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AKTIONSMONAT GEGEN STRUKTURELLE GEWALT IN GRAZ© Brigitte Hinteregger (24.11.05)
Veranstaltet durch die Unabhängige Frauenbeauftragte
Aktueller Anlass dieses Aktionsmonats ist einerseits der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11. und andererseits das andauernde öffentliche Schweigen über diese spezielle Form der Gewalt, von der jede Frau im Laufe ihres Lebens auf die eine oder andere Art betroffen ist.
ie Auftaktveranstaltung zu dieser Reihe fand am 16.11.2005 mit dem Thema “strukturelle Gewalt in Arbeitszusammenhängen« durch Impulsreferate der Unabhängigen Frauenbeauftragten der Stadt Graz, Brigitte Hinteregger und Djamila Rieger, Vorstandsfrau Verein Frauenhäuser Steiermark, statt.
Strukturelle Gewalt bedeutet, dass Menschen durch gesellschaftliche Strukturen in der Entfaltung ihres Menschseins behindert werden. Sie richtet sich nicht gegen einzelne sondern gegen die Angehörigen unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppen (Frauen, Behinderte, Ältere, Migrantinnen und Migranten, Kinder, Homosexuelle usf.).
Die Konsequenzen von Armut und Gewalt treffen Frauen heftiger als Männer. Gewalt an Frauen heißt nicht nur körperliche und sichtbare, sondern auch strukturelle Gewalt. Wie der erschwerte Zugang zu Bildung, die Koppelung der Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung von Migrantinnen an den rechtlichen Status ihrer Ehemänner oder der Abbau im Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen und aber auch die prekäre finanzielle Situation der Frauenorganisationen oder die Abschaffung des Nachtdienstes der Frauenhäuser.
Aktueller Anlass dieses Aktionsmonats ist einerseits der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11. und andererseits das andauernde öffentliche Schweigen über diese spezielle Form der Gewalt, von der jede Frau im Laufe ihres Lebens auf die eine oder andere Art betroffen ist.
Gewalt gegen Frauen, ansteigende Armutsgefährdung der Frauen durch das Hineindrängen in prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Teilzeitjobs und durch die Pensionsreformen sind kaum mehr einen öffentlichen Diskurs wert. Die anhaltende Einkommensdifferenz von bis zu 55 % bei Arbeiterinnen wird nicht mehr zum Thema gemacht.
- Jede dritte Frau in Österreich arbeitet Teilzeit
- die durchschnittliche Frauenpension beträgt 618 Euro
- von Armut betroffen sind vor allem Alleinerziehende, Familien mit mehr als 3 Kindern und Migrantinnenfamilien
- Laut Rechnungshofbericht 2004 haben unselbständig beschäftigte Frauen im Jahr 2003 ein um 40,5 % geringeres Bruttogehalt erhalten als Männer. Ein Vergleich der Vollzeitbeschäftigten ergab, dass Frauen selbst bei gleichen Arbeitszeiten noch immer um 21,1 % weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. So erhalten weibliche Lehrlinge um 13,6 % weniger Lehrlingsentschädigung als ihre männlichen Kollegen. Von der Einkommensdifferenz besonders betroffen sind Arbeiterinnen. Ihr Einkommen ist um 55,3 % geringer als das der Arbeiter. Die Hälfte der Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männer ist auf prekäre Arbeitsverhältnisse und Teilzeitjobs, die fast ausschließlich “Frauensache« sind zurück zu führen.
Aus diesem Grund sollen im Rahmen der Veranstaltungsreihe sowohl Expertinnen aus Organisationen als auch interessierte Frauen zu Wort kommen. Darüber hinaus wollen wir mit unseren Veranstaltungen themenbezogene Informationen einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.
Vor dem Rathaus der Stadt Graz soll am 25.11.2005 um 17:00 Uhr ein Lichtermeer - eine Gedenkveranstaltung und Solidaritätskundgebung für alle von Gewalt betroffenen Frauen - starten.
Kinder mit Lampions, Frauen, Männer mit Kerzen “Ein Licht für jede Frau« soll entzündet werden, sagt Brigitte Hinteregger - vor allem für jede Frau, die Opfer von Gewalt wurde. Hinteregger ist Unabhängige Frauenbeauftragte der Stadt Graz. Sie organisiert in der Stadt Graz das Aktionsmonat gegen Strukturelle Gewalt, das vom 7. November bis 7. Dezember 2005 durchgeführt wird. Kundgebungen von politischen Vertreterinnen und Vertretern sowie Vertreterinnen und Vertretern von NGOs und aber auch von direkt Betroffenen sind geplant. Im Mittelpunkt stehen aber die Lichter, die als Eintritt direkt vor Ort bereit gestellt werden. Spenden sind erwünscht! “Der Erlös soll einer Einrichtung zugute kommen, die sich um Frauen und Mädchen in Not kümmert, sagt Brigitte Hinteregger, die hofft, dass sich ganz, ganz viele beteiligen.
Das Aktionsmonat gegen Strukturelle Gewalt hält Hinteregger für wichtig, um “die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Politik und Wirtschaft müssen in Österreich viel frauengerechter werden, um das steigende Armutsrisiko für Frauen zu mindern. Alle Maßnahme müssen nach ihren geschlechtsspezifischen und sozialpolitischen Auswirkungen überprüft werden, um die wachsende Schere zwischen Arm und Reich, Frauen und Männern zu schließen.
Nähere Informationen unter: www.frauenbeauftragte.at/aktuell/gegen_strukturelle_gewalt.htm
Unabhängige Frauenbeauftragte der Stadt Graz · Brigitte Hinteregger Tummelplatz 9 · A-8010 Graz · Tel: +43 (0)316 872-4660 E-Mail: brigitte.hinteregger@frauenbeauftragte.at · Web: www.frauenbeauftragte.at
TIPP: Ein österreichweiter Veranstaltungskalender rund um die "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" wurde vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser zusammengestellt: www.aoef.at/tage/index.htm
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