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MAGAZIN

LUISA FRANCIA: DAS MAGISCHE KOCHBUCH

© Marlen Schachinger (04.09.06)


Spiritualität

Rezepte und Geheimnisse von weisen Frauen

Magisches Kochen in Zeiten der Nahrungsmittelindustrie und der Schreckensmeldungen über deren Auswirkungen auf Tier und Mensch ... - Marlen Schachinger zur vierten Auflage des "Magischen Kochbuchs" von Luisa Francia.



ls freiberufliche Autorin, die sich besser in der Weltliteratur auskennt, denn bei siedenden Töpfen, brutzelnden Pfannen und dampfenden Auflaufformen, ein Kochbuch zu rezensieren ist ein eigenes Unterfangen. Ich tat es um meiner Vorliebe für Mythen und um des Covers willen, das mich auf Anhieb ansprach; aber auch aus Vorfreude auf das sinnliche Erlebnis des Bild-Betrachtens - und ich wurde nicht enttäuscht: samtiges, weiches Papier, eine sorgfältige Illustrierung in satten Erdfarben und Rottönen, eine Eidechse als Seitenrandtier ...

Eingebettet in alte Mythen, in Geschichten über weise Frauen wie Cerridwen, Macha, Percht, Demeter, Oshun, Kali, Hekate oder über die Amazonen, und ihrem Wissen um Nahrung des Körpers, des Geistes und der Seele, gibt Luisa Francia einige Geheimnisse der Kochkunst preis - auch wenn sie bereits im Vorwort einräumt: "Ich kann zwar Rezepte aufschreiben und Zusammensetzungen vorschlagen, aber die wahre Magie der Küche findet zwischen möglichen Zutaten, Behältnissen, Kochgeräten, Gewürzen, der Atmosphäre des Raums und der magischen Köchin statt. Mut zum Umsetzen der augenblicklichen Eingebung und Verantwortung für die Wirkung ist vielleicht die wichtigste Qualität in der magischen Küche. Magie ist ein Weg, das magische Kochbuch ist eine Wegbeschreibung." (S. 17) Jede müsse folglich ihre eigene Art des magischen Kochens finden.

Wem all dies zu "magisch" erscheint und zu sehr nach Esoterik-Boom riecht, sei trotz aller Skepsis dennoch zu diesem Kochbuch geraten, denn Empfehlungen wie die Verwendung von Tontöpfen, in denen das Essen langsam garen kann, wodurch die kluge Köchin Zeit gewinnt, um "derweil gemächlich im Interet [zu] surfen oder mit ihren Freundinnen [zu] plaudern" (S. 12) machen Buch samt Autorin sympathisch. Oder: "Wenn alle Stricke reißen, das Essen einfach nicht magisch werden will und alle Zaubersprüche versagen, bringt’s ein Teller Spaghetti immer [...]. Spaghetti mit Tomatensauce erden und beruhigen die Seele" (S. 21) - was jede Kochende mit Kleinkindern bestätigen kann. Oder auch unglücklich Verliebte, denn nichts tröstet so gut wie der Basilikumduft und die nährende Wirkung dieses Gerichts.

Seele, so Luisa Francia, bedeute gemäß der mittelhochdeutschen Wurzel "wallende See", und eben diese soll neben dem Körper und dem Geist er- und genährt werden. Weises Kochen achte daher auf die Zutaten ebenso wie auf die Notwendigkeiten der Essenden.

Viele der in diesem Buch gesammelten Rezepte benötigen ein Sich-auf-die-Suche-machen, denn Yams, Walnussblätter und Pastinakenwurzel lassen sich nicht im Supermarkt ums Eck finden, zumindest nicht in meinem Viertel. Ich jedenfalls überlege ernsthaft, ob ich nicht FreundInnen zum Göttinnen backen laden soll - danach eine oder mehrere Tassen wärmenden und erheiternden Ingwertee ... Der Winter kommt schließlich bestimmt.

ZUR AUTORIN:

Luisa Francia
...ist laut eigenen Angaben "Schriftstellerin, Journalistin und Mutter; ich kann melken, jodeln, Hühner schlachten und zaubern. Ich sang jedoch auch im Musical ‚Hair’, veröffentlichte Gedichte, inszenierte ein Theaterstück in den Münchner Kammerspielen, schrieb mit Margarete von Trotta zwei Drehbücher, machte Dokumentarfilme. Ich hatte mehrere Ausstellungen meiner Bilder, unter anderem in der WXD-Gallery in London. Mit Herbert Achternbusch machte ich einige Filme, in denen ich mitspielte beziehungsweise die Produktionsleitung hatte. Ich reiste oft nach Afrika, Indien, Nepal und Tibet, um Heilrituale und Schamanismus zu erforschen. Nach einem schweren Unfall half mir mein Wissen um die magische Kraft der Kräuter und Pflanzen beim Gesundwerden." Luisa Francia lebt in München. Ihre Website: www.salamandra.de

Luisa Francia
Das magische Kochbuch

Rezepte und Geheimnisse von weisen Frauen

Nymphenburger Verlag, 4. Auflage, 2006
144 Seiten, gebunden
€D 19,90 / €A 20,50 / sFr 34,90
ISBN 3-485010979 (ab 2007: 978-3-485-01097-9)

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*Luisa Francia: Das magische Kochbuch


Marlen Schachinger
01.10.06 10:19

Rezepte und Geheimnisse von weisen Frauen

Magisches Kochen in Zeiten der Nahrungsmittelindustrie und der Schreckensmeldungen über deren Auswirkungen auf Tier und Mensch ... - Marlen Schachinger zur vierten Auflage des "Magischen Kochbuchs" von Luisa Francia.

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*Re: Luisa Francia: Das magische Kochbuch


Gästin
01.10.06 10:22

http://gagasign.twoday.net/topics/maerz+2004/

24.März 04 - SUPER!!
Erika


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*Re: Luisa Francia: Das magische Kochbuch


RoterRubin
01.10.06 12:49

Darf ich fragen, was genau du an diesem Weblog-Eintrag so super findest? Auf mich wirkt dieser Text nämlich oberflächlich betrachtet sehr belächelnd, unterschwellig eher neidisch und alles in allem irgendwie beschränkt, was das Verstehen von politischen Zusammenhängen betrifft.

"böse böse worte wie ‚machtkomplex’ oder gar -neurose lägen einem auf der lästerzunge parat, aber das ist ein pfui-wort für frau luisa, das hat sie gar nicht gerne – wenigstens auf ihr spiegelbild bezogen; zumal sie ja als astrologisch mittelprächtig bewanderte ihr eigenes horoskop mit ihrer eins-a-alpha-macke-konstellation löwesonne plus frau wichtig-aszendent aus dem effeff kennen dürfte"

oder

"...und die zahlreichen dünnen taschenbüchlein im aufgeplusterten alters-schwachsichtigkeits-großdruck kaufen, kaufen, kaufen. von dem geld kann frau francia dann nämlich bald wieder mit dem flieger nach afrika zu den dicken alten yoruba-priesterinnen fliegen, mit denen sie ganz toll perdu ist. da fassen sich dann alle an den händen und machen dort ein unheimlich wichtiges erdheilungsritual mit viel räucherzauber, gegen die böse böse luftverschmutzung zum beispiel...."

Ich glaube schon, dass Kritik unter Frauen erlaubt sein muss, diese halte ich aber eher für ein öffentliches Verächtlich-Machen von engagierten Frauen.

Aber vielleicht verstehst du den Text ja ganz anders, ...?
lg
RoterRubin


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*Re: Luisa Francia: Das magische Kochbuch


Gästin
01.10.06 14:07

also...ich hab den Text nicht im Entferntesten mit "neidisch" assoziiert und vor allem als das Gegenteil von "beschränkt"...die Frau sagt einfach was sie denkt, ohne Seidenhandschuhe.

Sollte es einen Zusammenhang zwischen "Magie" und "Politik" geben, dann muß mir der bitte erklärt werden.

Wo gute Kritik zu einem Verächtlich-Machen wird das unterliegt denke ich doch einem beträchtlichen Denk - und auch subjektivem Empfindungs - sowie Betroffenheits - Spielraum.

Sollte dieses Forum nur scheinbar für Kritik offen sein und dann doch sowas wie eine unausgesprochene Zensur laufen (und dazu möchte ich sagen, daß ich grad deine Einträge - bis jetzt - sehr geschätzt habe) - dann muß ich das leider als gegeben hinnehmen.

Würde mich nicht wundern, habe ich doch bis jetzt durchgehend die Erfahrung gemacht daß "Zusammenschlüsse" jeder Art gerne scheinliberal sind und dann doch im eigenen Saft braten...unter Frauen also ebenso?

Ein "Zusammenschluß" kann gar nicht anders, weil er sich nur unter zentripedalen Kräften erhalten kann? - WIRKLICH neue Wege kann frau doch nur allein begehen? - maybe.

Jedenfalls denke ich daß Engagement von Frauen nicht bedeuten sollte daß es egal ist, welche Qualität dieses besitzt...

lG Erika


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*Luisa Francia


RoterRubin
01.10.06 16:02

Ok, du hälst also nicht viel von Luisa Francia.
Ich schon.

Warum? Weil mich ihre Lebenslust inspiriert, ihre Leichtigkeit und ihr bodenständiger Zugang zu feministischer Spiritualität. Und weil ich glaube, dass ihre Bücher vielen Frauen große Hilfe im Umgang mit dem eigenen Körper und dem eigenen Leben sind - unabhängig davon, ob eine jetzt an Magie glaubt oder nicht. Und alles, was Frauen stärkt, sie freier und lebenslustiger macht und Zauberkraft in ihren Alltag bringt, ist in meinen Augen politisch. Denn starke und bewusste Frauen lassen sich weniger gefallen.

Darüberhinaus denke ich schon, dass Zusammenschlüsse und Frauensolidarität eine tolle Sache sind, weil große Veränderungen in der Gruppe leichter und schneller umgesetzt werden können und weil Frauen dadurch unangreifbarer werden. Das heißt aber nicht, dass in Zusammenschlüssen keine Auseinandersetzungen möglich sind - ganz im Gegenteil! Und es heißt auch nicht, dass die einzelne ihre Meinung aufgibt. Ich selbst bin eine Einzelgängerin und das wäre für mich gar nicht lebbar.

Wie du von diesem Weblog-Eintrag und meiner Gegenmeinung dazu zur Kritik an diesem Forum hier kommst, ist mir aber ehrlich gesagt ein bisschen schleierhaft... ... ich habe dich nicht angegriffen und zensiert wurde hier auch nichts, oder?

lg
RoterRubin


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*Re: Luisa Francia


Gästin
01.10.06 17:17

Hallo nochmal,
zu deiner persönlichen Meinung bzw. Erfahrung möchte ich gar nix sagen, denn das ist nun mal deine...warum auch nicht.

Und wenn Frauen daraus - auch längerfristig - Stärke beziehen, und jetzt verstehe ich auch das "Politische", dann kann mir das nur recht sein - mit Betonung auf "wenn" (es fliegen viel zu viele Seifenblasen in diesem Bereich).

Die Zensur habe ich insofern gesehen, als du die "spitze Zunge" aus dem weblog eben schon als ein Verächtlich-Machen sprich frauenfeindlich interpretiert hast. Das ist für mein Empfinden eine sehr frühe Grenze, an die ich dir nicht folgen kann.

Frauensolidarität ja - aber nicht um jeden Preis.
Vor allem da nicht, wie du ja selbst schreibst, wo es um die eigene Meinung geht und auch dann nicht, wenn diese Meinung mal angriffslustig ausfällt, von einer Frau...

lG Erika


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*Re: Luisa Francia


RoterRubin
01.10.06 20:20

Ich finde es schade, dass du selbst nicht wirklich was zu Luisa Francia schreiben willst, denn darum geht es ja hier - um ein Diskutieren und ein sich Austauschen.

Du sagst, "Frauensolidarität ja - aber nicht um jeden Preis." Was wäre denn da der "Preis", wenn eine sich entschließt, nicht über Luisa Francia herzuziehen? Oder anders gefragt, findest du Luisa Francias Bücher tatsächlich so schädlich, dass du andere davor warnen willst?

lg
RoterRubin

P.S.: Dass ich vieles als frauenfeindlich interpretiere, wo andere noch nicht mal mit der Wimper zucken, liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich sehr viel damit auseinandersetze und daher äußerst sensibilisiert bin in diesem Bereich. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, weiß ich nicht.


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*Re: Luisa Francia


Gästin
01.10.06 21:41

Guten Abend nochmal,
zu deinem PS kann ich nicht viel sagen weil ich auch nicht wirklich weiß, ob das jetzt gut oder schlecht ist - mag sein daß ich selbst da zu wenig sensibilisiert bin.

Worauf ich sicher sensibilisiert bin ist die Frage, inwieweit eine "Bewegung" zu einem Prinzip werden kann welches aus Prinzipientreue nur mehr bestimmte Verhaltensweisen zulässt und andere nicht, in etwa: Alle Frauen müssen immer lieb sein zueinander...

Ich denke die Frage des Preises kann immer nur die sein, ob eine sie selber ist bzw sich traut, sie selber zu sein - oder eben nicht.

In diesem Sinne empfinde ich die Formulierungen dieser potentiellen "Angreiferin" als sehr authentisch, sprich "echt", und kann ihr in ihrer Meinung bezüglich der Selbst-Darstellung der Luise Francia mühelos folgen - eben als neue Meinung, im Sinne des Austausches - sowohl mit dem Kopf als auch "mit dem Bauch".

Möchte gerne noch erklären aber muß jetz den Computer verlassen...
bis morgen
lG Erika


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*Re: Luisa Francia


Gästin
02.10.06 19:42

...ich mag auch keine oberflächliche Astrologie und keine esoterischen Alibi-Handlungen + hab in diesem Sinne einen hohen Anspruch an alle die, die sich als Orientierer anbieten um nicht zu sagen aufdrängen.
(das hat natürlich nix mit Mythen oder Rezepten zu tun)

Und nein, ich möchte damit keine bestimmte Wirkung erzielen - das wär ja auch schon wieder sowas wie "Magie".
Ich glaube eine ECHTE Wirkung vollzieht sich absichtslos.

Damit drängen sich noch folgende Fragen auf:

Bis wohin eignet sich Magie als Spielwiese und ab wo ist eigentlich Schluß mit lustig?? Inwiefern ist weiße Magie denn keine Macht.Ausübung?? Inwiefern ist das Wirkliche denn abhängig davon, über selbsternannt handelnde Träger in die Welt gebracht zu werden (nämlich gar nicht!)?? Wo endet die Hilfe und beginnt das Geschäft im Namen des "New Age"??
(wär das schön hätten wir ein Wassermann-Zeitalter - haben wir nämlich nicht! das waren die alten Griechen und Sappho)

Falls du nicht noch was Wichtiges hast würde ich das Thema gerne abschließen. Jedenfalls danke ich dir sehr für den Wortwechsel und insgesamt für dein schier überall präsentes Interesse.

gute Nacht und liebe Grüße
Erika


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*Re: Luisa Francia


Wolfsmutter
02.10.06 23:58

Bis wohin eignet sich Magie als Spielwiese und ab wo ist eigentlich Schluß mit lustig?? Inwiefern ist weiße Magie denn keine Macht.Ausübung??


Magie und Politik haben damit zu tun, dass du weißt was du willst. Also mit Entscheidungen. Viele entschiedene Leute arbeiten mit Sprachmagie (auch in der Politik). Insofern würde ich das mit der Spielwiese nicht unbedingt unterschreiben, was nicht bedeutet dass der Zugang dazu kein spielerischer sein kann.

Magie, Wissenschaft, Handwerk,... sind einfach Methoden/Techniken mit den Dingen umzugehen. Und genau wie Wissenschaft damit zu tun hat welche/r sie ausübt ist das auch mit Magie. Es wird bei beiden interpretiert, fehlgeschlossen, ausprobiert.

Macht kommt von machen und muss nicht zwangsläufig Machtmissbrauch/Hierarchie bedeuten. "Weiße" Magie halt ich persönlich für einen ausgeprochen unglücklichen Ausdruck. Hat für mich vorwiegend mit schwarz/weiß Malerei zu tun und wenig mit den Farben der Wirklichkeit. Abgesehen davon, dass dieser spezielle Dualismus rassistisch besetzt ist.

Zu der Qualitätsüberlegung denk ich mir, dass ma diesem auch das Ziel/Publikum gegenüberstellen sollte. Ich denk mir du lässt Literaturkritiker ja auch keine Volksschulbücher verreißen. Francia richtet sich meines Erachtens an Anfängerinnen. Eine Bekannte meinte mal: "ein guter Gedanke pro Buch".

Ich schätze das stimmt so. Sie greift eine Idee auf und übersetzt das dann in für verschiedene Frauen in deren Sprache. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit natürlich.


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*Re: und noch was


Gästin
03.10.06 07:29

Wir haben vermutlich unterschiedliche Auffassungen von Magie.

Ich war mal an einer "Schule für Magie" und es war sehr easy zwischen weißer und schwarzer Magie zu unterscheiden - ich wollte mit letzter sowieso nix, mit erster dann auch nix mehr zu tun haben.

Wo aber gibts die Verbindung zum Rassismus?

Schluß mit lustig ist dabei schnell mal. Deshalb möchte ich den Vorgang eben auch nicht als verharmlost sehen.


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*Magie und Politik


Irene Fleiss
03.10.06 11:05

Ich sehe Luisa Francias Bücher weniger als Bücher über (weibliche) Magie, sondern als politische Bücher. Sie fordern Frauen auf, ihr Handeln und Denken zu überdenken und zu verändern, und zwar persönlich wie gesellschaftlich, und das finde ich wichtig und eben politisch. Wenn sie das in einer Sprache und einer Dosierung tut, die keine Frau überfordert (aber auch nicht unterfordert), dann finde ich das vernünftig.

In ihren letzten Büchern geht es auch kaum noch um Magie - ich bin gerade dabei, ihre älteren wieder einmal zu lesen und stelle fest, daß es nur in sehr wenigen dezidiert um "Magie" geht. In den meisten ist Magie etwas, das Luisa Francia als ihren Weg vorstellt, der offenbar für sie funktioniert (ich gebe ihr so viel Vertrauensvorschuß zu glauben, daß sie uns nicht anlügt), den sie auch anderen empfiehlt - aber nicht mehr. In den letzten Büchern - auch in "Hexenbesen Zauberkraut" - geht es zum wenigsten um Rituale, das wichtige ist die Veränderung in den Frauen und in der Welt.

Ich würde sagen, ihr Ziel ist eine Welt voller Frauen, die keine Magie und keine Bücher über Magie brauchen - so interpretiere ich ihre Bücher zumindest.

Im "Magischen Kochbuch" wird wohl kein politischer Aspekt sein (da ich nicht koche, kenne ich es nicht), aber das ist ja noch kein Verbrechen. Ein bißchen Spaß beim Kochen ist doch auch was nettes!

Viele Grüße
Irene


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*Re: Luisa Francia


RoterRubin
04.10.06 09:40

...ich mag auch keine oberflächliche Astrologie und keine esoterischen Alibi-Handlungen + hab in diesem Sinne einen hohen Anspruch an alle die, die sich als Orientierer anbieten um nicht zu sagen aufdrängen.

Das kann ich sehr gut nachvollziehen! Ich persönlich verbinde Luisa Francia aber überhaupt nicht mir Esoterik oder irgendwelchen Gurus und auch nicht mit Selbstdarstellung. Beim Wort Selbstdarstellung gepaart mit Machtmissbrauch würden mir eher Namen wie Karl-Heinz Grasser, Jörg Haider, George W. Bush und ähnliche einfallen.

Für mich ist es auch ok, diese Diskussion zu beenden.

lg
RoterRubin

P.S.: Auf deine Frage an Wolfsmutter, warum die Begriffe weiße und schwarze Magie rassistisch besetzt sind, kann ich dir auch antworten. Weil Weiß in unserem Kulturkreis für Reinheit und Gut-Sein steht und Schwarz für Schmutz und Böse-Sein. Und diese Assoziationen ziehen sich durch viele gesellschaftliche Bereiche und werden auch auf Menschen angewandt.
Ein Beispiel: Es hat vor Jahren mal eine Nachrichtensprecherin beim ORF gegeben, deren Haut- und Haarfarbe etwas dünkler war als der mitteleuropäische Durchschnitt. Sie wurde nach einigen Wochen abgesetzt, weil viele ZuschauerInnen sie für nicht seriös genug hielten, um Nachrichten zu sprechen. Oder denke an das Kinderspiel "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?".


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*Re: Luisa Francia


Gästin
04.10.06 14:08

danke für die Erklärung!


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*Re: und noch was


Wolfsmutter
25.10.06 15:14

Naja, Bezeichnungen wie "weiße" oder "schwarze" Magie sind absurd, es sei denn du arbeitest mit Farben. Das ist übernommener Guru-Schrott von "Hexenmeistern" wie Crowley und Konsorten.

Was daran rassistisch ist, ist schnell erklärt. Die Farben werden Wertbesetzt. Weiß steht hier für positiv, schwarz für schädlich.

Es macht etwas mit den Menschen wenn sie lesen dass weiß gut ist und schwarz schlecht. Auch das ist (Sprach-)Magie.

Es kommt nicht von ungefähr, dass sich weiße Frauen anmaßen, besser zu wissen was für schwarze Frauen gut ist als diese selbst. Und es kommt auch nicht von ungefähr, wenn schwarze Frauen ihnen das glauben.

Die Mechanik mit wertbesetzten Begriffen (die an sich völlig wertfrei sind, wie eben Farben) findet sich auch in Sexismen wieder. Wo Tag/Sonne/Helligkeit mit gut/aktiv/männlich besetzt wird und Nacht/Mond/Dunkelheit mit schlecht/passiv/weiblich.

Ich kann mir vorstellen, was dir an dieser "Schule der Magie" begegnet ist. Dass du damit nix am Hut hast verstehe ich gut.
Allerdings hat das mit Magie soviel zu tun, wie ein Zwangs-Bewerbungstrainingskurs der vom Arbeitsamt verordnet wird mit Weiterentwicklung zu tun hat.


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