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MAGAZIN

DIE 68ERINNEN

© Leni Kastl (11.01.09)


Geschichte

Porträts einer rebellischen Frauengeneration

Unter diversen Gedenkjahren wurde 2008 auch der 1968er-Ereignisse gedacht: Nachbereitend wurde analysiert und gefeiert und wieder waren vor allem Männer am Wort. Dabei hätten hier gerade auch Frauen viel zu sagen. Da hilft ein neues Buch.



Ute Kätzel: Die 68erinnen

m Ulrike Helmer Verlag wieder aufgelegt (erstmals erschienen 2002 bei Rowohlt) soll das vorliegende Buch das öffentliche Bild über 1968 ergänzen und korrigieren, denn auch bei diesem Thema stehen männliche Erzähler und zu Repräsentanten Gemachte im Vordergrund oder gar allein im Blickfeld. Hier möchte die Autorin auf die verschiedenen Aktivistinnen und ihre oft initiative Rolle hinweisen. Und da ja auch bekannt ist, dass die neue Frauenbewegung auch im Wurf einer Tomate wurzelt, ist auch das Grund genug mal zu sehen, was damals wirklich geschah.

14 Aktivistinnen erzählen, wie sie 1968 erlebt haben, vor welchem Hintergrund sie sich zum Handeln entschlossen und in welche Aktivitäten sie involviert waren: Demonstrieren waren sie alle. Meist Studentinnen, waren sie in linken Gruppen und in der Unipolitik engagiert, einige lebten in Kommunen und gründeten Kinderläden - und schließlich den Weiberrat und andere Frauengruppen. Sehr interessant ist es, wie verschiedene Sichtweisen nebeneinander stehen, sich hier aber doch mehr ergänzen als widersprechen, wie in der Frage, wie sie sich durch die “sexuelle Befreiung” tatsächlich befreit fühlten. Auch in der Frauenfrage allgemein hatten sie unterschiedliche Standpunkte, war auch die Identifizierung mit Frauen verschieden - so ist es ja auch heute. Schließlich sehen alle einen enormen Zugewinn an Handlungsmöglichkeiten im Vergleich zur Generation ihrer Mütter. Die einzelnen Frauen resümieren auch, wie ihr Lebensweg weiter verlaufen ist und wie sich die Ereignisse Ende der 60er Jahre auf ihr weiteres Leben ausgewirkt hat.

Das Buch ist auch interessant als Einführungslektüre, um mal einen Überblick zu bekommen, was 1968 (in Berlin) überhaupt los war und warum. Sehr gut beschrieben finde ich das gesellschaftliche Klima der 1960er Jahre und ich lernte einiges dazu über verschiedene politische und Gegenkulturbewegungen (wie zum Beispiel die Psychologisierung des Alltags), die hier ihren Ausgang nahmen und zum Beispiel dann die neue Frauenbewegung wurden.

DIE AUTORIN:

Ute Kätzel
geboren 1955, ist Historikerin und Soziologin. Sie war dreizehn Jahre lang Journalistin und Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk. Heute lebt und arbeitet sie als freiberufliche Journalistin und Autorin in Berlin. “Die 68erinnen” entstand auf der Grundlage einer mehrjährigen Forschungsarbeit.

Ute Kätzel: Die 68erinnen
Ute Kätzel
Die 68erinnen

Porträt einer rebellischen Frauengeneration

Ulrike Helmer Verlag, 2008
318 Seiten, broschiert
€D 24,90 / €A 25,60 / sFr 44,90
ISBN: 978-3-89741-274-3

Buch bestellen (bei Berta - Bücher und Produkte, Graz)



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