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SEXCLUSIVE ANGELEGENHEITEN

© Laura Meritt (15.12.09)


Körper

Laura Méritts Frauen-Sexshop

Vor 20 Jahren war Sexclusivitäten eine der wenigen Adressen, die Sextoys an die Frau brachte, heute sprießen sie überall in die Lust. Warum wir in einem Frauen-Sexshop aber nach wie vor besser bedient sind, erklärt Laura Méritt.



Laura Méritt - Sexclusivitäten.de

s ist kaum zehn Jahre her, dass der blaue Delfin wohnzimmertauglich wurde. Mittlerweile steht er wahrscheinlich in der Vitrine neben den Sammeltassen. Die aktuellen Lieblinge liegen in der Spielzeugschatulle neben dem Bett oder trocknen auf dem Badewannenrand. Auf Sexpartys oder zu heißen Dates gehen die Damen mit ihrem Baise-en-ville (Beischlafköfferchen), in dem sie ihre Tagespräferenzen nebst Safer-Sex-Utensilien einpacken.

Was für eine rasante Entwicklung! Vor 20 Jahren war Sexclusivitäten eine der wenigen Adressen, die Toys an die Frau brachte, heute sprießen sie überall in die Lust. Vor allem Online scheint jedes Hinterzimmer im abgelegensten Dorf zum Toystore zu mutieren, da sich herumgesprochen hat, dass Frauen kaufkräftig nachfragen. Auf der anderen Seite haben auch Großproduktionen und Konzerne jetzt eine “weibliche Linie”, die schön designt und in besserer Qualität daherkommt. Das ist zwar prima, macht aber aus dem kapitalistisch männlichen kein besseres Schweinesystem. Denn die Produkte sind immer noch teuer, beziehungsweise der Profit bleibt hoch, und sie werden in China unter entsprechend ausbeuterischen Bedingungen hergestellt.

Die Wert auf Honorierung von Frauenarbeit und ethische Arbeitsbedingungen legt, ist in einem Frauen-Sexshop besser bedient. Sexclusivitäten hat nicht nur als erste in Europa Informationen zu allen Produkten geliefert und umfassende Aufklärung betrieben, sie kennt auch alle ihre Produzentinnen persönlich. Der Austausch mit den amerikanischen Vorreiterinnen und Schwestern von Good Vibrations und Eves Garden und all den Sexpertinnen wie Annie Sprinkle, Deborah Sundahl, Shine Louise Houston und vielen mehr hat sie immer stark beeinflusst und ein Frauen-Sex-Netzwerk hier aufbauen lassen.

So wurden auch deutsche Produktionen mit aus der Wiege gehoben und unterstützt (Playstixx und Selfdelve zum Beispiel). Sexclusivitäten ist darauf bedacht, vorwiegend Produktionen aus Frauenhand anzubieten, vergewissert sich der Arbeitsverhältnisse und auch der gesundheitsgeprüften Materialien. Es sind Manufakturen und Kleinunternehmen, die Einzelanfertigungen herstellen und entsprechend teurer sind, da sie keine Massenlagerung und Mengenrabatte einräumen. Die individuelle Anfertigung lässt sich allerdings auch dem Spielzeug ansehen, es ist oftmals mit Liebe, zumindestens mit Aufmerksamkeit oder Achtung, auf alle Fälle mit einer anderen Energie gemacht.

Manche Präziosen wie die Vulvakissen werden in einem Fair-Trade-Frauenprojekt in Peru genäht, das von der Kollegin Dorrie Lane und ihrer Vulva University ins Leben gerufen wurde. Die Frauen erhalten neben Aufklärung ein Gehalt, von dem sie selbständig wirtschaften können. Auch die Erotikfilme werden unter “Fair Porn” - Kriterien gesichtet. Im Oktober diesen Jahres wurde durch die PorYes-Kampagne eine klare Definition von feministischen Filmen lanciert, die eine Wegweiserin für die Konsumentinnen darstellt: Fair Porn zeigt weibliche Lust in ihrer Vielfältigkeit (Sexualitäten, Alter, Ethnien, Körperbilder, etc.), baut Geschlechtsstereotype ab, weist gute Arbeitsbedingungen auf ( konsensuelles Agieren) und wird wesentlich von Frauen produziert.
 
Wichtiger Bestandteil von Sexclusivitäten ist die Kommunikationsarbeit, das Reden und der Austausch über Sex. Wöchentlich wird freitags Salon zu verschiedenen Themen gehalten, monatlich Film-Salons angeboten, in denen gemeinsam Pornos analysiert werden, regelmäßig sex-politische Aktionen wie die “1. Feministische Pornofilm-Preisverleihung Europas” oder auch der “Mösen-Monat-Mai” organisiert. Jede kann sich, ihre Ideen und Engagement in das kooperierende Freudenfluss-Netzwerk einbringen, ohne das solche Projekte nicht möglich wären. Lust bekommen? Komm vorbei, schau mal rein, Berlin ist immer eine Reise wert und online superschnell zu erreichen.


Laura Méritts SexclusivitätenSexclusivitäten - Laura Méritt
Fürbringerstraße 2
10961 Berlin - Kreuzberg
Tel. +49 (0)30 6936666
laura.meritt@snafu.de
www.sexclusivitaeten.de


ZUM NACHLESEN:
Von der Dildo-Dealerin zur Sexpertin



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*Sexclusive Angelegenheiten


Laura Meritt
27.12.09 03:54

Laura Méritts Frauen-Sexshop

Vor 20 Jahren war Sexclusivitäten eine der wenigen Adressen, die Sextoys an die Frau brachte, heute sprießen sie überall in die Lust. Warum wir in einem Frauen-Sexshop aber nach wie vor besser bedient sind, erklärt Laura Méritt.

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*Re: Sexclusive Angelegenheiten


remember-magic
27.12.09 05:06

s ist kaum zehn Jahre her, dass der blaue Delfin wohnzimmertauglich wurde. Mittlerweile steht er wahrscheinlich in der Vitrine neben den Sammeltassen. Die aktuellen Lieblinge liegen in der Spielzeugschatulle neben dem Bett oder trocknen auf dem Badewannenrand. Auf Sexpartys oder zu heißen Dates gehen die Damen mit ihrem Baise-en-ville (Beischlafköfferchen), in dem sie ihre Tagespräferenzen nebst Safer-Sex-Utensilien einpacken.



Ich hab grad eine Assoziation und sehe tausende Frauen wie Roboter an mir vorbeilaufen, alle mit einem männerbezogenem Beischlafköfferchen in der Hand dank Laura

Auf der anderen Seite haben auch Großproduktionen und Konzerne jetzt eine «weibliche Linie», die schön designt und in besserer Qualität daherkommt. Das ist zwar prima, macht aber aus dem kapitalistisch männlichen kein besseres Schweinesystem. Denn die Produkte sind immer noch teuer, beziehungsweise der Profit bleibt hoch, und sie werden in China unter entsprechend ausbeuterischen Bedingungen hergestellt.

So wurden auch deutsche Produktionen mit aus der Wiege gehoben und unterstützt (Playstixx und Selfdelve zum Beispiel). Sexclusivitäten ist darauf bedacht, vorwiegend Produktionen aus Frauenhand anzubieten, vergewissert sich der Arbeitsverhältnisse und auch der gesundheitsgeprüften Materialien. Es sind Manufakturen und Kleinunternehmen, die Einzelanfertigungen herstellen und entsprechend teurer sind, da sie keine Massenlagerung und Mengenrabatte einräumen. Die individuelle Anfertigung lässt sich allerdings auch dem Spielzeug ansehen, es ist oftmals mit Liebe, zumindestens mit Aufmerksamkeit oder Achtung, auf alle Fälle mit einer anderen Energie gemacht.



"Kapitalistische Schweinesysteme", das trifft zu. Wird es aber besser, wenn Frauen sich, um möglichst viel Geld auf Kosten von Frauen zu verdienen, mit manipulativen SCHLAGwörtern aus der Affaire ziehen oder damit Werbung machen, dass frau zu frau umweltbewusst! herstellt, damit männlich dominanter Heterosex gemacht werden kann?

Wichtiger Bestandteil von Sexclusivitäten ist die Kommunikationsarbeit, das Reden und der Austausch über Sex. Wöchentlich wird freitags Salon zu verschiedenen Themen gehalten, monatlich Film-Salons angeboten, in denen gemeinsam Pornos analysiert werden, regelmäßig sex-politische Aktionen wie die «1. Feministische Pornofilm-Preisverleihung Europas» oder auch der «Mösen-Monat-Mai» organisiert.



Davon bin ich überzeugt, dass alles dafür getan wird, möglichst viele Frauen zu überzeugen. Hier geht es m.E. doch nur darum, sich einen goldenen Platz im hart umkämpften Erotik- und Pornogeschäft zu sichern und ich bin immer wieder überrascht, dass manche Frauen keinerlei Skrupel haben bzw. da genauso massiv überall wie Männer auf aller Kosten bereit sind, uns alles mögliche insistieren zu wollen.

Denkt ihr auch nur einen Moment an die Frauen und jungen Mädchen, die gerne mehr über das Thema lesbisches (Liebes-)Leben erfahren würden und denen dann allerorts eingeredet wird, dass es angeblich auch unter Lesben nicht ohne "männliche Inbesitznahme" geht?


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