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MAGAZIN

ANTIFEMINISTISCHEN BESTREBUNGEN ENTGEGENTRETEN. KEIN FUßBREIT MILITANTEN VäTERRECHTLERN!

© Autonome Feministinnen (10.06.10)


Politik & Gesellschaft

Aufruf zum FrauenLesben-Block in der Good Night Daddy's Pride Demo

Am 12. Juni 2010 ruft die Väterrechtsbewegung zur “Daddy's Pride” in Wien auf. Gefordert werden “Menschenrechte für Väter und Kinder”. Als FrauenLesben beteiligen wir uns an der Gegendemonstration und stellen uns gegen die Möchtegern-Väter und gegen jeden Maskulisten!



Frauensymbol

s wird sich in diesem Land nicht viel verändert haben seit den 80ern: Der überwiegende Anteil der Scheidungen wird von Frauen eingereicht. Die Scheidungsrate ist enorm hoch, die lebenslängliche Ehe ist ein Auslaufmodell, ob deren Verfechter es nun glauben wollen oder nicht. Und außerdem wissen Frauen genau, dass sie durch die gratis geleistete Familienarbeit in der Armutsfalle landen, ob sie wollen oder nicht. So ein Scheissmodell von zusammen leben ist einfach nichts wert und muss abgeschafft werden!

Allerdings!
Will Frau mit Kind(ern) sich in Zukunft nicht wieder endlos mit Vater/Vätern, Gerichten und Juristen herumstreiten, so ist es Zeit, gegen die Forderungen der Väter-um-jeden-Preis auf die Strasse zu gehen! Die Familienrechtsreform in Österreich hat den Mann als Familienoberhaupt über Frau und Kinder entmachtet. Frauen waren plötzlich auch durch die Kämpfe der FrauenLesbenbewegungen nicht mehr Unmündige. Autsch!

Frau konnte plötzlich selbst bestimmen: über ihren Familiennamen, über ihre Berufstätigkeit, sie konnte Unterschriften unter Zeugnisse und Passanträge für die Kinder leisten, ohne den Papi fragen zu müssen, sie konnte Kindergarten und Schule wählen und sie hatte sogar schon längere Zeit das Wahlrecht, musste sich vom Gatten nicht mehr züchtigen lassen, auch nicht vergewaltigen, sie konnte effektiv verhüten, etc. etc. Auch Dank der Arbeit von Johanna Dohnal - sie war mit Leidenschaft ärgstes Feindbild nicht nur der Väterrechtler im Lande.

Und: Frau kann sich inzwischen schon längst entscheiden, gar nicht zu heiraten - was dazu führte, dass inzwischen 40 Prozent der Kinder in Österreich unehelich geboren werden. Warum? Weil vermutlich zu viele Frauen der Auffassung sind, dass die staatlich verordnete Partnerschaft nicht funktioniert. Papis gehen weder in Karenz, noch verzichten sie auf ihre Attitüden wie Überstunden, Autoraten, Zweitfrauen, Wirtshausbesuche, etc. Sogar die automatische Vormundschaft für nicht verheiratete Mütter wurde 1989 eingeführt.

Also! Genau gegen diese aufmüpfigen Weiber, die sich auch noch zum Beispiel scheiden lassen - da musste Mann sich doch zusammenrotten! Ein generelles, automatisches Sorgerecht muss(te) her! Damit ließe sich so allerlei aushebeln, was frau sich erkämpft hat.

Die EU und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte

Auftrieb gibt dieser seit den frühen 80er Jahren existierenden maskulistischen Bewegung auch in Österreich unter anderem ein neulich vom Europäischen Gerichtshof für Menschrechte (EGMR) gesprochenes Erkenntnis, das da lautet, dass in Deutschland unverheiratete (!) Väter von Gesetzes wegen diskriminiert und benachteiligt würden... Die armen Väter sind plötzlich aufgrund der Gesetzeslage in Deutschland Opfer des Staates, der ihre Menschenrechte verletzt, weil er ihnen nicht automatisch genügend Rechte und Kontrolle über die uneheliche Mutter und die Kinder zuspricht! Frau soll sich mit jedem dahergelaufenen Papi konfrontieren, wenn er es verlangt! Das Patriarchat lässt sich nicht so einfach beseitigen.

Das Erkenntnis des EGMR wird nicht nur für die gesetzlichen Regelungen von Rechten für Väter, verheiratet oder unverheiratet, in Deutschland, sondern in der ganzen EU schlagend werden. Im wahrsten Sinne des Wortes. Konnte Frau sich einer Ehe trotz Kind endlich verweigern, wird sie sich samt Kind in Hinkunft nicht so leicht dem väterlich/staatlich übergestülpten Kindeswohl und der übergestülpten Vaterschaft entziehen können. Nicht mal die Nichtangabe des biologischen Vaters würde hier helfen, denn dank Gen-Tests ist die Feststellung einer biologischen Vaterschaft ein Klacks. Der biologischen. Und die soziale wird nun qua Recht oder vor Gericht festgelegt werden.

Dies wird die Geburtenrate noch mehr senken und ist zudem gegen jeden gesunden Frauenverstand! Denn ein Typ, der sich als Fremdkörper in die Gemeinschaft von Frau und Kind hineindrängen möchte, koste es was es wolle, der muss mitsamt dieser frauenfeindlichen Gesellschaft scheitern. Kindeswohl schaut ganz anders aus und ist auch kein Experimentierfeld.

Was wollten die Papis bisher und wie reaktionär und frauenhasserisch ist diese Bewegung?

Zuspruch fanden die Männerrechtler immer schon bei der FPÖ! Sie ist ein Sammelbecken für jene Männer, die wenigstens mit Hilfe dieser Partei wieder “Herr im eigenen Haus” sein wollen. Es ging diesen Männern immer schon darum, die Eigenständigkeit und Mobilität der Frauen zu verbieten (Paß muss hinterlegt werden), damit sie nicht mit den Kindern (zum Beispiel in ihre eigentliche Heimat) abhauen kann.

Alimentationsklagen wurden so lange mit allen Mitteln hinausgezogen, dass Frau schön brav samt den Kindern in der Armut vegetierte, oft jahrelang. Da war und ist das so strapazierte “Kindeswohl” völlig belanglos.

Eigenständige Entscheidungen bezüglich Schulbildung, Konfession, Aufenthalt oder zum Beispiel ärztlicher Behandlungen, etc., aber auch, die Kinder nicht jederzeit zu sich zitieren zu können, war den Vätern immer ein Dorn im Auge, beziehungsweise dass sie nach Scheidung beziehungsweise bei unehelicher Vaterschaft hier gar nicht mehr gefragt werden müssen. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber jede Frau kennt diverse Situationen und Psychoterror und Gewalt durch die frustrierten Papis sind uns allen geläufig.

Besonders schlaue “Papis” gehen so weit, sogar bei Fragen wie Vaterschaft und Abtreibung mitreden zu wollen. Einerseits, um eventuell der Frau den Abbruch zu verbieten, andererseits jede Alimentationszahlung verweigern zu wollen, weil ER das Kind doch nicht wollte und sie doch abtreiben hätte können, weil er doch nur Spass machen wollte, beim unverhüteten Penetrieren.

  • Wir sind als radikale Feministinnen der Auffassung, dass es für alle Menschen zum Wohl ist, die Familie als zentrale Bastion und Reproduktionsmaschinerie des Patriarchats abzuschaffen.
  • Väterliche Gewaltphantasien müssen bekämpft werden, genau so, wie alle Versuche, die Realität von Frauen und Kindern - samt allen Ausformungen der Gewalt gegen uns - medial auf den Kopf gestellt zu verbraten.
  • Männerabteilungen in Ministerien, die sich der Hetze gegen Frauen und ihre Rechte verschrieben haben, sind zu schließen.
  • Und die verbündeten religiösen Fanatiker, die sich tagtäglich in den Strassen mit einer unverschämten Frechheit gewaltvoll gegen Frauenrechte stellen und Psychoterror/Terror gegen Frauen und Mädchen, gegen ÄrztInnen und Personal ausüben gehören sofort abgestellt.
  • Schluss mit der patriarchalen Diktatur und Unterdrückung und allen Versuchen, bereits erkämpfte FrauenLesben-Rechte und damit auch die Rechte der Kinder auf Gewaltfreiheit wieder zu beseitigen.
Kommt zum FrauenLesbenBlock in den ersten Reihen der Demonstration!

Good Night Daddy's Pride Demo
Teffpunkt: Sa. 12. Juni 2010 um 11 Uhr
Hauptuniversität/Unirampe (1010 Wien, Station Schottentor)
http://goodnightdaddyspride.blogsport.de/

* Kommt mit euren Freundinnen und politischen Gefährtinnen
* Lärminstrumente nicht vergessen
* Lasst Handys sowie Adressbücher und Kalender daheim
* Organisiert euch in kleinen Bezugsgruppen, passt aufeinander auf
* Achtet auf Kameras, und vergesst nicht auf Sonnenbrillen und Schirme
* Verzichtet aufs Fotografieren und Filmen der DemoteilnehmerInnen, wenn ihr es doch nicht lassen könnt, fragt vorher und achtet darauf, dass die Gesichter unkenntlich gemacht werden, wenn ihr die Fotos ins Netz stellt!!
* Rechtshilfenummer wird vor Ort bekanntgegeben

HINWEIS:

Veranstaltung zur Feministischen Analyse und Kritik an der “Väterrechtsbewegung” mit Anita Heiliger
Sa. 19.6.2010, 20h, FZ - Autonomes FrauenLesbenMädchenZentrum Wien
http://wolfsmutter.com/event5968

Weiterführende Links
Männerrechtler fürchten Feminismus
Männer im Monolog
Männerrechtler will Frauenhäuser schließen



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