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BAUEN MIT FRAUEN© frauen bauen (20.02.08)
Das österreichische Frauennetzwerk “frauen bauen”
Frauen sind in technischen Berufen, speziell aber in der Baubranche noch immer extrem unterrepräsentiert. Der Verein frauen bauen unter der Leitung von DI Regina Lettner will das ändern.
rauen sind in technischen Berufen, speziell aber in der Baubranche noch immer extrem unterrepräsentiert. Der Frauenanteil in der Fachgruppe Baugewerbe beträgt laut Elisabeth Zehetner von Frau in der Wirtschaft magere fünf Prozent. Den Bau-Frauen mangelt es an Netzwerken, die einen Austausch ermöglichen. Österreichs Top-Netzwerk-Expertin, die renommierte Karriere-Journalistin Johanna Zugmann betont, dass Netzwerke heute mehr denn je wichtiger Teil der Karriereplanung seien. Ein funktionierendes Netzwerk, so Zugmann, biete mehr Möglichkeiten und Chancen. Es ermögliche den Austausch von Informationen und Erfahrungen, die eigenen Fähigkeiten würden durch die der anderen ergänzt, man könne projektbezogene Arbeitsgemeinschaften bilden.
“Genau hier mussten wir ansetzen”, sagt Regina Lettner, Obfrau des Vereins frauen bauen. Die Gründung des Vereins war eine logische Entwicklung. Die so entstandene eigene Homepage www.frauenbauen.at bietet zum einen Frauen aus der Branche eine Plattform, sich selbst zu präsentieren zum anderen lädt sie Menschen dazu ein, vermehrt Bau-Frauen für ihre Projekte einzusetzen. Aber auch interne Vernetzung ist notwendig - Architektin erfährt von Schlosserin, Bauherrin von Baumeisterin - und auch dafür bietet die Homepage eine geeignete Grundlage. “Wenn man/frau ans Bauen denkt, sollte dieser Gedanke automatisch mit “frauen bauen” verbunden werden, wünscht sich Regina Lettner”. Auf der Website befindet sich ein Pool an Unternehmerinnen aus allen Bereichen der Baubranche. Von Architektinnen über Bauingenieurinnen bis hin zu Dachdeckerinnen, Glaser- oder Sprengmeisterinnen wie auch Rechts- und Steuerexpertinnen - “bei uns finden Sie die Expertin, die Sie brauchen, sprich die Konsumentin kann sich ihre Expertin selbst aussuchen”.
Lange Zeit galt das Bauwesen als eine der letzten Männerdomänen. Erst 1919 hat als erste Architektin Margarethe Schütte-Lihotsky ihr Studium abgeschlossen. Die Architektin DI Regina Lettner ist überzeugt, dass jeder Mensch plant, was ihm/ihr persönlich wichtig erscheint: “Unsere Städte und unsere Wohnungen sind das Ergebnis männlicher Planung. Männer lieben nun einmal Autos, und das ist an unseren Straßen und Siedlungen eindeutig abzulesen”. Und so präsentiert sich manche Stadt mit hoch aufragenden Wohnburgen, eingegrenzt von mehrspurigen Asphaltbändern, spärlich umgeben von wenigen Quadratmetern Wiese und ein paar hungrig nach Erde und Freiheit suchenden Bäumen.
“Mehr Frauen im Planungs- und Baubereich und unsere Städte würden anders aussehen.”
In Österreich gibt es keine einzige selbstständig arbeitende Verkehrsplanerin. 247 Architektinnen stehen 2104 männlichen Kollegen gegenüber. Im Baugewerbe finden sich fünf Prozent Frauen. Und wer kennt schon eine Installateurin oder eine Elektrikerin?
Ein qualitativer und philosophischer Wandel tut Not. “Würden die Kinder in ihrer Schulzeit schon architektonische Bildung erhalten”, ist Regina Lettner überzeugt, “dann könnten sie ein Gefühl dafür entwickeln, was Raum bedeutet, wüssten, welche Auswirkungen es hat, dreißig Jahre in einem Gebäude zu leben. Das kann uns krank machen und das kann uns gesund machen. Wenn wir bewusst auf unser Lebensumfeld achten, wird sich die Nachfrage verändern und damit auch das Angebot an lebensnahen Wohnungen”. Ob Planerin oder Bewohnerin - Frauen legen Wert auf großzügige, abwechslungsreich gestaltete Grünflächen, wo es sich gut zusammensitzen und reden lässt. Ebenso wichtig ist eine gute Verkehrsanbindung. Schon bei der Planung gilt es zu beachten, ob öffentliche Verkehrsmittel und Radwege in erreichbarer Nähe sind. “Schauen Sie einfach drauf, dass es sich schön wohnen lässt”, rät Regina Lettner und “bauen Sie mit Frauen!” Ziel ist natürlich nicht eine Geschlechtertrennung am Bau, sondern die Männerdomäne eine gemeinsame werden zu lassen. Frau und Mann gemeinsam werden die besten Lösungen finden. Aus diesem Grund ist frauen bauen auch heuer wieder auf der “Bauen und Energie” - Messe von 21. bis 24. Februar 2008 in Wien vertreten.
Die Verwirklichung eines Projekts, ausgeführt von Unternehmerinnen aus den Bereichen Recht, Finanzierung, Planung und Ausführung, ist in greifbare Nähe gerückt. Ziel des Vereins ist es unter anderem, so viel wie möglich Bau-Fachfrauen aus allen Branchen für ihr Netzwerk zu gewinnen. Frei nach Luciano De Crescenco: “Wir sind alle Engel mit einem Flügel und müssen uns umarmen, wenn wir fliegen wollen”.
 frauen bauen A-1020 Wien, Ausstellungsstrasse 31/21 Tel/Fax: +43 (0)1 9247867 Mobil: +43 (0)699 1724 78 67 office@frauenbauen.at www.frauenbauen.at
Foto: © frauen bauen
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