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MAGAZIN

Les Reines Prochaines

© Ruth Devime (02.03.09)


Musik

Derzeit auf Tour

“Vol d'art - der Kunstraub” heißt das aktuelle Konzertprogramm der Reines Prochaines mit dem sie derzeit durch Österreich, Deutschland und die Schweiz touren. Nächstes Wochenende treten sie in Wien auf.



Les Reines Prochaines, Foto: © Tobias Madörin

ie nächsten Königinnen” (frei übersetzt) begeisterten mich schon Ende der Achtziger Jahre. Die schräge Musik, ihre poetischen, feministisch-politischen Textcollagen, die schrillen Kostüme, der unglaubliche Witz, der ach so unterschiedlichen Komödiantinnen ist jetzt endlich wieder einmal in Wien zu sehen und zu hören: zu meiner großen Freude weilen sie am 6. und 7. April 2009 im KosmosTheater in der Siebensterngasse.

Gegründet wurde die Schweizer Frauenband bereits 1987 und die Bandmitfrauen Teresa Alonso, Regina Florida Schmid und Muda Mathis waren die ersten, ein Jahr später kamen Fränzi Madörin und Pipilotti Rist dazu und später die weiteren Bandmitfrauen Gabi Streiff, Sus Zwick, Sibylle Hauert, Michèle Fuchs und Barbara Naegelin. Les Reines Prochaines waren mal mehr und mal wenige. Jede Aufführung war ein Feuerwerk von Witz und Esprit. Jede der Musikerin inszenierte ihren eigenen Teil ihrer Show. Die Instrumente wurden getauscht und vertauscht, es wurde getönt und getanzt.

Ich bin mir sicher, dass Les Reines Prochaines dies auch jetzt noch vermag und ich bin gespannt wie sie die Multimedien einsetzen werden. Provokant? Vermessen? Phantastisch? Aufregend wird es jedenfalls und feminitisch sowieso! (Ruth Devime)

Das aktuelle Programm

Vol d'art - der Kunstraub
Mit: Michèle Fuchs, Fränzi Madörin, Muda Mathis, Sus Zwick

Wenn die Kunst fliegt, die Kunst geraubt oder kunstvoll geflogen wird, dann sind die Reines Prochaines am Werk. Wieder treten die Heldinnen des Normalen mit einem opulenten musikalischen Spiel auf. Freudig und inbrünstig singen sie heitere, derbe Lieder wie Bilder von Breughel, die Schmerz und Hässlichkeit, Sünde, Alter und Fett schön erscheinen lassen. Hieronymus Boschs bizarre Fabelwesen faszinieren und inspirieren sie zu musikalischen Entwürfen moralischer Sittenbilder und behaupten den profanen Kreiselverkehr als Lebensmodell. Es tagt der Familienrat im Zeitgeist der globalen Raffgier und der Braten wird allen vergönnt. Ja, die Songs von Les Reines Prochaines sind bevölkert. Ein Alter Ego vermisst sein Ich. Mit surrealer Eleganz René Magrittes verdichten sie Wirklichkeit und Traum zu Hörstücken von zarter Schärfe. Voller kaltblütiger Lust, wie das in leuchtender Farbe erstrahlende Gemälde Judith enthauptet Holofernes von Artemisia Gentileschi schwärmen sie für den coolen Lebenssinn der guten Monika, die das Böse liebt.

Les Reines Prochaines machen keinen Sinn, sie sind sinnlich, Les Reines Prochaines kommentieren nicht die Politik, sie sind politisch, Les Reines Prochaines machen keine Kunst, sie sind Kunst. (Pressetext)

www.reinesprochaines.ch

Les Reines Prochaines
6. & 7. März 2009, 20:30, KosmosTheater Wien
www.kosmostheater.at

Foto: © Tobias Madörin



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