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IST HANDEL TREIBEN WEIBLICH?© Anja Waldmann / Petra Sood (08.12.07)
Aus der Praxis zweier Kauffrauen
Da Frauen und Männer sich ja in vielen Bereichen unterscheiden, drängt sich die Frage auf, ob wir anders Handel treiben als Männer? Die Naturwaren Händlerinnen Anja Waldmann und Petra Sood gingen der Frage nach.
egriffe wie Kauffrau oder Geschäftsfrau sind in unserem Sprachgebrauch vergleichsweise neu. Da Frauen und Männer sich ja in vielen Bereichen deutlich unterscheiden, drängt sich die Frage auf, ob Frauen anders Handel treiben als Männer und ob das Handeln an sich denn überhaupt dem Wesen der Frau entspricht? Schaut frau einmal zurück, so lässt sich feststellen, dass Frauen schon immer Handel getrieben haben. Bevor das Tauschmittel Geld Einzug in die Gesellschaft erhielt, haben alle Menschen Tausch-Handel betrieben. Damals hat natürlich jede und jeder das zum Tausch angeboten, was sie oder er von Haus aus hatte, zum Beispiel Obst vom eigenen Baum oder eine Ware, die Frau oder Mann besonders gut herzustellen wusste.
Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Handel liegt bestimmt in der Auswahl der Produkte. Männer handeln gewinnorientierter. Sie tendieren dazu, sich eine Branche auszusuchen, in der sich größtmögliche Gewinne erzielen lassen. Der Grad ihrer beruflichen Zufriedenheit steht in direkter Korrelation zu ihrer Geschäftsbilanz. Oftmals haben sie sich ihren Beruf auch gar nicht selber ausgesucht, sondern übernehmen den Familienbetrieb, wenn dieser denn auch erfolgreich ist. Ist das Geschäft erfolgreich, so ist es auch der Mann. Mit welchem Produkt dieser Erfolg erzielt wird, ist nicht selten zweitrangig.
Frauen gehen häufig ganz anders an das gewerbliche Handeln heran. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau sind ja inzwischen hinlänglich erforscht worden und da wundert es nicht, wenn sich diese Unterschiede auch im geschäftlichen Bereich manifestieren. Fest steht, wir Frauen haben ein größeres Mitteilungs- und auch Teilungsbedürfnis. Sicherlich ist das auch historisch bedingt, denn Frauen, zum Beispiel in Großfamilien oder auch in Naturvölkern, regelten die Versorgung und das Zusammenspiel von großen Gruppen. Der Austausch von Waren und Leistungen fiel also in ihren Arbeitsbereich und gab zudem reichlich Gelegenheit zum verbalen Austausch. Die Frau von heute, die sich zum Handel treiben entschließt, macht so gesehen gar nichts Neues oder gar für eine Frau untypisches. Untypisch aus der männlichen Sicht, sind allenfalls die Waren, mit der Frau zu handeln beliebt. Hat Frau etwas erfunden, entdeckt oder erprobt, was ihr zusagt, so möchte sie es auch anderen zukommen lassen. Es ist ihr ein Bedürfnis, das Produkt und die Erfahrung mit demselben mit anderen Menschen zu teilen. So wird die Auswahl des zu vertreibenden Produktes nicht von dem zu erzielenden Gewinn bestimmt, sondern vielmehr von persönlichen Vorlieben und Überzeugungen. Was wir Frauen für gut befunden haben, das wollen wir anderen empfehlen und unsere positiven Erfahrungen teilen. Das trifft natürlich durchaus auch auf Männer zu, die das Glück haben, ihrer Berufung zu folgen. Ferner schließt eine persönlich geprägte Auswahl der Produkte ja nicht zwangsläufig finanziellen Erfolg aus.
Das Internet hat vielen Frauen die Möglichkeit beschert, Beruf und Familie zu verbinden. Unabhängig von Geschäftszeiten, hat frau nun Gelegenheit Handel zu treiben, und durch Portale wie eBay sind dem Handel praktisch keine Grenzen mehr gesetzt. Persönlich kenne ich eine große Anzahl Fachhändlerinnen, die zum Teil auch selber produzieren oder produzieren lassen, nämlich die, bei denen ich die Waren für meinen Fachhandel El Osito Feliz beziehe. Wir alle haben Kinder und viele haben noch ein zweites Standbein, geben Kurse, machen Buchhaltung oder haben einen Bauernhof zu versorgen.
Wir alle vertreiben Waren, die wir selber benutzen und uneingeschränkt empfehlen können. Der tatsächliche finanzielle Gewinn steht dabei nicht im Vordergrund.
Kürzlich hatte ich ein Gespräch mit einem Hersteller von Inkontinenz-Produkten, dem ich von den wunderbaren, waschbaren Kulmine Binden erzählte. Da die Baumwollbinden eine Lebensdauer von mindestens 10 Jahren haben, ist mit ihnen kein großes Geschäft zu machen. Es ist schwer, den Gesichtausdruck des Mannes hier zu beschreiben. Nur soviel, frau sah ihm sehr deutlich an, dass er so ein Produkt nie und nimmer vermarkten würde. Nichtsdestotrotz gibt es diese Binden nun schon seit 1993 und das fast ohne Werbung, denn die vielen zufriedenen Kundinnen empfehlen Kulmine weiter. Außer in Zeiten, in denen uns Fachhandelsfrauen mal der finanzielle Schuh drückt, machen uns nicht hohe Umsatzzahlen glücklich, sondern eine große Anzahl zufriedener Kundinnen und Kunden und unsere eigene Zufriedenheit im alltäglichen Leben. Daher wird Mann meine lieben Kolleginnen und mich vielleicht als nicht besonders geschäftstüchtig bezeichnen. Tatsächlich hat auch keine von uns in den letzten 10 Jahren expandiert, aber es hat auch keine Pleite gemacht und vor allem hat keine einen Herzinfarkt oder ein Magengeschwür bekommen.
Wünschenswert wäre viel mehr "weibliches" Handeln. Da unsere Erde nicht wächst, muss ihr das so viel gelobte Wirtschaftswachstum zwangsläufig den Garaus machen. Um im Einklang mit der Natur zu leben, muss jegliches Geschehen in Kreisläufen stattfinden. Was wir brauchen ist nicht Wirtschaftswachstum sondern ein Wirtschaftskreislauf. Je natürlicher unsere Wirtschaftswaren sind, desto einfacher gestaltet sich das Recyceln und das Leben im Einklang mit der Natur.
(Anja Waldmann, www.elositofeliz.com)
Kulmine.de als Gemischtwarenladen
Kürzlich las ich, dass immer mehr Menschen sich wieder kleine persönliche Läden wünschen. Mir ging es mein Leben lang so. Eine Freundin sagte, Kulmine.de habe zukünftig etwas von einem Gemischtwarenladen. Nun - mein Leben ist auch ziemlich gemischt. Und immer ist das, was ich tu, ein Ausdruck dessen, was mir wichtig ist.
Mein Name ist Petra Sood und ich bin Bewegungs- und Gesundheitstherapeutin, spezialisiert auf Frauengesundheit, und auch leidenschaftlich interessiert an natürlichem Menschsein und Meditation. Aus diesen Gründen stelle ich seit 15 Jahren waschbare Slipeinlagen und Binden aus Baumwolle und Seide her. Diese kann frau im Kulmine.de-Shop bestellen. Des Weiteren biete ich verschiedene Seminare an. In Planung ist es, die hausgemachten Nudeln einer befreundeten Biolandbäuerin, die ich sowieso schon privat durch ganz Deutschland zu Freundinnen schicke, in das Sortiment aufzunehmen und noch wundervolle Edelsteine und Inkontinenzeinlagen für Männer. Ungewöhnliches Gemisch! Was hat das alles miteinander zu tun?
Nun, die Gemeinsamkeit all dieser Produkte und Angebote liegt in der Lebendigkeit - in dem Ja zum Leben.
- Dem Ja zu dem Auf und Ab der Zyklen, zu dem nicht Kontrollierbaren.
- Seminare die Lebendigkeit, Freiheit und Würde bestätigen.
- Nudeln aus biologischem Getreide, mit Liebe und zu fairen Löhnen hergestellt.
- Steine, die das Wunder des Lebens direkt sehen und spüren lassen.
- Der Inkontinenz durch Information und Körperarbeit vorbeugen und wenn sie schon besteht so alltagstauglich wie möglich erleben lassen
Ich schätze die Vorteile des Internets und der modernen Medien und liebe die direkte und persönliche Kommunikation mit meinen KundInnen. Dank diesem kreativen und inspirierenden Austausch wurde Kulmine.de zu einem modernen Gemischtwarenladen.
(Petra Sood, www.kulmine.de)
Kulmine bietet vom 1. - 20. Dezember 2007 10 % Rabatt auf alle Slipeinlagen und Binden www.kulmine.de
WEITERFÜHRENDES:
Natürliche Hygieneartikel - Wie? Was? Warum? von Anja Waldmann
Fotos: © Kulmine
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