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VERLEIHUNG DES 12. FEMINA-FILM-PREISES AUF DER BERLINALE© Dagmar Trüpschuch (07.02.08)
... durch den Verband der Filmarbeiterinnen e.V.
Seit 12 Jahren wird der Femina-Film-Preis verliehen. In diesem Jahr wird der Preis zum vierten Mal auf der Berlinale überreicht. 20 Frauen aus der Filmtechnik sind für den mit 3.000 Euro dotierten Preis nominiert.
eider weniger Filme als sonst”, sagt Silvana Abbrescia-Rath, Vorsitzende des Verbandes der Filmarbeiterinnen und seit 12 Jahren Organisatorin des Preises, als sie die Nominierungen für den 12. Femina-Film-Preis bekannt gab. Für den mit 3.000 Euro dotierten Preis wurden 20 Filmfrauen nominiert, die in neun deutschsprachigen Spielfilmen aus den Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum und Perspektive für Ausstattung, Kamera, Kostüm und Schnitt verantwortlich waren. Im Vergleich dazu gingen im letzten Jahr 30 Frauen, die an 14 deutschsprachigen Produktionen mitgearbeitet hatten, ins Rennen um den Filmpreis. Wie schon in den letzten beiden Jahren konnte keine Frau für die musikalische Ausstattung eines Films nominiert werden. Die Filmmusik wurde auch bei den diesjährigen deutschsprachigen Produktionen nicht von Frauen geschrieben.
Der Femina-Film-Preis ist der einzige Preis im deutschen Filmbereich, der nicht von einem Ministerium, einer Institution oder einer Industrie bezahlt wird. Die Dotierung des Preises und die Organisationskosten werden allein durch den Verband der Filmarbeiterinnen getragen. Der Verband wurde im Herbst 1979 in Berlin als überregionale Institution, die die Interessen Film schaffender Frauen vertritt, gegründet.
Zur Jury, die die Preisträgerin ermitteln wird, gehören Adriana Altaras (Schauspielerin, Regisseurin) Bettina Böhler (Filmeditorin, Preisträgerin des Femina-Film-Preises 2007) und Ann-Kristin Reyels (Regisseurin). Ziel des Femina-Film-Preises ist es, die Bedeutung der künstlerischen Arbeit der mitwirkenden Frauen für das Gesamtresultat eines Filmes hervorzuheben. Zur Bedeutung des Femina-Film-Preises sagt Jurymitglied Adriana Altaras: “Prozentual gesehen sind immer noch zu wenig Frauen in künstlerisch-technischen Berufen beschäftigt. Ich finde den Preis wichtig, um auf die Arbeit dieser Frauen aufmerksam zu machen.”
Nominiert für den 12. Femina-Film-Preis sind:
Ausstattung
- Stephanie Brenner, NACHT VOR AUGEN von Brigitte Bertele (D) - Forum
- Maria Gruber, REVANCHE von Götz Spielmann (A) - Panorama
- Susanna Cardelli, HELDEN AUS DER NACHBARSCHAFT von Jovan Arsenic (D) - Perspektive
Produktdesign
- Vittoria Sogno, FEUERHERZ von Luigi Falorni (A/D) - Wettbewerb
- Bele Schneider, KIRSCHBLÜTEN von Doris Dörrie (D) - Wettbewerb
Szenenbild
- Iris Teschner, CHIKO von Özgur Yildirim (D) - Panorama
Kamera
- Judith Kaufmann, FEUERHERZ von Luigi Falorni (A/D) - Wettbewerb
Kostüm
- Monika Gebauer, NACHT VOR AUGEN von Brigitte Bertele (D) - Forum
- Lore Tesch, CHIKO von Özgur Yildirim (D) - Panorama
- Monika Buttinger, REVANCHE von Götz Spielmann (A) - Panorama
- Kristina Bille, Renate Janewski, DIE DINGE ZWISCHEN UNS von Iris Janssen (D) - Perspektive
- Ulrike Scharfschwerdt, DIE BESUCHERIN von Lola Randt (D) - Perspektive
- Isabelle Baumgartner, TEENAGE ANGST von Thomas Stuber (D) - Perspektive
- Sabine Greunig, KIRSCHBLÜTEN von Doris Dörrie (D) - Wettbewerb
Schnitt
- Karina Ressler, REVANCHE von Götz Spielmann (A) - Panorama
- Natali Barrey, DIE BESUCHERIN von Lola Randt (D) - Perspektive
- Nicola Undritz, DIE DINGE ZWISCHEN UNS von Iris Janssen (D) - Perspektive
- Anja Pohl, FEUERHERZ von Luigi Falorni (A/D) - Wettbewerb
- Inez Regnier, KIRSCHBLÜTEN von Doris Dörrie (D) - Wettbewerb
Ein knappes Drittel aller Berlinale-Filme ist von einer Regisseurin
Berlin, 11.02.2008
Seit Anfang der 80er-Jahre errechnet der Verband der Filmarbeiterinnen den Anteil an den von Frauen gemachten Filmen auf der Berlinale und stellt die Statistik mit der provokanten Frage vor: “Haben Sie heute schon einen Film von einer Frau gesehen?”.
Am ersten Berlinale-Wochenende wurde die neue Statistik veröffentlicht und auf rund 600 Flyern unter den FachbesucherInnen verteilt. Im Widerspruch zur Meinung einiger Magazine und Zeitungen, die die Berlinale zum Festival der Frauen erhoben haben, zeigt die Statistik andere Zahlen. 29,6 Prozent aller Filme auf der Berlinale wurden von Frauen gemacht. Zwei Filme von Regisseurinnen sind im Wettbewerb vertreten, in dem 21 Filme um die Bären ins Rennen gehen. “Viele Regisseurinnen sind in den Genres Dokumentar- und Kurzfilm vertreten, die normalerweise nicht so teuer zu produzieren sind. Gößere Beträge werden anscheinend noch immer lieber Männern anvertraut”, sagt Silvana Abbrescia-Rath, Vorsitzende des Verbandes der Filmarbeiterinnen.
Der Verband der Filmarbeiterinnen, der im Herbst 1979 in Berlin gegründet wurde, erweiterte seinerzeit die “Hamburger Erklärung der deutschen Filmemacher”, um die Forderungen, dass 50% aller Mittel für Filme von Frauen zu Verfügungen gestellt würden, 50% aller Arbeits-, Ausbildungs- und Gremienplätze für Frauen seien und die Förderung von Verleih und Abspielstätten für Filme von Frauen gewährleistet werde.
Die Statistik wird von der Kamerafrau Sophie Maintigneux erstellt, Vorstandsmitglied des Verbandes der Filmarbeiterinnen.
Verband der Filmarbeiterinnen e.V. www.verbandderfilmarbeiterinnen.de
Foto: aus Kirschblüten von Doris Dörrie © Internationale Filmfestspiele Berlin
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