauen. Die Kölner Moderatorin Imi Paulus wird durch das Abendprogramm führen. Wir freuen uns auf Adwoa Hackman, Carò, Carolina Brauckmann, Charla Drops, Dana, Die Mariechen, Die Rheintöchter, Elli und Janice Perry, Performance Künstlerin aus den USA, die wohl am weitesten Gereiste und bekannt durch ihre Lehrtätigkeit, Schreibworkshops und ihre fulminante Präsenz auf der Bühne.

Die Organisation

Die AG Schutz Frauen haben einen Deeskalationsworkshop besucht und können in Stresssituationen beruhigend eingreifen. Sei es, dass sich ein leinenloser Hund auf das Gelände verirrt oder eine Frau bei Sonnenschein einen Hitzschlag erleidet. Tagsüber stehen ihr die ausgebildeten Sanitätsfrauen zur Verfügung und abends während der Musikveranstaltungen in der Neuen Mensa, in der Zülpicher Straße wird ein Rettungsteam an ihrer Seite sein.

Unter Anleitung der Orgafrau Cindy sind eines Samstagnachmittags mehrere Lesben im Rollstuhl umhergefahren und haben dabei ein Gefühl für die Lebenssituation, nicht laufen zu können, entwickelt. “Nur als halber Mensch und dann auch noch weiblicher auf der Straße übersehen zu werden, schief angesehen oder gar bespuckt zu werden, hat mich noch tagelang gedemütigt zurückgelassen. Jetzt kann ich ein bisschen eher nachempfinden, wenn ich mit Krüppellesben, wie sie sich stolz nennen, auf unserem Frühlingstreffen Kontakt habe”, sagte eine Orgafrau, die das erste Mal mit dabei ist.

Wie die Musik spielt, ist auch im Team eine wichtige Frage, wie gehen wir miteinander um? Lassen wir uns ausreden, nehmen wir unsere Beiträge ernst, welche Orgafrau nimmt wann an den Sitzungen teil und wann nicht, wie formulieren wir Kritik, was machen wir bei Pannen, die bei jeder Großveranstaltung passieren? Was wünscht sich lesbe von ihrer Teilnahme am Orgateam, vielleicht Ruhm, Ehre, Spaßhaben, Kontakteknüpfen, eine ganz neue Aufgabe ausprobieren, die Liebste ihres Lebens finden? Nun sie sind alle dabei, nach wie vor, fleißig, manchmal müde, manchmal stark. Und alle gestalten sie unter höchstem persönlichem Aufwand das LFT- das Lesbenfrühlingstreffen in Köln 2009.

Zweimal gab es ein Gipfeltreffen, zweimal waren die Dresdnerinnen, die das LFT 2008 ausgerichtet haben, da, sie haben den gesamten Fundus nach Kölle gekarrt und dem Kölner Team Tipps und Tricks verraten. Am letzten Aprilwochenende waren auch die LF-Vertreterinnen (Dachverband Lesbenfrühling e.V.) aus Berlin abermals mit dabei, die ihren fachlichen Rat aus ihrer langjährigen Verbandstätigkeit mitbrachten. “Wir können nicht vom LFT lassen, es macht einfach Spaß zu diskutieren, mitzubekommen, wie so eine Großveranstaltung langsam ein Gesicht bekommt. Ich höre schon den donnernden Applaus, der jedem Team zuteil wird und sehe die vielen strahlenden Gesichter der Frauen. Es ist einfach ein unvergessliches Erlebnis”, sagt eine Ex-Orgafrau aus Berlin.

Die Kosten

Vor 10 Jahren, als das LFT zum letzten Mal in Köln stattfand, war das Marburger Bedarfekonzept noch unbekannt. Es heißt “Jede bekommt, was sie braucht und gibt, was sie kann” und meint, dass alle Teilnehmenden, die es brauchen, einen Zuschuss zu ihren Reise- oder Übernachtungskosten bekommen können. So kommt das Geld für die Teilnahme an diesem Kongress mit reichhaltigem Angebot aus Frauenhänden und wird über das Bedarfekonzept wieder in Frauenhände ausgeschüttet. Nicht zuletzt durch den zweistündigen Helferinnendienst können sich alle beteiligen. Bislang bekamen die Referentinnen ein Honorar und eine Unterkunft. “Ich leite gern eine Massage an und bekomme dafür meine Bahnkarte billiger”, sagt eine langjährige Referentin, die nun schon zu ihrem 12. ten LFT anreist.

In vielen Bereichen sind die Helferinnen willkommen, zum Beispiel mit auf- und abzubauen, Kaffee auszuschenken oder Bilder für die Kunstausstellung aufzuhängen, zu der Gerda Laufenberg, eine bekannte Kölner Künstlerin ein Gemälde beisteuern wird. Gefragt ist jedenfalls jede Hand, sei es die Besucherinnen am Freitag an den Infotischen zu empfangen oder an den Eingängen der Humanwissenschaftlichen Fakultät in der Gronewaldstraße 2 in Lindenthal die Eintrittsbändchen zu kontrollieren. Frauen, die ein Mischpult aufbauen können, die mit Starkstromkabel umgehen oder Kabel einfach dahin schleppen, wo die nächste Steckdose ist, sind in der AG Technik richtig. Wir freuen uns besonders hier auf Unterstützerinnen.

“Gemeinsam sind wir viele und zusammen sind wir stark!”

Das LFT ist auch ein Familientreffen, zu dem sich junge und alte Lesben, Ex- und neue Liebste, Kolleginnen, Co-Mütter und ihre Partnerinnen treffen. “700 Tagesgästinnen werden es mindestens sein, da es in Deutschland weniger lesbische Veranstaltungsorte gibt als noch vor 10 Jahren und die Frauen gern nach Kölle kommen”, schätzt die Pressesprecherin, Inga Köster. Vorverkaufskarten gibt es nicht mehr, aber Tages- und Abendkarten sind auch vor Ort erhältlich.

Lesbenfrühlingstreffen 2009
29. Mai - 1. Juni in Köln am Rhein
www.lesbenfruehling.de/koeln2009



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