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MIT DüFTEN LEBEN© Margot Handler (03.07.07)
Ein Streifzug durch die Aromatherapie
Als Stoffe mit tiefgreifender und doch sanfter Wirkung dienen ätherische Öle einerseits der Heilung und tragen andererseits zu einem vermehrten Lebensgenuß bei. Margot Handler von “Amyris-Lust auf Duft” gibt Einblick in die Aromatherapie.
in Sommertag, die Sonne steht heiß am Himmel, die Blumen blühen, die Heuschrecken hüpfen vor deinen Füßen auf, während du durch eine Wiese wanderst. Ein Heuhaufen am Wegesrand - sein Duft steigt dir in die Nase und plötzlich sind sie alle wieder da, die Bilder aus der Kindheit: der Urlaub auf dem Bauernhof, Kinder in Lederhosen und Dirndln, die Mithilfe beim Heueinbringen, das Mittagsmahl im Schatten, die Heimfahrt auf dem Wagen, der Sprung vom Heuboden und die weiche - mitunter auch stachelige - Landung im duftenden Berg aus Gräsern und Blumen. Oder ein "normaler" Tag in deinem Leben: Du bist in Eile, vielleicht auf dem Weg zur Arbeit. Da plötzlich von irgendwoher der Duft einer Rose. Du hälst kurz inne, saugst soviel wie nur möglich von dem herrlichen Geruch ein. Dein Gesicht entspannt sich, die Mundwinkel gehen nach oben. Beschwingter als zuvor setzt du deinen Weg fort.
Dies nur zwei Beispiele, wie Düfte auf uns wirken - und die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Gerüche begleiten unser ganzes Leben: sie warnen uns vor Gefahren (z.B. Brandgeruch) oder zeigen an, was uns gut tut; sie beeinflussen unsere Stimmungen und Motivationen, unsere Vorlieben und Abneigungen, die Anziehung, die wir für andere Menschen - und diese für uns - empfinden; sie steuern unseren Appetit (was wäre das Essen ohne den Duft der Speisen!), wirken auf unser vegetatives Nervensystem (Herzschlag, Atmung, Verdauung...), sind Ausdruck unseres Gemüts-und Körperzustandes, Auslöser von Erinnerungen und Assoziationen.
Verarbeitet werden Geruchseindrücke - nachdem sie über die Riechschleimhaut in der Kuppel der Nasenhöhle mit ihren 10 Millionen Nervenzellen aufgenommen und über den Riechkolben weitergeleitet worden sind - im stammesgeschichtlich ältesten Abschnitt unseres Gehirns, dem Limbischen System (einem Teil des Stammhirns). Anders als Hör- und Seheindrücke werden Gerüche dabei nicht zuerst von Zentren der Großhirnrinde, das heißt von unserem bewußten Denken, analysiert und zensiert, bevor sie eine Reaktion auslösen, denn ihre ursprüngliche Funktion war es, den Menschen über Lebensgefahr beziehungsweise Sicherheit zu informieren und den Körper dementsprechend in Sekundenschnelle auf die Notwendigkeit von Angriff beziehungsweise Flucht vorzubereiten. Gerüche wirken außerdem unmittelbar auf unser Gefühlsleben und unser Unbewusstes - eine Tatsache von der heute ganze Industriezweige leben und die sich auch die Jahrtausende alte und heute - nach einer durch die Industrialisierung bedingten Pause - wieder auflebende Aromatherapie zunutze macht.
Die von letzterer verwendeten ätherischen Öle sind Bestandteile verschiedenster Pflanzen, die in unterschiedlichen Pflanzenteilen (Blüten, Blättern, Wurzeln, Früchten ...) konzentriert eingelagert sind. Der Pflanze dienen sie als Energiespeicher, Informationsträger, Temperaturregler, zum Anlocken oder Abwehren von Insekten und als Schutz vor Krankheiten. Zugleich repräsentieren sie die Seele, das Wesen der Pflanze in konzentrierter Form, weshalb man sie auch als "Essenzen" bezeichnet. Von den Hunderten duftenden, aromatischen Pflanzen werden weltweit etwa 700 zur Herstellung ätherischer Öle verwendet, davon kommen wieder 120-150 in der Aromatherapie zur Anwendung. Ihre chemische Zusammensetzung ist so kompliziert, daß es bis heute bei keiner einzigen Pflanze gelungen ist, sämtliche Bestandteile zu analysieren, geschweige denn ein natürliches ätherisches Öl bis ins letzte Detail künstlich nachzubauen. In diese Richtung gehende Versuche haben häufig finanzielle Hintergründe, denn die Ausbeute - und daher auch der Preis - bei einem naturbelassenen Produkt ist von vielen unwägbaren Faktoren, besonders von Klimaschwankungen, abhängig.
In Anbetracht der tiefgreifenden Wirkung von Duftstoffen und des vergleichsweise geringen Verbrauchs ist jedoch ein naturbelassenes und dafür vielleicht teureres ätherisches Öl allen - großteils durch unterschiedlichste Manipulationen verfälschten - Billigangeboten vorzuziehen ...
... neben dem Preis ist auch die Detailliertheit der Angaben auf den Etiketten, zum Beispiel botanische Herkunft, Herkunftsland, Pflanzenteil, Herstellungsart, ein Zeichen, daß der/die Händler/in bemüht ist, Qualität anzubieten.
Die Aromatherapie - die sich seit ihrer Wiederentdeckung im Frankreich des beginnenden 20. Jahrhunderts über England schließlich auch in deutschsprachige Länder verbreitet hat - nutzt nun diese ätherischen Öle, um nach den Prinzipien der Naturheilkunde die Lebenskraft und die Selbstheilungskräfte des/der Klient/in zu wecken und zu stärken, unbewußte Einstellungen, die im Limbischen System gespeichert sind, zu lockern und zu verändern. Krankheiten, die ja auf dem Nährboden von Einstellungen und Motivationen entstehen, können positiv beeinflußt werden, wenn man das seelische Gleichgewicht, das die Basis für unsere Gesundheit bildet, durch die entsprechenden Düfte wiederherstellt. Ätherische Öle wirken aber nicht nur durch ihren Duft auf der seelischen und geistigen Ebene, sondern in ihrer Eigenschaft als chemische Substanzen auch ganz konkret körperlich. Bereits die Aufnahme durch den Geruchssinn zeigt eine Wirkung auf den Körper: verschiedene neurochemische Stoffe (Encephaline, Endorphine, Serotonin, Noradrenalin ...) werden ausgeschüttet, das vegetative Nervensystem und die entsprechenden Organe werden beeinflußt. Werden die Öle dann auch über die Haut aufgenommen (immer in Verdünnung mit geeigneten Trägersubstanzen, da es sonst zu Hautreizungen kommen kann!), pflegen, glätten und nähren sie einerseits die Haut, dringen aber auch über Bindegewebe und Lymphe in den Blutkreislauf ein und erreichen so die ihnen zugeordneten Organe. (Die ebenfalls bei körperlichen Beschwerden angewandte innerliche Einnahme sollte allerdings nur unter Aufsicht eines/r Experten/in erfolgen)
Als Stoffe mit tiefgreifender und doch sanfter Wirkung auf den ganzen Menschen dienen ätherische Öle also einerseits der Heilung - und vertragen sich in dieser Eigenschaft mit den meisten anderen Methoden der Komplementärmedizin (mit Homöopathie unter Einschränkungen). Sie tragen aber andererseits auch zu einem vermehrten Lebensgenuß bei. Man denke nur an ihre Anwendung in der Duftlampe und in Raumsprays, in aromatischen Bädern, natürlichen Parfums, pflegenden Crèmen, entspannenden oder anregenden Massageölen, in der Sauna oder in der Aromaküche, wo sie mit wenigen Tropfen Duft und Geschmack ihres Ausgangsprodukts in die Speisen zaubern. Der Experimentierfreude sind dabei auch für LaiInnen - immer vorausgesetzt, daß sie einige Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich der Anwendung (Dosierung, Verdünnung, Schwangerschaft, Allergieanfälligkeit,...) beachten und auf Qualität Wert legen - kaum Grenzen gesetzt. Je mehr man sich mit diesem Gebiet beschäftigt, desto deutlicher wird die schier unerschöpfliche Vielfalt der Möglichkeiten. Mit Düften zu leben erweist sich alsbald als ein immer wieder neues, aufregendes Abenteuer, das die Vitalität und die Immunabwehr steigert und zu Lebensfreude, Lebensgenuß und Wohlbefinden im Alltag beiträgt.
 Margot Handler Bachblüten- und Aromaberaterin Herstellerin von "Amyris-Lust auf Duft"- Natürliche Wohlfühlprodukte mit ätherischen Ölen Mobil: +43 (0)664 58 95 022 www.amyris.at
Foto: pixelio.de
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