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DIE WERKSTATT ALS ZENTRALES HANDLUNGSFELD© Handwerkerinnenhaus Köln e.V. (12.02.08)
Das Handwerkerinnenhaus Köln e.V.
Die voll ausgestatteten Werkstätten im Handwerkerinnenhaus in Köln-Nippes erlauben professionelles Arbeiten. Die Kursleiterinnen sind pädagogisch und handwerklich qualifiziert und verkörpern ein “neues Frauenbild”.

“Mädchenprojekt Zukunft”
Projekt für schulmüde Mädchen und Schulverweigerinnen
“Null Bock” ist selten der Grund für Schulverweigerung. Vielmehr sind Schulschwierigkeiten als Symptome für andere Probleme, wie familiäre und persönliche Krisen, Versagensängste oder soziale Benachteiligungen zu begreifen.
Projektteil “Pfiffigunde” Prävention von Schulverweigerung im Rahmen werkpädagogischer Kursangebote für Mädchen ab der 5. Klasse.
Schulverweigerung “passiert” nicht von heute auf morgen, sondern steht am Ende einer Entwicklung, in die es möglichst früh einzugreifen gilt. Erste Anzeichen von Schulmüdigkeit können unter anderem aktives Stören des Unterrichts, aber auch geistige Abwesenheit und Verschlossenheit sein. Ebenso können plötzlicher Leistungsabfall oder auch Aggression gegen sich selbst und/oder andere Indikatoren für eine beginnende Abkehr von der Schule sein. Mit dem werkpädagogischen Konzept geht “Pfiffigunde” neue Wege, um Schulmüdigkeit frühzeitig entgegenzuwirken. Potentielle Schulverweigerinnen sollen durch praktische Erfolgserlebnisse bestärkt und ermutigt werden, die Schule erfolgreich zu beenden. Die praktische Arbeit in der Werkstatt unter Anleitung einer Tischlerin stärkt das Selbstwertgefühl und fördert Konzentration, Ausdauer und soziale Kompetenzen, macht aber auch den oft als lebensfremd erlebten Lernstoff wie Rechnen, Geometrie und Physik praktisch erfahrbar. So weckt das handwerkliche Arbeiten wieder Lust am Lernen. Unverzichtbar ist die enge Zusammenarbeit mit den Schulen. Die Auswahl der Mädchen wird mit Lehrkräften und SozialpädagogInnen abgestimmt und die Entwicklung der Mädchen im Kursverlauf in regelmäßigen Gesprächen reflektiert.
Projektteil “Kneifzange” Außerschulischer Lernort für Schulverweigerinnen mit werkpädagogischem Angebot in der Holzwerkstatt
Die Kneifzange bietet Plätze für 8 Mädchen aus dem 9. und 10.Schulbesuchsjahr, die über einen längeren Zeitraum die Regelschule verweigert haben. Die Mädchen werden im Team von Schreinerin, Sozialpädagogin und Sonderschullehrerin der Schule für Erziehungshilfe intensiv und individuell gefördert. Der tägliche Stundenplan von 8.15 - 14.00 aus Unterricht, Werkstatt und sozialpädagogischer Begleitung hat zum einen die Zielsetzung, dass die Teilnehmerinnen sich wieder auf einen regelmäßigen Alltag mit verbindlichen Beziehungen und Regeln einlassen sowie Lernmotivation neu aufbauen und Lernstoff nachholen. Zum anderen werden die Mädchen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung positiv unterstützt und eine schulische beziehungsweise berufliche Perspektive erarbeitet.
Werkstatt- und Schulunterricht finden in Räumlichkeiten des Handwerkerinnenhauses sowohl in Kleingruppen als auch in der Gesamtgruppe statt. Durch überschaubare Lernziele, individuell auf den Leistungsstand der Schülerin ausgerichtet, werden wieder Erfolge und Lernlust erlebt.
ausgewertet und ausgewählt durch das Deutsche Jugendinstitut (DJI) als eines von 40 Beispielen “guter Praxis” im Bereich von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung bundesweit. siehe auch die Veröffentlichung: “Praxisprojekte im Handlungsfeld von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung”, hrsg. 2004, DJI und den Veröffentlichungen in der Fachpresse (“Betrifft Mädchen”, Inform, “Neues zu Ausbildung in Schule und Beruf”)
“Holly Wood”
Der Schwerpunkt von Holly Wood liegt in der praktischen und informativen Berufsorientierung im Übergang von der Schule in den Beruf.
Praxisbezogene Berufsorientierung für Schülerinnen ab der 5. Klasse
Schnupperkurse und Projekttage führt das Handwerkerinnenhaus in Kooperation mit Schulen durch. Unter Anleitung einer Handwerkerin bauen die Mädchen in Gruppen von maximal 8 Schülerinnen für sich ein kleines Gebrauchsmöbelstück, zum Beispiel ein CD-Regal, einen gelöteten Tiffany-Spiegel oder eine Lampe mit Elektroinstallation. Wir arbeiten mit Mädchen ab der 5. Klasse, um frühzeitig und noch vor der Pubertät handwerklich-technische Erfahrung zu vermitteln. Mit Kölner Förderschulen “Lernen” besteht bereits seit Jahren eine enge Zusammenarbeit. Für Schülerinnen dieser Schulform zeigt sich, dass sich ein kontinuierlicher Kursbesuch, einmal wöchentlich über ein Schulhalbjahr, auf die Entwicklung der Mädchen ausgesprochen positiv auswirkt. Neben dem Erwerb handwerklicher Fähigkeiten werden Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit, Teamfähigkeit und selbständiges Arbeiten geübt, die Mädchen gewinnen an Selbstvertrauen.
Gezielte Nachwuchsförderung für interessierte Mädchen
In schulübergreifende Fortgeschrittenenkurse bieten wir interessierten Mädchen die Gelegenheit, handwerkliche Grundkenntnisse zu erwerben und zu vertiefen. Arbeitsinhalte der Halbjahreskurse sind das Erlernen eines sicheren Umgangs mit Maschinen und Werkzeugen, Grundlagen der Be- und Verarbeitung von Materialien wie Holz, Glas, Metall, Fliesen sowie einfache Elektroarbeiten. Zusätzlich werden theoretische Grundkenntnisse vermittelt. Die erfolgreiche Teilnahme und die Arbeitsinhalte werden zertifiziert.
ausgezeichnet mit dem 3. Platz des Initiativenpreises 2003 des PJW
Beratung und Unterstützung bei der Berufswahl
Zum Kennenlernen handwerklicher und technischer Berufe und zur Erweiterung des Berufswahlspektrums bieten wir Berufsinformationsveranstaltungen für Schülerinnen an. Eine Fachfrau und/oder eine Auszubildende aus dem vorzustellenden Gewerk (z.B. Tischlerin, Malerin/Lackiererin, Industriemechanikerin) und eine Pädagogin führen die zweistündige praxisnahe, methodisch vielseitige Veranstaltung mit 12 - 20 Mädchen durch. Sie informieren über Ausbildungsanforderungen und -inhalte sowie über ihre Erfahrungen aus dem Betriebsalltag. Die Anfragen der Schülerinnen und MultiplikatorInnen zeigen ein großes Interesse an Praktika und Ausbildungsmöglichkeiten sowie an Betrieben, die Mädchen und Frauen gegenüber aufgeschlossen sind. In Beratungsgesprächen bieten wir für interessierte Mädchen Unterstützung bei der Berufswahl im Handwerk und bei der Suche nach Praktikums- und Lehrstellen. Beim Aufbau und der Erweiterung des Pools arbeiten wir mit unterschiedlichen Handwerksbetrieben und Innungen zusammen.
Fortbildung für Multiplikatorinnen und Angebote für Eltern
Lehrerinnen, Schulsozialarbeiterinnen, Berufswahlkoordinatorinnen sowie Eltern haben einen großen Einfluss auf den Berufsfindungsprozess der Mädchen. Die Veranstaltungen für Multiplikatorinnen beinhalten gezielt theoretische und praktische Anteile um Berufe erfahrbar zu vermitteln. In den Fortbildungen thematisieren wir auch mögliche Bedenken und Vorurteile gegenüber Mädchen und Frauen in handwerklich - technischen Berufen. Für Eltern bieten wir “Elternabende”, “Offene Werkstatt-Tage” und handwerkliche Kurse für Töchter und Mütter an.
Evaluation zur Berufswahl von Mädchen
Im Rahmen der Untersuchung wollen wir herausfinden, wie sich unsere Praxis- und Informationsangebote im HWH auf die Berufswahl und Persönlichkeitsentwicklung der Mädchen auswirken. Die Erfahrungen und Rückmeldungen der Mädchen werden in Zusammenarbeit mit einer Hochschule ausgewertet und wissenschaftlich begleitet. Anschließend werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt, um damit erfolgreiche Inhalte auf andere Schulen und Projekte zu übertragen.
Frei buchbare Kurse
Alle Kurse und Workshops die Holly Wood anbietet, können gebucht werden. Die Bandbreite reicht vom Workshop auf einer Ausbildungsbörse oder Messe bis zum Geburtstagskurs. In den Ferien bietet das Handwerkerinnenhaus ein vielseitiges Ferienkursprogramm für Mädchen an: beim Bau beispielsweise eines Mosaikzimmerbrunnens lernen die Mädchen spielerisch technische Zusammenhänge kennen und entwickeln handwerkliche Fertigkeiten.
Frauenkursprogramm
Handwerklich - kreatives Kursangebot für Frauen. Hier können sich Frauen in den unterschiedlichen Handwerksbereichen ausprobieren und neue Fertigkeiten entwickeln. Die Kurse finden an den Wochenenden oder abends in unseren Werkstätten statt. Angeboten werden u.a. Kurse wie “Möbelbau”, “Reparaturen im Haushalt”, “Schrott-Schweißen”, “Steinbildhauerei”, aber auch “Weidenkorbflechten”, “Linolschnitt” sowie EDV-Kurse. Angeleitet werden die Kurse von Fachfrauen der verschiedenen Gewerke.
Das Handwerkerinnenhaus ist ein gemeinnütziger Verein und ist immer auf öffentliche Mittel und SponsorInnen oder SpenderInnen angewiesen. Wenn Ihnen unser Ansatz gefällt und Sie möchten, dass wir die nächsten Jahre unsere Arbeit weiterführen - Unterstützen Sie uns! Besten Dank.
Handwerkerinnenhaus Köln e.V. Kempener Straße 135 · 50733 Köln · Tel.: 0221-7390555 · Fax: 0221-9228665 · mail@handwerkerinnenhaus.org · www.handwerkerinnenhaus.org
ZUM NACHLESEN: Mehr Mädchen und Frauen ins Handwerk! von Handwerkerinnenhaus Köln e.V.
Fotos: © Handwerkerinnenhaus Köln e.V.
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