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PORYES!

© PorYes Laura Méritt (22.09.09)


Kunst & Kultur

1. Feministischer Porno-Filmpreis Europa

Am 17. Oktober 2009 findet die erste feministische Pornofilm-Preisverleihung in Berlin statt. An diesem Abend wird erstmalig die Auster an Persönlichkeiten und ihre Werke verliehen, die sich um eine sexpositive Darstellung der vielfältigen sexuellen weiblichen Lust auszeichnen.



PorYes! 1. Feminist Porn Film Award Europe

eit Beginn der Frauenbewegung in den 70ern existiert ein Flügel, der sich für eine positive Darstellung von Sexualität und eine feministische Pornografie einsetzt. Diese Fraktion nennt sich sexpositiver Feminismus oder kurz PorYes. Während im angelsächsischen Raum von den 80ern an eine starke Auseinandersetzung zwischen der sexpositiven und der sexistische Pornografie bekämpfenden Bewegung stattfand, die als “Feminist Sex Wars” medial bekannt wurde, standen Feministinnen in Europa weniger in Opposition zueinander.

Hierzulande wurden zwar ebenfalls heftige PorNo-Debatten und Kampagnen geführt, sie verliefen allerdings differenzierter, vielleicht auch durch die zeitliche Verschiebung. Eine sexpositive Haltung entstand oftmals aus einer antipornografischen oder bedingte sich sogar. Aktuelle Studien belegen, dass die Einstellungen von Frauen zu Pornografie deutlich differenzierter ist als vor 30 Jahren: Auf der einen Seite ist eine hohe Sensibilisierung für diskriminierende und gewaltvolle Darstellungen und Verhalten gegen Frauen zu verzeichnen, auf der anderen Seite eine Aufgeschlossenheit für konsensuelles sexuelles Experimentieren, das auch für pornografische Darstellungen gilt.

Dieser Wandel ist ein Resultat der sozialen Bewegungen und vor allem der Frauenbewegung, die in den letzten 35 Jahren die Sexualmoral verändert und eine Verhandlungsmoral eingeführt hat. Die Sexualwissenschaft spricht von einer grundlegenden Veränderung der sexuellen Verhaltensmuster durch die Frauen. Durch beständige Aufklärungsarbeit, die Etablierung von Frauen-Sexshops mit Beratungs- und Bildungsangeboten, qualitativ hochwertigen, funktionalen und ästhetischen Spielzeugen, informativen Sex-Handbüchern und mittlerweile auch Frauenpornos hat sich ein anderer, entspannterer Umgang mit Sexualität durchgesetzt. Diese neu definierten Bedürfnisse fanden mittlerweile auch Eingang in der hochkommerziellen Sexindustrie, die nun ebenfalls hübsche Spielzeug-Kollektionen und Mainstreampornos für Frauen anbietet. Dieser positive Schritt kann allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass die Mehrheit der führenden Produktionen auf unethischen und umweltzerstörenden Arbeitsbedingungen basiert.

Mit der erstmaligen Verleihung eines Feministischen Porno-Filmpreis Europa in Berlin wird eine öffentliche Aufmerksamkeit für diese jüngste sich manifestierende Frauenpornografie und den Wandel in der Erotikkultur geschaffen. Die Frauenbewegung präsentiert sich einmal mehr von ihrer politisch progressiven Seite, die sexualwissenschaftlich aktuell und geschlechterpolitisch wegweisend ist. Der Feministische Porno-Filmpreis Europa wird auch auf dem Hintergrund der dritten Antiporno-Bewegung und seiner weitreichenden Wirkungen bis in die privaten Beziehungen hinein besondere Aufmerksamkeit erfahren. Durch diese besondere Veranstaltung werden der Öffentlichkeit Kriterien für einen feministischen Pornofilm deutlich gemacht und dadurch zu Diskussionen und Perspektivenwechsel angeregt.

Kriterien für das PorYes - Label sind:

  • Sex-positive Grundeinstellung, keine menschen- und frauenverachtenden Darstellungen
  • Praktiken in Absprache mit den Agierenden / keine Grenzüberschreitungen
  • Ethische Arbeitsbedingungen / Safer-Sex-Einsatz begrüßenswert
  • Die Agierenden werden in Beziehung zueinander gezeigt, Augen-, Haut-, Hände- und Körperkontakt, Energieaustausch.
  • Emotionen und Liebesbekundungen sind erwünscht, machbar und zeigbar.
  • Vielfalt der Kamera-Einstellungen, Licht- und Schattenspiel
  • Variationen der Sex-Praktiken in freudvollem Übergang, keine Leistungsschau; Erweiterung des stereotyp dargestellten Spektrums.
  • Vielfalt der Körpertypen, Personen verschiedenen Alters, Geschlechtes, sexueller Orientierung und ethnischen Hintergrundes
  • Authentische Tonaufnahmen oder Musik, keine Geschlechtsstererotypen verstärkenden Synchronisationen des Gestöhnes
  • Darstellung von Lust und Freude, Schwerpunkt auf weiblicher Lust und deren Vielfalt.
  • Keine schematische Darstellung der sexuellen Höhen-Verlaufskurve, das heißt kein geradliniges Hinarbeiten auf die Ejakulation des Mannes, keine Betonung männlicher Cumshots. Orgasmen sind nicht das einzige Ziel
  • Frauen sind maßgeblich bei der Produktion des Filmes beteiligt, als Produzentin, Regisseurin oder Kamerafrau.

Mindestanforderungen für alle Filme sind die sexpositive Darstellung weiblicher Lust, das Aufzeigen vielfältiger sexueller Ausdrucksweisen und das maßgebliche Mitwirken von Frauen bei der Filmproduktion.
Maria Beatty
Diese Kriterien können an jeden Film gestellt werden, der erwachsene Menschen in würdevollem und hier eben auch sexuellem Umgang miteinander zeigen will. Das bedeutet, dass feministische Frauenfilme qualitativ gehobene und Menschen respektvoll zeigende Filme sind. Daher sind feministische Pornofilme nicht nur für Frauen, sondern für alle Personen relevant. Auch diese Botschaft soll über eine derartige Porno-Preis-Verleihung betont werden.

Gewünscht ist eine Gesellschaft mit einer erotischen Kultur, in der Frauen und Männer, alle Geschlechter ihre sexuellen Vorstellungen und Fantasien als Kraftquelle nutzen, sie als ganzheitlich zu ihnen gehörig betrachten und Anregung aus sexpositiven Darstellungen beziehen können. Gleichzeitig unterstützen wir die in Deutschland wesentlich von Alice Schwarzer geführten drei PorNo-Kampagnen. Der sexpositive Feminismus ist gegen sexistische und rassistische Darstellungen, die als Form von medialer Gewalt die Würde der Menschen verletzen und die Hemmschwelle für reale Gewalt heruntersetzt. Er ist auch gegen die Pornografisierung des Alltags, besonders in Medien, Mode und Kultur, und gegen eine öffentliche Scheinmoral, die dies zulässt, aber keine positive und emotionale Sexualaufklärung von Jugendlichen fördert.

Durch die Verleihung eines Feministischen Porno-Filmpreises wird zu einer positiven Aufklärung beigetragen. Aus dieser initial wirkenden Veranstaltung heraus entwickelt sich ein Zertifikat “PorYes”, das an Pornofilme vergeben wird, wenn sie einem feministischen Kriterienkatalog entsprechen, mindestens aber drei Anforderungen erfüllen: Die sexpositive Darstellung weiblicher Lust, das Aufzeigen vielfältiger sexueller Ausdrucksweisen und das maßgebliche Mitwirken von Frauen bei der Filmproduktion. Dadurch wird eine Unterscheidung in herkömmliche, größtenteils sexistische und klischeehafte Pornos und auf der anderen Seite frauen- und menschengerechte sex-positive Pornoproduktionen getroffen, die den KonsumentInnen als Wegweiser dienen, aber auch hochkommerzielle Produktionen zu spannenderen und vor allem respektvolleren Filmen anregen. Eine Multiplikationswirkung kann auch für andere Medien eintreten.

Die Feministische Pornofilm-Preis Verleihung wird jährlich besondere Produktionen auszeichnen, aus den eingereichten Filmen heraus Kategorien entwickeln und auch Lebenswerke von Personen honorieren, die sich um eine sex-positive und liebevolle Darstellung und künstlerische Umsetzung von Sexualität bemühen. Kategorien für eine Pornofilm-Preis Verleihung sind zum Beispiel Genres wie Sexdokumentation, Sexpertisen (Lehrfilme), Spielfilm mit Sexszenen, sexuelle Orientierungen wie Heterotik, Lesberotik, Queererotik oder Transporno, besondere Praktiken wie SaferSex-Porno oder sexuelle Kompetenz und besondere Anregung, intelligenter Porno (mit Dialogen), ferner besondere Geschichte, Sound, oder auch einen Business-Preis für erfolgreiche Frauen in der Pornoindustrie.

PorYes! European Feminist Porn Award
17.10.2009 · 20 Uhr · Filmtheater Hackesche Höfe · Berlin
www.poryes.de

Interview mit der Initiatorin Laura Méritt

Fotos: PorYes



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*PorYes!


PorYes Laura Méritt
26.09.09 21:24

1. Feministischer Porno-Filmpreis Europa

Am 17. Oktober 2009 findet die erste feministische Pornofilm-Preisverleihung in Berlin statt. An diesem Abend wird erstmalig die Auster an Persönlichkeiten und ihre Werke verliehen, die sich um eine sexpositive Darstellung der vielfältigen sexuellen weiblichen Lust auszeichnen.

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*Re: PorYes!


saltnpepa
26.09.09 23:13

Pornographie ist ein Milliarden Geschaeft

und das sogenannte "feministische" wurde natuerlich als eine geschaeftsmaessige Marktluecke erkannt

Pornograhie ist Pornographie auch wenn es unter dem Deckmantel feministisch von selbsternannten Sex ExpertInnen vermarktet wird

«Unter männl. herrschaft ist alles sex , was einen mann erregt. In der pornografie ist gewalt sex. Ungleichheit sex. Ohne diese hierarchie funktioniert pornografie nicht. Gibt es keine ungleichheit, keine vergewaltigung, keine dominanz, keinen zwang, gibt es auch keine sexuelle erregung.
Was da vor uns lag, war das kalte herz der frauenfeindlichkeit: macht und machtlosigkeit als sex. Pornografie macht sexismus sexy.»
(Catherine McKinnon)


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*Re: PorYes!


RoterRubin
27.09.09 11:00

Ich frage mich, wie Feministinnen in einer von Männern dominierten Welt ihre Sexualität lustvoll feiern können/dürfen? Sex komplett in den privaten Raum zurückzudrängen - wie Alice Schwarzer das vorschlägt - scheint mir auch nicht die Lösung zu sein, oder? Hinter verschlossenen Türen lauert Gefahr.

Ich verstehe nicht, warum du das Darstellen von sexuellen Handlungen per se als Gewalt bezeichnest?

Die Gefahr, die ich beim regelmäßigen Konsum von (Frauen!)Pornos sehe, ist, dass die Entdeckung des eigenen Körpers und das Sich-in-Beziehung-setzen mit anderen - und damit das Menschsein - verkümmert. Das ist für mich aber nicht Gewalt, sondern ein Problem der Konsumgesellschaft.

lg
RoterRubin


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*Re: PorYes!


saltnpepa
27.09.09 13:48

Ich frage mich, wie Feministinnen in einer von Männern dominierten Welt ihre Sexualität lustvoll feiern können/dürfen? Sex komplett in den privaten Raum zurückzudrängen - wie Alice Schwarzer das vorschlägt - scheint mir auch nicht die Lösung zu sein, oder? Hinter verschlossenen Türen lauert Gefahr.



Die Antwort kann doch sicherlich nicht Pornographie fuer Frauen sein? auch wenn es vielleicht noch so Friedlich zugehen sollte, steht dann fuer unser weibliches Selbstbewusstsein?

Pornographie steht fuer mich im direkten zusammenhang mit Prostitution auch wenn sie unter dem Deckmantel feministisch verkauft wird


und natuerlich sagt keine, Sexualitaet hinter verschlossenen tueren zu stecken, denn das private ist eben fuer mich auch politisch

Ich selber wuerde von keiner Frau erwarten, Sexualpraktiken sowie ihre Geschlechtsorgane oeffentlich den luesternen ZuschauerInnen zu praesentieren um dann ua als Spanner zu argieren.Es gibt im Prostitutions-Pornogewerbe keine echte "freiwilligkeit", oder, die DarstellerInnen verzichteten auf ihre Gage?


ich meine ua habe ich wo gelesen das Laura Merrit aussagen ablaesst wie " ein spielerischer Ort sowie ein experimentierfeld sei die Prostitution" - ich fasse mich da echt am Kopf, in Zeiten von Flatrate-Bordellen, Frauen-Maedchenhandel, Sextourismus, Mailorder Braeute usw usw.

Die Gefahr, die ich beim regelmäßigen Konsum von (Frauen!)Pornos sehe, ist, dass die Entdeckung des eigenen Körpers und das Sich-in-Beziehung-setzen mit anderen - und damit das Menschsein - verkümmert.



so sehe ich das auch, das kommt natuerlich noch dazu


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*Re: PorYes!


remember-magic
28.09.09 10:53

Hallo

Ich finde diese Stellungnahme von der Laura Merrit mehr als manipulativ. Hier wird uns Frauen einiges übergestülpt, mit dem ich nicht einverstanden bin.

Insgesamt liest es sich so, als ob nur die, die Pornos schauen ,
FeministInnen sind und sein können/dürfen. Das finde ich reichlich unverschämt und bedarf keines weiteren Kommentars.

Da hier auch Männer im Spiel sind, als Akteure sowie auch massig
Konsumierende – und beide haben mit Sicherheit Spaß daran, zumindest in ihrer Phantasie den Porno-Feministinnen (und damit in ihrer Vorstellung allen Feministinnen) mal ihre Macht zu zeigen – kann ich nichts, aber auch gar nichts feministisches an Pornos finden, auch wenn sie angeblich weichgespült sind.

Das Argument von Saltnpepa:

Es gibt im Prostitutions-Pornogewerbe keine echte "freiwilligkeit", oder, die DarstellerInnen verzichteten auf ihre Gage?



ist meiner Ansicht nach ein Punkt, der sich nicht wegdiskutieren lässt. Filtern wir alle Frauen heraus, die das wegen des Geldes machen, nehmen sämtlichen inneren und äußeren Druck heraus, geben ihnen die Jobs, die ihnen Freude machen und von denen sie gut leben könnten, blieben kaum mehr welche übrig, die das aus reinem Spaß an der Freude machen würden.

Was kann an Pornos also feministisch sein? Diese zwei Worte vertragen sich in einem Atemzug genannt überhaupt nicht. Feiern ist anders...


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*Re: PorYes!


RoterRubin
01.10.09 14:10

Insgesamt liest es sich so, als ob nur die, die Pornos schauen, FeministInnen sind und sein können/dürfen.

Das lese ich eigentlich nicht so. Im Gegenteil, es wird doch darauf hingewiesen, dass es verschiedene feministische Strömungen gibt.

Der Vorwurf, dass auch Männer bei feministischen Pornos als Darsteller dabei sind, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, denn es gibt ja auch heterosexuelle Feministinnen. Der Vorwurf, dass feministische Pornos auch an Männer verkauft werden (oder zum Teil sogar von Männern produziert werden), den teile ich. Denn wenn ich mit dem feministischen Anspruch antrete, Frauen und ihre Sexualität zu befreien, dann können Männer nicht meine Zielgruppe sein!

Deine Frage "Was kann an Pornos also feministisch sein?" würde ich so beantworten: Jeder unabhängige Film der zur Gänze von, für und über FrauenLesben gemacht wird, unsere Wünsche, Bedürfnisse und sexuellen Phantasien respektvoll und mit Liebe darstellt, ist in meinen Augen feministisch.

Was mich beschäftigt sind deine letzten drei Worte

Feiern ist anders...

Wie ist das Feiern von weiblicher Sexualität denn?

lg
RoterRubin

P.S.: Ich persönlich möchte die Diskussion nicht an der Person Laura Méritt aufhängen. Ob sie zur Selbstdarstellung neigt oder sympathisch oder unsympathisch ist, scheint mir hier egal.


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*Re: PorYes!


RoterRubin
01.10.09 14:29

Ich selber wuerde von keiner Frau erwarten, Sexualpraktiken sowie ihre Geschlechtsorgane oeffentlich den luesternen ZuschauerInnen zu praesentieren um dann ua als Spanner zu agieren.

Diese Aussage wirft bei mir vier grundlegende Fragen auf:

1. Ist Sexualität für dich etwas moralisch Schmutziges?
2. Hälst du Voyeurismus (Zuschauen / "Spannen") grundsätzlich für schlecht?
3. Lehnst du das Filmen von Sexualpraktiken prinzipiell ab?
4. Wie stehst du allgemein zum Beruf der Schauspielerin/Darstellerin?

lg
RoterRubin


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*Re: PorYes!


Gästin
01.10.09 23:34

ich denke wir schreiben jetzt total aneinander vorbei............

ich schreibe es nochmal

pornografie ist fuer mich ausdruck einer maennlichen kultur mit dem pseudonym `feministisch, wenn du daraus liest, das ich sexualitaet zb als etwas schmutziges / unmoralisches sehe, kann ich nur dazu sagen, in zusammenhang mit pornographie nehme ich die woerter raus und nenne sie frauenlesbenfeindlich !!

ich denke zu deinen anderen fragen habe ich schon oben geantwortet...

was bei mir hier ankommt von dem was hier geschrieben wird, von der organisatorin der pornofime/ausstellung/preisverleihung und auch von dir und der pro porno lobby ist, wenn frauen sich bewusst gegen die porno/prostitution lobby entscheiden, haben sie probleme mit ihrer sexualitaet?

es waere interessant , wenn du die fragen die du mir gestellt hast selbst beantworten wuerdest
danke
lg
saltnpepa


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*Re: PorYes!


RoterRubin
02.10.09 19:30

ich denke wir schreiben jetzt total aneinander vorbei...

Hm, das kann sein. Wenn ich dich richtig verstehe, sind für dich Pornografie und Sexualität zwei verschiedene Dinge, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Ich glaube, das ist für mich nicht so. Deshalb schreibe ich hier von Frauensexualität und wie wir uns die wieder aneignen können, und du schreibst von Männergewalt und einer milliardenschweren Industrie gegen die es aufzutreten gilt.

wenn frauen sich bewusst gegen die porno/prostitution lobby entscheiden, haben sie probleme mit ihrer sexualitaet?

Wo liest du das denn genau raus? Ich denke das überhaupt nicht! Ich denke aber, dass allgemein in patriarchalen, sexistischen und heteronormativen Gesellschaften sehr viele Frauen Probleme mit ihrer Sexualität haben. Ich gehöre dazu! Andernfalls wäre das ja kein so großes Thema. Frauenkörper und Sexualität sind DAS Schlachtfeld schlechthin. Und ich denke auch, dass viele Frauen, nichts anderes als die männlich dominierte Vorstellung von Sexualität kennen. Und deshalb interessiert es mich, wie Frauen sich ihren Körper und ihre Sexualität wieder zurückholen können und was eigentlich eine "weibliche (Sex)Kultur" im Gegensatz zu einer "männlichen (Sex)Kultur" bedeutet?

Ich greife Anti-Porno-Feministinnen in keinster Weise an, im Gegenteil, aber ich finde das prinzipielle Ablehnen von Pro-Porno-Feministinnen nicht gut.

Hier meine Antworten:

1. Ist Sexualität für dich etwas moralisch Schmutziges?
Ich arbeite noch immer daran, diese indoktrinierte Meinung aus meiner christlichen Erziehung loszuwerden. Also intellektuell nein, unbewusst wahrscheinlich noch ja.

2. Hälst du Voyeurismus (Zuschauen / "Spannen") grundsätzlich für schlecht?
Nein, solange der/die Angeschaute davon weiß und sich bewusst dafür entscheidet.

3. Lehnst du das Filmen von Sexualpraktiken prinzipiell ab?
Nein

4. Wie stehst du allgemein zum Beruf der Schauspielerin/Darstellerin?
Ich bin eine große Filmfreundin, also stehe ich diesem Beruf sehr positiv gegenüber. Mir wird allerdings in letzter Zeit bei sehr intimen Szenen vermehrt bewusst, dass das SchauspielerInnen sind und ich frage mich dann, was es braucht um so zu spielen.

ich denke zu deinen anderen fragen habe ich schon oben geantwortet...

Ich habe deine Antworten leider nicht herausgelesen, deshalb habe ich die Fragen gestellt. Aber du musst auch nicht alles beantworten! Ich würde mir halt manchmal wünschen, dass feministische Themen auch mal aus einer etwas persönlicheren Sicht diskutiert werden.

lg
RoterRubin


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*Re: PorYes!


Erika37
03.10.09 20:39

...was es braucht um so zu spielen, erstmal eine Vorspiel-Lust , Liebe zum eigenen und zu anderen Körpern und das unabhängig von der Liebe zu einer bestimmten Person..
gibt Menschen die sagen sie können das.

Die Bezahlung wird aber auch keine untergeordnete Rolle spielen, und wer von uns macht da keine Kompromisse? nunja müßten wir die fragen die diesen Job machen..


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*Re: PorYes!


saltnpepa
03.10.09 20:45

Hm, das kann sein. Wenn ich dich richtig verstehe, sind für dich Pornografie und Sexualität zwei verschiedene Dinge, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Ich glaube, das ist für mich nicht so. Deshalb schreibe ich hier von Frauensexualität und wie wir uns die wieder aneignen können, und du schreibst von Männergewalt und einer milliardenschweren Industrie gegen die es aufzutreten gilt.



ja genau, so sehe ich das....

pornograhie ist fuer mich eine boomende patriarchale industrie und dazu gehoeren auch sextherapeutinnen wie laura merrit und ihre firma (sorry das ich jetzt auf laura merrit speziell eingehe, aber sie ist nun mal die jenige die diesen "feministischen" pornofilmpreis organisiert) hier wird sexualitaet definiert und als feministisch speziell frauen und lesben verkauft, die der maennlichen herrschaftsideologie dominanz und unterwerfung ganz nahe kommt, wo ungleichheit erotisiert wird.

heisst feminismus nicht ua das patriarchat hinter uns zu lassen?

frauenlesben die diese patriarchale falle erkennen und benennen,wird dann natuerlich eingeredet oder vorgeworfen, sie seien sexuell unzugaenglich und haben probleme mit ihrer sexualitaet wie ja auch der artikel immer wieder vorhebt

Diese Fraktion nennt sich sexpositiver Feminismus oder kurz PorYes



sexualitaet als leistungssport/druck welche nicht mithaelt muss auf ersatz zurueck greifen wie, porNOgrafie in allen variationen, hilfsmittel die frau ja eh braucht wie dildos etc , dann hab ich da was gelesen von der lustpille usw usw

Ich denke aber, dass allgemein in patriarchalen, sexistischen und heteronormativen Gesellschaften sehr viele Frauen Probleme mit ihrer Sexualität haben. Ich gehöre dazu! Andernfalls wäre das ja kein so großes Thema. Frauenkörper und Sexualität sind DAS Schlachtfeld schlechthin. Und ich denke auch, dass viele Frauen, nichts anderes als die männlich dominierte Vorstellung von Sexualität kennen



ja genau so sehe ich das ua auch, deswegen sehe ich auch pornograhie als absolut frauenfeindlich, ua frauen egal ob hetero, lesbisch, queer sie/wir kriegen eine sexualitaet vorgesetzt.....

danke uebrigens fuer deine erklaerung oben, ich hatte verschiedene sachen schon falsch verstanden, ist ja schon oft sehr schwierig meinungen zu posten anstatt sich zb gegenueber zu sitzen und zu diskutieren, da kommen manchmal sachen schon falsch an wo es dann live wohl nicht so waere

lg

Saltnpepa


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*Re: PorYes!


Wolfsmutter
05.10.09 09:53

Ich frage mich, wie Feministinnen in einer von Männern dominierten Welt ihre Sexualität lustvoll feiern können/dürfen? Sex komplett in den privaten Raum zurückzudrängen - wie Alice Schwarzer das vorschlägt - scheint mir auch nicht die Lösung zu sein, oder? Hinter verschlossenen Türen lauert Gefahr.


Naja, meiner Erfahrung nach ist das lustvolle Feiern ein aktiver Prozess. Pornos betrachten hat für mich mehr mit lustvoll feiern lassen / bzw. lustvolles Feiern konsumieren zu tun. Und natürlich stellt sich mir die Frage wieweit diese Feiern nun tatsächlich lustvoll sind.


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*Re: PorYes!


Erika37
05.10.09 11:14

Ich geh da mit RoterRubin, weil ich auch gern Filme schau..
und wenn ich seh was mein Sohn sich aus dem Netz holt, bzw. holen könnte, dann wär mir eine "PorYes" - Variante sicher lieber.. Konsum hat ja auch eine Frage von Niveau und Genuß


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*Re: PorYes!


Wolfsmutter
05.10.09 12:20

Mag sein, aber für mich bedeutet Konsum + Sex =Prostitution.


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*Re: PorYes!


Erika37
05.10.09 12:34

auf Filme bezogen versteh ich das nicht


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