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MAGAZIN

BIODIVERSITäT UND NOCH MEHR WUNDER

© Weiberhof (12.04.10)


Natur & Ökologie

Leben am Weiberhof in der Steiermark

Sulmtaler Hühner gackern fröhlich auf der Weide, die Ziegen und Schafe grasen neben den Eseln und Lamas - Offenstallhaltung am Biobauernhof Weiberhof.



Aguma, Akimo, Jessica, Jade - Die Esel am Weiberhof

ir sitzen für eine kurze Rast bei den Tieren auf der Weide, der Traktor steht wieder in der Scheune und wir wissen vor allem in diesen Augenblicken, weshalb wir uns die viele Arbeit antun. Unsere Gästinnen staunen über die Frühstückseier, wir können gar keine anderen Eier mehr essen, der Unterschied zu Eiern aus dem Supermarkt ist frappierend.

Heuer ist das Jahr der Biodiversität, des Artenreichtums und es wird zahlreiche Veranstaltungen zu diesem Thema geben - hoffentlich. Zumindest ein Schritt, wenngleich auch ein kleiner, denn dass Artenvielfalt überhaupt erst zum Thema werden muss, ist ja traurig genug. Die Frage ist natürlich auch, was bewirkt werden soll - ein Umdenken? Neudenken? Nachdenken? Jene, die ohnedies schon im Einklang mit der Natur leben, brauchen diese Veranstaltungen nicht und jene, die sich keine Gedanken darüber machen, werden es vermutlich auch mit diesen nicht tun. Nun, es liegt an jeder selbst, zu essen und zu leben, wie es ihr richtig erscheint. Ökologie beginnt jedenfalls in unser aller alltäglichem Leben und in Zeiten wie diesen ist es eine persönliche Gratwanderung zwischen realistischem Leben in unserer modernen Gesellschaftsform und der Verantwortung gegenüber der Natur.

Unser Fazit: Wir sind eingestiegen ins Landleben. Nun wissen wir schon, dass das nicht alle tun können. Müssen sie auch nicht. Es gibt an allen Orten Möglichkeiten des bewussten Einkaufens, Handelns und Lebens. Unser Weg ist nur ein Weg. Viele Wege führen zum Ziel. Wir bieten jedenfalls unseren Ort, unser Knowhow, unsere Weiterbildungen auch jenen Frauen an, die Freude daran haben, zumindest Teile ihres Lebens umringt von Tieren, Wiesen und Weinbergen zu gestalten, vielleicht auch die ein oder andere Veranstaltung besuchen (z. B. die Sommerakademie mit Kräuterwanderungen, die Salbenküche als Wochenendseminar im November 2010 usw.) und sich damit wieder neue Impulse mit nach Hause nehmen.

Wolfsmutter.com-Leserinnen ist der Weiberhof ja schon bekannt, welche von den aktuellen Neuigkeiten am Hof informiert werden möchte, mögen uns ein kurzes Email schicken. Gerne erzählen wir unseren Gästinnen auch, wie unser Landleben in der Realität so aussieht und geben praktische und nützliche Tipps für eigenes Handeln. Und dass es im Leben auf dem Lande immer wieder Überraschungen gibt, sei im folgenden Text beschrieben:

Das Wunder am Weiberhof

ir staunten nicht schlecht, als wir - eines Nachts müde von der Gartenarbeit schon im Bette liegend - von unserer Eselin Aguma gerufen wurden. Sie schrie tatsächlich nach uns und wir hüpften also sicherheitshalber wieder ins Gewand, um im Stall nach dem Rechten zu sehen. Seit wir die Esel haben gibt es immer wieder eine Portion Mehraufwand, nachdem es in den letzten Monaten immer wieder notwendig war, den Stall zu reparieren, weil es unseren drei Eseln bereits langweilig wurde und sie begannen, diesen aufzuessen - sprich: alle Hölzer im Stall kontinuierlich abzunagen und zu verspeisen, sodass wir des Aufrüstens kaum mehr nachkamen, Latten nachholten, montierten, nach Nägel suchten und dergleichen mehr. Tja, drei Esel sind nicht ohne. Und ich erinnere daran: Wir wollten ursprünglich ja auch nur zwei davon. Doch was hättest du an unserer Stelle damals gemacht?

Damals, das war im Februar letzten Jahres, als wir einer Annonce folgend “nur einmal schnell schauen wollten, wie denn Esel so aussehen”. Nein, wir sind nicht naiv. Ich wusste vielmehr, seit ich Nina kannte, dass sie eines Tages einen Esel haben wollte. Und als Pädagoginnen, Biobäuerinnen und Tierschützerinnen wissen wir natürlich, dass es nicht nur nicht erlaubt ist, nur einen Esel zu halten, sondern natürlich auch unpädagogisch. Also zwei Eseln. Nun, die Vorbesitzer unserer Eseln wiederum hatten fünf und mussten alle verkaufen, für zwei hatten sie schon einen Platz. 5 - 2 ergibt bekanntlich 3. Und die standen da und sahen uns an. Zwei Stuten und ein kastrierter Hengst, ein Wallach also. Aguma, die Mutter von Akimo und Jessica, dessen beste Freundin, noch dazu fettleibig. (Und wer würde schon einen fettleibigen Esel kaufen!) So, entscheide du nun also. Welche zwei davon nimmst du? Nicht so leicht, oder? Mutter und Sohn? Sohn und Freundin? Die zwei Stuten? Hast du schon einmal in Eselaugen geblickt? Eben. Und so haben wir seit letzten Februar also drei Esel in unserer gemischten Tierherde.

Mittlerweile ist es Mitte März und zurück zum Beginn unserer Geschichte - wir auf dem Weg zum Stall, weil ja Aguma nach uns ruft. Und dort staunten wir nicht schlecht. Was wir dort sahen, hätte uns ebenso wenig verwundert, wie ein Ufo auf unserer Wiese oder ein U-Boot, das aus dem Klo gekrochen kam ...

Da lag Jessica, die Fettleibige, am Boden und aus ihrem hinteren Teil kroch kein Ufo, sondern ein Eselfohlen! Ein Wunder!? Während wir in unseren Gehirnwindungen nach Erklärungen suchten, mit der Taschenlampe dem Schauspiel folgten, überlegten, was zu tun sei, zum Handy griffen, um des Nächtens uns per Telefon von unserem Hufschmied beraten ließen, gebar Jessica im Stall ein Eseljunges. Vorweg: Mutter und Kind sind wohlauf. Wir verbrachten einen Teil der Nacht bei ihnen, rubbelten das Fohlen mit Heu ab, das die anderen sodann genüsslich verspeisten, das Heu, nicht das Fohlen, und beobachteten die tollpatschigen Versuche des Eselkindes, aufzustehen. Es ist wahrlich ein Wunder!

In einer Mischung aus Staunen, Sorge, Zärtlichkeit und Fragezeichen und momentanen Nicht-weiter-Wissen fällt mir der alte Spruch ein: “Schickt der Herrgot ein Haserl, schickt er auch das Graserl” ... Nun, uns schickte er ein Eserl - und hoffentlich auch Unterstützung, denn mit Graserl allein ist es beim Eserl ja nicht getan. Und so freuen wir uns nun, dass es am Weiberhof seit 23. März 2010 ein Eselfohlen gibt (der Vater ist glücklicherweise nicht unser kastrierter Akimo, sondern der noch in der damaligen Herde der Vorbesitzer verweilende einjährige Hengst). Jade ist übrigens ein ganz entzückendes Eselmädchen.

Tja, und nun stell dir vor, Aguma hätte uns in besagter Nacht nicht gerufen. Wir wären frühmorgens in den Stall gegangen und vermutlich umgefallen!


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Foto: © Weiberhof


ZUM NACHLESEN:
Kannst du doch!
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Können Küken und Bogen heilen?
Urlaub am Weiberhof
Frauenferien am Weiberhof
Grüße von Frauenland



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