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DIE GöTTIN IM FEDERKLEID VON LUISA FRANCIA© Rakuna & Anomatey (10.08.10)
Das weibliche Universum bei Kelten und Germanen
Luisa Francia’s jüngstes Buch ent-deckt den heiligen Raum der Frauen im Mutterland unserer Ahninnen und Vorfahrinnen bei den germanischen und keltischen Völkern. Die durch Herrschaft verformte Sichtweise der Männergeschichte wird von ihr wieder richtig gestellt.
uisa Francia, geboren 1949, ist leidenschaftlich frauenbewegt und ganzherzig bemüht mit ihrem Leben und Wirken allem auf den Grund zu gehen. Ihre Einsichten dazu hat sie in über 40 Büchern mit-geteilt sowie in unzähligen Texten, Reden, Ritualen, Performances und auch einigen Filmen. Sie malt und schöpft und gestaltet mit allen ihr zur Verfügung stehen Mitteln und Möglichkeiten ihre Wirklichkeit. “Kunst sehe ich als Teil des Lebens, sie interessiert mich nur da, wo sie lebendig ist. Kunst ist auch Magie und Magie ist nicht nur Handwerk sondern auch Kunst.” Luisa Francia ist eine Frau der Worte, des Wahr-Nehmens und des absichtsvollen Gestaltens und widmet sich der Kraft der Zauber im Zeitraum.
“Ich glaube an die Kraft der Imagination, des Bewusstseins an die Wechselwirkung von Energie, an den Tanz aller Teilchen.”
Kennzeichnend für Luisa Francia’s Wortkunst sind ihr Scharfsinn, ihre Ungezwungenheit und ihr Humor und all die unendlichen Möglichkeiten des Überraschenden, das neue Wege öffnet. Sie ist mit Hingabe gereist insbesondere in Afrika und Indien, um von der Kraft der Frauen und der Kraft des Zauberwirkens zu lernen. Dem Wesen des inneren Wirkens der Kraft im Einklang mit der eigenen Verantwortung für die Mitgestaltung unserer Welt widmet sie ihre Zeit, Kraft und Aufmerksamkeit.
Luisa Francia’s jüngstes Buch “Die Göttin im Federkleid: Das weibliche Universum bei Kelten und Germanen” ent-deckt den heiligen Raum der Frauen im Mutterland unserer Ahninnen und Vorfahrinnen bei den germanischen und keltischen Völkern. Die durch Herrschaft verformte, so genannte “wissenschaftliche” Sichtweise der Männer- / Herrschaftsgeschichte wird von ihr mit überlieferten Bruchstücken der Kultur der KeltInnen und GermanInnen und der Kenntnis erdumfassender mutterrechtlicher Kultur und ihrer Verwobenheit wieder richtig gestellt. Es entsteht vor unseren inneren Augen eine Welt, in der Frauen über viele Jahrhunderte eigenmächtig und vollmächtig das Leben in allen Bereichen gestalteten - zum Wohle ihrer selbst und ihrere Kinder, ihrer Sippen und ihrer Völker. Ihre Weisheit und Schöpfungskraft sind noch überliefert in Ge-Schichten und Märchen, die herrschaftsbedingt entstellt, verzerrt und verstümmelt.
Luisa be-richtet / berichtigt in jedem Kapitel dieses Buches eine Ge-Schichte aus der Kenntnis und der Weisheit weiblich-mütterlicher Kraft. Sie entwirft ein Bild der Kraft der Frauen und des darauf beruhenden Alltagslebens der so verschiedenen, von kulturellem Austausch geprägten Völker (Teutonen, Kimbern, Bajuwaren, Sachsen, Alemannen, Vandalen, Friesen, Chatten, Jüten - die später als die so genannten Germanen (GermanInnen!) zusammengefasst wurden. Sie beschreibt die wichtigsten Ur-Mütter (Göttinnen) in den verschiedenen Stämmen und ihre Verbundenheit untereinander. (Das Wort Gott ist hergeleitet vom Sanskritwort für den “Gatten”. “Göttin” bedeutet also “Gattin” und ist dem Männlichen nachgeordnet - was der Wirklichkeit des vollmächtigen und eigenmächtigen Wirkens ursprünglicher weiblicher Schöpfungskraft in keiner Weise gerecht wird.
Stimmiger wäre: “Die Ur-Mutter im Federkleid”)
Wir lesen die Ge-Schichten unserer Ahnen und Vormütter, weisen Frauen und Schicksalsweberinnen und der Klang ihrer über Jahrhunderte verschwiegenen Namen weckt die Urinnerung weiblicher Kraft in unserem “guten Erbe”, dem Erb-Gut - das alle Spuren der Schöpfungskraft in unserem Leib bewahrt.
Die Kraft und Bedeutung der Natur, der heiligen Orte, der besonderen Kräfte der Pflanzen und der Tiere, des alltäglichen heiligen Kessels, die verbindende Kraft von Jahres-Kreis-Festen und heiligen Bräuchen / Ritualen und des Allverbundenseins aller Wesen wird urinnert und wieder beschworen.
Luisa Francia’s Worte wurzeln wie immer in Unbeirrbarkeit, Scharfsinn und Humor. Am Ende gibt uns die “Graue” mit auf den Weg: “Nichts ist so wie du denkst - alles könnte ganz anders sein ...”
ANMERKUNGEN:
• Der letzte Scheiterhaufen soll noch 1850 in Bayern gebrannt haben. (S. 41)
• Modraniht bedeutet “Mütter-Nacht”. (S. 121)
• Hel bedeutet “ganz” - und hat darüber hinaus möglicherweise einen Sinnzusammenhang mit “Höhle”. (S. 126)
• Gjallarbrur - die “Brücke über den Gjöll” (=“brausend, lärmend”) (S. 127)
• Modgudr bedeutet “die Zornige”. (S. 128)
• Radegunde bedeutet “Rat im Kampf”. (S. 161)
• Helvetia bedeutet “die Alwissende”. (S. 163)
• Wiking soll “weite Schiffsreise” bedeuten. (S. 165) - Und Schiff war immer ein Sinnbild der Frau, der Gebär-Mutter.
• Heil ist hergeleitet von “hel” =“ganz”. (S. 173)
• Audhumbla bedeutet “Die Milchreiche”. (S. 179)
• Muspelheim heißt “Flammenheim”. (S. 179)
• Niflheim heißt “Dunkelheim”. (S. 179)
• Soweit mir bekannt ist, sind die Arbeitsbienen ausschließlich weiblich. Die männlichen Bienen, die “Drohnen” (von “Dröhnen, Brummen”) dienen ausschließlich der Befruchtung und werden danach aus dem Bienenstock verwiesen. (S. 181)
• Halloween soll “hallo-wen”, die “heiligen Schwestern” bedeuten. (S. 202)
• Walpurgis ist Beltane, das Mai-Fest oder Hexentanzfest und nicht das Fest der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche. (S. 205)
Luisa Francia Die Göttin im Federkleid
Das weibliche Universum bei Kelten und Germanen
Nymphenburger Verlag, 2010
216 Seiten, gebunden
€D 17,95 / €A 18,45 / sFr 31,50
ISBN: 978-3-485-01305-5
Buch bestellen (bei Berta - Bücher und Produkte, Graz)
ÜBER DIE REZENSENTINNEN:
Rakuna & Anomatey widmen sich der ganzheitlich-spirituellen Heilarbeit aus der Kraft der Kreise - zum Wohle allen Seins. www.kraft-der-kreise.de
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