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MäNNERBEWEGUNG UND MASKULINISMUS© an.schläge (01.10.09)
an.schläge im Oktober 2009
Sie sind antifeministisch und sexistisch, in den meisten Fällen auch homophob, rassistisch und antisemitisch. Sie sind so genannte Männer- bzw. Vaterrechtler, und sie sind durchaus erfolgreich. Die aktuelle Ausgabe der an.schläge beschäftigt sich mit diesen beunruhigenden Entwicklungen.
ie sind antifeministisch und sexistisch, in den allermeisten Fällen auch homophob, rassistisch und antisemitisch. Sie sind so genannte Männer- bzw. Vaterrechtler, und sie sind derzeit durchaus erfolgreich. Das “men's right movement” lobbyiert sowohl in den USA als auch in Europa massiv für Gesetzesreformen mit dem Ziel, Scheidungsväter besserzustellen. In Deutschland ist mit 1. September ein neues Familienverfahrensgesetz in Kraft getreten, das diese rechtliche Besserstellung bereits umsetzt.
Angesichts dieser höchst beunruhigenden Entwicklungen beschäftigt sich der Themenschwerpunkt der aktuellen Ausgabe der an.schläge ausnahmsweise ausschließlich mit Männern. Wir haben einen Mann, der lange Zeit in linken Männergruppen aktiv war, zur Geschichte der “Maskulinisten” und den Anfängen der Männerbewegung befragt. Ursprünglich als solidarisches, profeministisches Projekt in Allianz mit der Schwulenbewegung entstanden, entwickelten sich deren reaktionäre Ableger erst ab den 1990ern. Diese formierten sich in den folgenden beiden Jahrzehnten in teils international vernetzten Organisationen und Vereinen und agitieren insbesondere im Internet äußerst aggressiv gegen Feministinnen und “Frauenversteher”.
Welcher manipulativen rhetorischen Strategien sich die Vaterrechtler in den USA dabei bedienen, analysiert Caroline J. McKenzie: Von einer Einlösung ihrer “Rechte”, die sie zum Wohl der sonst von moralischer und emotionaler Verwahrlosung bedrohten Kinder durchsetzen müssten, sprechen die “neuen Väter”, die sich selbst gerne als heroische Superhelden inszenieren. In den Muskelshirts von Batman, Zorro & Co. wollen sie hier wie dort jedoch vor allem eines: die Rückkehr zu einem Zustand, in dem die Welt für Männer noch in Ordnung war. Ladys, das rote Batphone klingelt ...
INHALT an.schläge Oktober 2009
- an.spruch
Panik auf der Zielgeraden Der Fall Caster Semenya zeigt: Es gibt keine Geschlechtswahrheiten. Von Vina Yun
- paragraph.278a
“Unglaubliche Auswüchse” Zehn TierrechtsaktivistInnen wird im Herbst der Prozess gemacht. Ein Interview von Ela Maywald
- kassen.verträge
Zweiklassen-Gynäkologie In Österreich gibt es kaum Gynäkologinnen mit Kassenvertrag. Von Gabi Horak
- resist.anbul
Krisenfest In Istanbul wird es IWF & Co. nicht um Geschlechtergerechtigkeit gehen. Von Katharina Ludwig
- männer.bewegung
“Ein einziges Desaster” Die Vaterrechtler sind auf dem Vormarsch Von Lea Susemichel
- bewegung.männer
Nach rechts offen Die Männerbewegung startete als linkes, profeministisches Projekt. Ein Interview von Lea Susemichel
- männer.bewegung
Batmans heilige Schlacht Die rhetorischen Strategien des men's right movement in den USA. Von Caroline McKenzie
- an.sage
Geistermarsch & Gegendemo Wem gehört die Straße? Die Queer-Paraden in Tábor und Budapest Von Doris Arztmann, Rosemarie Ortner und Iris Hajicsek.
- translations.wissenschaft
Translation. Macht. Geschlecht. Übersetzerinnen: Ein Beruf mit emanzipatorischem Potenzial. Von Beatrice Fischer
- 20jahre.mauerfall
Ausgemauert? Wie war der Wechsel von der Plan- zur freien Marktwirtschaft für Frauen? Von Grit Höppner
- aimée.jaguar
Raubmord statt rettender Liebe? Die Gegenerzählung zur Lesbenschnulze “Aimée & Jaguar”. Von Jenny Warnecke
- claudia.bosse
“Geschlecht ist nur eine Variable” Europäische Theatergeschichte mit austauschbarem Geschlecht. Ein Interview von Andrea Heinz
- ¿demokratie?
Die richtigen Fragen Shermin Voshmgir sucht in ihrer TV-Serie nach verständlichen Antworten. Von Birgit Pestal
- an.klang
Dance-Rap Sessions Das Ohr an den Grenzen des HipHop. Von Silke Graf und Vina Yun
- an.lesen
Der Hype um Intersektionalität Modellhafte Neuorientierung oder Einebnen von Gesellschaftskritik? Von Vina Yun
- ge.sehen
Schneewittchen & Maschinendivas UpStage - Theater und Performance im Webspace. Von Fiona Sara Schmidt
an.schläge. Das feministische Magazin A-1030 Wien · Untere Weißgerberstraße 41 T. +43 (0)1 9201678 · office@anschlaege.at · www.anschlaege.at
Einzelheft € 3,75 · Schnupperabo (3 Hefte) € 10,- · Jahresabo (10 Hefte) € 35,- · Auslandsabo (10 Hefte) € 44.- bestellen per Online-Formular
WEITERFÜHRENDE LITERATUR: Anita Heiliger / Eva-K. Hack / ZIF (Hg.): Vater um jeden Preis? Zur Kritik am Sorge- und Umgangsrecht, Verlag Frauenoffensive, München 2008
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