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MAGAZIN

RäUCHERN - EIN ALTER BRAUCH WIRD NEU ENTDECKT!

© Christine Nohila Fuchs (13.11.07)


Spiritualität

Von Rosenweihrauch, weissem Salbei und süsser Myrrhe

Die Räucherkultur in Europa ist über 400.000 Jahre alt, sie ist mit dem ersten Feuer entstanden, das unsere Vorfahren machen konnten. - Christine Fuchs von Labdanum gibt Einblick in die Räucherkunde.



Harz und Rosenblätter im Mörser, Foto: © Labdanum

n allen alten Kulturen wurde das Räuchern von Kräutern, Harzen, Blüten, Samen und Hölzern zu vielen Zwecken eingesetzt: zur atmosphärischen Reinigung von Räumen, zur energetischen Reinigung der Aura, zur Heilung und Entspannung, zur körperlichen Stärkung und inneren Balance. Unsere keltischen Vorfahren räucherten mit speziellen Mischungen zu den Jahreskreisfesten wie Allerheiligen (Samhain), Lichtmess (Imbolc), die Tagundnachtgleichen, Sommer- und Wintersonnwend. Letztendlich entstand so unsere moderne Aromatherapie, die uns durch Duftlampen und Räucherstäbchen bekannt ist. Hinter der Räucherkunde steckt jedoch weitaus mehr, nämlich traditionelles Kräuterwissen neu zu entdecken und an Rituale zur vielseitigen Verwendung wieder anzuknüpfen.

Der Duft, der durch das Verglimmen von Pflanzenteilen entsteht, gelangt über unsere Nase in unser Gehirn und entfaltet so seine Wirkung auf Körper und Psyche. Jedes Räucherwerk hat sein ganz eigenes Wirkungsspektrum auf unser inneres und äußeres Wohlbefinden. Verschiedene Räuchermethoden sprechen uns individuell unterschiedlich an und lassen sich zu vielen Gelegenheiten einsetzen. Jede kann für sich die Heilkräuter und Harze zum Räuchern finden, die ihr im Alltag gut tun. So haben wir gerade auch in der dunklen Jahreszeit eine Möglichkeit, uns an den Düften zu erfreuen, die der Sommer uns mit seiner Pflanzenvielfalt hinterlassen hat.

Tipps für unterschiedliche Arten zu räuchern:

  • Die einfachste Räucherart ist eine Abaloneschale (Muschel) zu nehmen und etwas getrockneten weissen Indianersalbei darin zu verglimmen. Die Wirkung des Indianersalbei ist sehr reinigend und klärend, abgesehen davon, dass er ganz wunderbar duftet. Sehr schön, um zum Beispiel GästInnen willkommen zu heißen, indem man ihre Aura ausräuchert zu Beginn des Besuches.
  • Eine weitere einfache Art des Räucherns ist der Süßgraszopf. Einfach am Ende des Zopfes anzünden, ausblasen, glimmen lassen. Süßgras zieht die positiven Energien an. Als Tee (kalt ansetzen, ca. 10 min sieden lassen) ist er besonders gut für Frauen, er fördert die weiblichen Kräfte in uns.
  • Mit einem Stövchen ist ebenfalls eine sehr schöne Räucherart. Es handelt sich um ein Tonstövchen mit Edelstahlsieb und einem Teelicht. Auf das Sieb legt man getrocknete Kräuter, Harze oder zum Beispiel den schönen Rosenweihrauch. Achtung: bei Harzen etwas Alufolie drunter legen, sonst verklebt das Sieb. Der Vorteil des Stövchens ist - im Vergleich zur Kohle: es entwickelt weniger Rauch, man hat den ganz reinen unverfälschten Duft der Räucherware, und es geht auch mal schneller als das Hantieren mit der Kohle.
  • Das traditionelle Räuchern findet mit der Räucherkohle statt. Die Kohle muss in einer feuerfesten Schale auf etwas Sand liegen, Kohle anzünden, glimmen lassen bis sie leicht gräulich ist, dann die Räucherware auflegen. Sehr gut, um mit Rauch die Aura oder Räume auszureinigen. Zu den Jahreskreisfesten räuchert man ebenfalls traditionell mit der Holzkohle.

Tipps zur Qualität von Räucherwaren:

  • Karin beim Abfüllen, Foto: © LabdanumLeider ist wie bei vielen heiklen Waren auch bei Räucherwaren Vorsicht geboten. Es ist vieles gefälschte oder gepanschte Räucherwerk im Umlauf, zum Beispiel Storax oder Styrax ist zur Zeit kaum in einer wirklich reinen Qualität zu bekommen. Oder der angepriesene Rosenweihrauch vom Berg Athos ist - schlicht gesagt - eine Katastrophe: versetzt mit synthetischem Rosenöl, was sich auf Holzkohle geräuchert sehr schädlich auswirkt beim Einatmen, und angereichert mit pinkfarbenen Farbstoffen, Geruch nach billigem künstlichen Parfüm. Zu erkennen daran, dass es gleichmäßig ca. erdnussgroße Bröckchen sind, die in Gummi Arabicum gewendet wurden, deswegen weiss aussen. Wirklich echten Rosenweihrauch kann man nur selber herstellen.
  • Hochwertige Qualität bei Räucherwaren hat ihren Preis. So findet man in meinem Shop auch keine Billigschnäppchenware wie zum Beispiel 50 Gramm Weihrauch für 1,50 Euro. Zum Vergleich: 20 Gramm Weihrauch kosten bei mir zwischen 6,50 und 9,50 Euro, je nach Erntemenge. Es ist der zur Zeit beste Weihrauch, der erhältlich ist, mit einem sehr hohen THC - Gehalt. Weihrauch oder auch andere Harze sind dann am besten, wenn es sich um große Brocken handelt. Das bedeutet, dass sie lange am Baum waren und viele heilkräftige Stoffe sich in dem Harz anreichern konnten, bevor geerntet wurde.
  • Die Kräuter, die ich in den Räuchermischungen verwende, sind entweder selbst angebaut oder gesammelt an Kraftorten wie der Schwäbischen Alb. Sie werden alle von Hand hergestellt und gemischt und nur, wenn ich selber in guter Stimmung bin, denn auch meine Energie überträgt sich auf die Räuchermischungen.

Tipps für schöne eigene Mischungen:

  • Für Klarheit, Konzentration, wach im Kopf sein:
    Mischung aus Weihrauch, weissem Copal, weisser Salbei, eventuell etwas Beifuß (kann man auch selber sammeln), zur zusätzlichen Kräftigung noch Galgant- und Kalmuswurzel
  • Entspannung, Beruhigung, innere Balance:
    Opoponax (süsse Myrrhe), Sandelholz (sehr besonders mit Sandelholz ballon dust), Benzoe Siam, Lavendel- und Rosenblüten. Eine sehr warme, balsamische Mischung, die nach einem anstrengenden Tag erdet, "wieder runter bringt" und wunderbar entspannend wirkt.
  • Für guten Schlaf:
    Boldoblätter, Bernstein, Opoponax, Lavendelblüten
  • Zur Vorbereitung auf die Meditation:
    Adlerholz anglimmen, mit Rauch in die einzelnen Chakren gehen vor Meditation, löst tiefsitzende Blockaden.
  • Während der Meditation:
    Dammar (verbindet mit den feinstofflichen Kräften), Mastix, Weihrauch, eventuell klitzekleine Menge Drachenblut (Achtung: wirkt heftig, geht sehr in die Tiefe)

DIE AUTORIN:

Christine Fuchs
geb. 1963, selbständige Beraterin und Trainerin im Bereich Organisations- und Persönlichkeitsentwicklung. Ausbildungen in Heilpflanzen- und Räucherkunde. Intensive Beschäftigung mit der Wirkung von Düften auf Körper, Geist und Seele. Der sorgfältige Umgang mit den Schätzen der Natur liegt ihr besonders am Herzen. Sehr gute Kenntnisse über die Qualität von Räucherwaren. Gibt Räucherkurse und Seminare zur Herstellung von Salben in Deutschland und der Schweiz. Führt Rituale in Unternehmen zur Verarbeitung von Veränderungsprozessen und für Privatpersonen durch. Lebt in der Nähe von Stuttgart in einem großen Garten mit vielen Naturwesen und wunderbaren Heilpflanzen und verkauft hochwertige Räucherwaren über ihren Online-Shop www.labdanum.de



Christine Fuchs
Im Waesemle 7 · D-71106 Magstadt
Tel: +49 (0)7159 45101 · Fax: +49 (0)7159 457641
info@labdanum.de · www.labdanum.de


Fotos: © Labdanum



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