Wolfsmutter.com - Abenteuer Feminismus
Ein Frauen-Portal zu neuen Wegen, abseits der Nebenstraßen!

MAGAZIN

SAHARA DU SCHöNE

© Gudrun Fischer (04.06.07)


Spiritualität

Wenn die Wüste dich im Herzen berührt

In die Wüste gehen heißt - alles loslassen was unser Leben hier bestimmt. Die Uhr und unsere Zeitvorstellungen abstreifen. Gudrun Fischer bietet Wüstenreisen für Frauen in Zusammenarbeit mit einem dort lebenden NomadInnenstamm.



Sahara, Foto: © Gudrun Fischer

"Sanft und weit erstreckt sich die Sahara quer über Nordafrika
Still und sinnlich sind ihre Formen - wie sie sich ausbreitet vor mir
Sie lädt mich ein, im Sand zu spielen, zu malen, mich die weichen Dünen herunterkullern zu lassen, zu tanzen -
lachend falle ich in ihre weichen Arme

Ein glitzernder Sternenhimmel wölbt sich über mir
Schönheit wohin ich schaue.

Und nichts bleibt - meine Spuren sind verweht -
sie ist wieder unberührt wie am ersten Tag
Ein Meer aus Sand - sie verlangt Hingabe -
bis in den Tod
Nur so ist es möglich hier zu leben

Ich - eine Besucherin bewundere und liebe sie
Sie hat sich in mein Herz gebrannt und voll Sehnsucht flüstre ich
Sahara du Schöne"

Wenn die Wüste dich im Herzen berührt - bist du nie wieder die, die du einmal warst

n die Wüste gehen heißt - alles loslassen was unser Leben hier bestimmt. Die Uhr und unsere Zeitvorstellungen abstreifen. Vergessen den Raum zu bestimmen, vermessen und einteilen zu wollen. Das wissen wollen: woher, wohin, wie viel, wann - unsere gewohnten Denkstrukturen hinter sich lassen. Im Süden liegt das Vertrauen. Sich einlassen, hingeben, einfach sein: es wird alles gut werden.

Wenn es dämmert ist es Zeit aufzustehen. Die NomadInnen haben bereits Tee gekocht und rufen: ATAI. Wir kriechen aus unseren Schlafsäcken - es ist kalt morgens und wir freuen uns auf den heißen Tee. Das Ritual des gemeinsamen Teetrinkens spielt bei den Menschen in der Sahara eine wichtige Rolle. Die nomadische Teezeremonie wird mit 3 Aufgüssen praktiziert: der erste ist bitter wie das Leben, der zweite ist süß wie die Liebe und der dritte ist sanft wie der Tod. Vor dem Frühstück begrüßen wir die Sonne - dann wird gepackt, die Männer beladen die Dromedare, während wir eine Mini-Morgentoilette machen, und los geht's. Während wir gehen staunen und sammeln wir. Es gibt so viel zu sehen - die Weite, das Land, der Himmel - die soviel weiter sind als zuhause. Vor uns liegen Steinchen, Knochen, Reste vergangener Kulturen als die Wüste noch fruchtbar war. Die Stille - erstaunt uns, jetzt erfahren wir erst, wie Stille ist. Nicht nur die Landschaft ist still, da hier nicht einmal der Wind ein Geräusch macht - vielleicht ein sanftes vorbeistreichen an den Ohren - Nein!, auch der Himmel ist still, keine Fluglinie über uns. Nach dem Mittagessen setzen wir uns in die Dünen und geniessen die Stille, den Sand, die Sonne. Das innere Kind erwacht in uns und sagt: oh so ein großer Sandkasten zum Spielen und schon kullern wir lachend die Dünen herunter.

Die Einfachheit des NomadInnenlebens beglückt uns. Es öffnet die Türen der Erinnerung, die in unseren Zellen gespeichert ist. Unter freiem Himmel leben, mit der Sonne aufstehen, das Essen auf dem Feuer kochen, Brot backen und in der Nacht in den Sternen lesen, Zeit haben um zu Genießen. Wie sehr wir das vermissen merken wir erst, wenn wir wieder zurück sind. Unser NomadInnenherz ist aufgegangen - hat uns mit unseren Urmüttern verbunden - ein Gefühl von Freiheit und doch Geborgenheit, von Leere und doch soviel Reichtum. Es tut soo gut alles los zu lassen. Uns in allem zu reduzieren, um die Leere und Stille einzuatmen, uns durchdringen lassen. Wie gerne möchten wir für immer dableiben und uns in die weichen Arme und Brüste der Sahara schmiegen. Oft werde ich gefragt: ist es nicht anstrengend, zehrt es nicht an den Kräften? Da muss ich lächeln, denn nicht das in der Wüste sein ist anstrengend sondern das nach Hause kommen, nicht die Wüste ist hart sondern unsere technisierte Kultur. Klar wir haben alles - sie nichts. Oder ist das vielleicht doch umgekehrt?

Ich biete meine Reisen in die Wüste in Zusammenarbeit mit einem dort lebenden NomadInnenstamm an, deren Gäste wir sind, und die wir darin unterstützen, weiterhin als freie NomadInnen leben zu können. Die Gier nach Wasser, Fortschritt, Tourismus, Ausbeutung des Landes nimmt keine Rücksicht auf die NomadInnen, und hat sie an den Rand ihrer Existenz gebracht. Durch das Engagement von Abdallah Naji (ein Stammesangehöriger) und der Hilfsorganisation Azalay, konnte eine effektive Hilfe zur Erhaltung des nomadischen Lebens geleistet werden.

Gudrun Fischer
Jahrgang 1953, arbeitet seit 1988 mit und für Frauen überwiegend im Bereich Körperarbeit, Trance, Tanz und Schamanismus.

Gudrun Fischer - Institut für Körper, Trance und Tanz

Gudrun Fischer
Institut für Körper, Trance und Tanz
Ferdinand-Weiß-Straße 44 B
D-79106 Freiburg
Tel +49 (0)761 75159
Fax +49 (0)761 75163
E-Mail gudrunfischer@t-online.de
Web: www.gudrunfischer.de


Foto: Gudrun Fischer



Du kannst ...  ...diesen Artikel ausdrucken  ...diesen Artikel an eine Freundin senden   ...diesen Artikel mit einem Lesezeichen versehen

Kommentare unserer Leserinnen...*

Du kannst ...: einen Kommentar schreiben

Es gibt noch keine Leserinnenmeinung zu diesem Artikel.

* Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasserinnen verantwortlich.

Wolfsmutter.com: nach oben