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FrauenMädchenLesbenDemonstration 2010
8. März 2010 - Internationaler Frauenkampftag
Aufruf zur revolutionären Frauendemo in Wien
Treffpunkt: 17 Uhr, Mariahilferstraße/Ecke Museumsquartier, beim Marcus-Omofuma-Denkmal
Abschluss: 20 Uhr, Urban Loritz Platz
danach Frauenfest im FZ
Wenn du dein Leben lebst, es dir anschaust und feststellst du arbeitest FÜR die Firma, für die Fabrik, FÜR den Ehemann, FÜR die Kinder und dich dann fragst, wo ist MEIN Leben, wo bin ICH, sind das wichtige Fragen für die wir gemeinsam Antworten finden müssen. Denn du bist nicht allein: Wer kocht abends das Essen, wer versorgt die Kinder, wer putzt das Klo, welche entscheidet was produziert wird? Hast du Zeit, dich mit FreundInnen, NachbarInnen und politischen GefährtInnen zu treffen, kannst du selbstverständlich alleine - auch nachts - spazieren gehen, wirst du als Mensch und als Frau respektiert, wenn du deine Zuneigung oder Interessen gegenüber anderen ausdrückst? Wirst du ernst genommen, wenn du als Frau sprichst? Das alles und mehr betrifft Bedingungen und Möglichkeiten von Frauen!
Wir leben im Kapitalismus, ein wirtschaftliches System, in dem UnternehmerInnen die Lebenszeit der ArbeiterInnen rauben und aus dem Aussaugen der ArbeiterInnen ihren Reichtum aufbauen. Also: das geht allen ArbeiterInnen so! Wir leben in einem Patriarchat, der Herrschaft der Männer über Frauen, wo vor allem Männer über das wirtschaftliche Kapital, die politische und militärische Macht verfügen, in dem für Frauen weniger Lohn gilt, das davon lebt, dass Frauen unbezahlt die Hausarbeit, Kindererziehung und Altenpflege erledigen müssen, in dem Männer Sexismus, Gewalt und sexualisierte Gewalt gegen FrauenLesbenMädchen ausüben. Also: das gilt für alle Frauen! Der bürgerliche Staat regelt und garantiert das Gelingen des Kapitalpatriarchats. Er ist rassistisch, denn er schafft Gesetze, durch die Menschen anderer Herkunft hier minderwertige Rechte haben, für die nicht dieselben StaatsbürgerInnen- und Menschenrechte gelten.
Als ArbeiterInnen, als Frauen, als MigrantInnen stellen wir die Verbindung zueinander her, solidarisieren uns anstatt uns spalten zu lassen und kämpfen gemeinsam gegen Ausbeutung und Unterdrückung, für eine gesellschaftliche Freiheit für Frauen, für ein solidarisches Zusammenleben, für soziale und ökonomische Gerechtigkeit!
Offene Grenzen, Bleiberecht für Alle überall!
Die neue Asyl- und Fremdenrechtsgesetznovelle vertieft den Rassismus im Staat, denn sie verschärft und weitet die Schubhaft aus, will alle straffällig gewordenen AusländerInnen abschieben, verhindert Aufenthaltstitel und binationale Paare mit Einkommensnachweisen von über 1000,- Euro und sieht für Asylsuchende die Gebietsbeschränkung auf den Meldebezirk vor, inklusive Meldepflicht und Zimmerdurchsuchungen durch das Innenministerium.
- Für das Niederlassungsrecht gleichgeschlechtlicher Paare!
- Für ein eigenständiges Bleiberecht für Frauen unabhängig vom Ehemann!
- Die Anerkennung von sexistischer Verfolgung, Frauenhandel, Zwangsverheiratung, Lesbenverfolgung und Genitalverstümmelung als Asylgrund!
- Gebietsbeschränkung bedeutet Ausgangssperre - Bewegungsfreiheit überall!
- Zugang zum regulären Arbeitsmarkt, Bildungswesen – soziale Versorgung für Alle!
Abtreibung ist Frauenrecht, für das Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren eigenen Körper!
Nach wie vor wird das Selbstbestimmungsrecht der Frau durch KlerikalfaschistInnen wie HLI und »Jugend für das Leben« und der katholischen Kirche angegriffen. Auch die Haltung des Staates ist deutlich, da die Fristenlösung noch immer im Strafgesetzbuch verankert ist. FPÖ-Politiker, wie Ewald Stadler, fordern die Abschaffung der Abtreibung, weil sie ein Tötungsdelikt sei, und wollen stattdessen Frauen ein 15.000 Euro Geburtsgeld auszahlen.
- Abtreibung raus aus dem Strafgesetz!
- Abtreibung auf Krankenschein und kostenlose Verhütung in allen Bundesländern!
- Schutzzonen vor allen Abtreibungskliniken!
Raus aus der patriarchalen Kernfamilie, bildet FrauenLesbenKollektive!
Neu ist die Homoehe oder das PartnerInnenschaftsgesetz, eine Reform wodurch Lesben und Schwule mehr Rechte erhalten sollen, indem aber das Adoptionsrecht von Kindern oder das Niederlassungsrecht binationaler Paare nicht vorkommt! Als Feministinnen und Lesben haben wir keinen Anpassungswillen sondern Kritik an der bürgerlichen Familie und dem romantizierenden Paar-Denken, und leben freie Beziehungsnetzwerke und vielfältige Lebensformen, allein, zu zweit, in Wohngemeinschaften, Kommunen, als Kollektive!
Die Liebe, unsere Zuneigung und Respekt füreinander ist frei und keine Bevölkerungspolitik!
Den sexistischen »Normalzustand« angreifen!
Im Verfahren gegen Josef Fritzl wurde erstmal die »sexuelle Versklavung« angeklagt und der Prozess erhielt, wie bei der Anklage gegen Wolfgang Priklopil, große mediale Aufmerksamkeit als »besonderer Fall« und nicht als Teil einer sexistischen »Normalität«. Wir spüren und begreifen in diesen sexistischen Gewaltverbrechen den Zusammenhang zum Sexismus, den wir alltäglich erleben, lesen, hören, sehen - die alltäglichen sexualisierten Anmachen, die pornografisierten Darstellungen von Frauen in den Medien, die Einschränkungen unserer Bewegungsfreiheit, die körperlichen Zurichtungen von Frauen und Mädchen im Namen von »Schönheit« und »Weiblichkeit«, die Vergewaltigungen durch Bekannte und auf der Straße, bis zu den Morden an Frauen durch ihre Lebensgefährten. Wir haben - im Gegensatz zu den Gerichten - keinerlei Verständlichkeit für »männliche Gemütserregungen«, die sich gegen die Würde, die Eigenständigkeit und Freiheit von Frauen richtet. Dieses patriarchale Selbstverständnis produziert Männergewalt gegen Frauen, gegen feministische Frauenorte und erkämpfte gesellschaftliche Strukturen, die Eigenständigkeit von Frauen unterstützen, wie zB.: der Mordanschlag eines Mannes gegen eine Richterin, die zuvor die rechtliche Ehescheidung durchführte. Diese sexistischen Gewalttaten sind eine Form von gesellschaftlicher Repression gegen Frauen. Unser feministischer Widerstand richtet sich gegen jede Form von Sexismus, denn:
Frauen sind frei und wild, weder Dienerinnen noch Freiwild. Feuer und Flamme dem Patriarchat. Kampf dem Sexismus im Alltag bei der Arbeit und im Staat!
Bildet FrauenLesbenBanden gegen staatliche Repression!
Hier in den imperialistischen Staaten und im Trikont führt das Kapitalpatriarchat einen Kampf gegen RevolutionärInnen. Hier bekämpfen sie täglich mit ihrer Polizei und Justiz die Menschen, vor allem soziale und politische Bewegungen, die sich für eine Rätedemokratie von unten einsetzen. Dort in den Trikontstaaten werden Menschen und Befreiungsbewegungen, durch das »eigene« Militär bekämpft, aufgebaut und finanziert von den imperialistischen Staaten und durch Angriffskriege, wie gegen Jugoslawien, Afghanistan und dem Irak, getötet und niedergeschlagen. Wie oft wurden wir schon auf Demonstrationen verprügelt, wie oft wurden manche von uns schon eingeknastet! Wie oft wurden Befreiungsbewegungen mittels europäischen Waffen, amerikanischen und deutschen Foltersystemen, importierter Zwangsmarktwirtschaft geknechtet und niedergeschlagen.
Hier ist es mit der Demokratie nicht von weit her, die Wahrheit ist, es gibt hier keine Demokratie! Die Anwendung staatlicher Repression ist neben der zunehmenden rassistischen Stimmung auch hier zu Lande Alltag geworden. Gewalttätige Übergriffe von Neonazis gegen MigrantInnen und Linke werden scheinbar toleriert während AntifaschistInnen und emanzipatorische Bewegungen von Staat und Justiz kriminalisiert werden. Folgende Beispiele verdeutlichen dies: Eine Truppe organisierter Neonazis überfällt das linke Kulturlokal W23 in Wien, Angriffe gegen Linke und MigrantInnen während H.C. Straches Wahlveranstaltungen, im KZ-Gedenkstätte Ebensee, wo junge Neonazis mit Softguns auf KZ-Überlebende losgingen. Das Verbot der antifaschistischen Demonstration gegen den WKR-Ball zeigt ganz deutlich die Fratze des autoritären Staates.
Die zunehmende Repression hier zu Lande ist Teil einer weltweit um sich greifenden HERRschenden »Sicherheitpolitik«. Spätestens seit 9.11. wurden unter dem Vorwand des »internationalen Kampfes gegen den Terrorismus« neue »Antiterrorgesetze« geschaffen um alle sozialen und politischen Bewegungen, die sich gegen die herrschende Logik richten, zu kriminalisieren. Das Speichern von biometrischen Daten, die Onlineüberwachung und Bespitzelung der »Staatfeinde« wie BürgerrechtaktivistInnen, die bereits erfolgte Anwendung der Paragraphen 278a gegen die TierschützerInnen oder deren Vorläufer bei Operation Spring, der neu - geschaffene Paragraph 278b, der die Unterstützung oder Mitgliedschaft einer angeblich terroristischen Vereinigung unter Strafe stellt und das Verbot einer antifaschistischen Demonstration gegen den WKR-Ball ist ein Angriff gegen uns Alle!
- Für eine starke antifaschistische Bewegung!
- Weg mit dem Terrorparagraphen 278a, b und Folgeparagraphen!
- Für die sofortige Einstellung der laufenden Verfahren gegen die TierrechtsaktivistInnen!
Für eine starke internationalistische FrauenLesbenbewegung!
Internationalismus bedeutet für uns, dass wir uns trotz unterschiedlicher ökonomischer und sozialer Ausgangsbedingungen zu den kämpfenden Frauen in allen Teilen der Welt verhalten und auch unseren eigenen Widerstand gegen die HIER herrschenden Strukturen organisieren. Miese Jobs, Schikane durch Sozial- und Arbeitsamt, Frauenheimarbeit, Rationalisierungen,… betrifft uns ALLE. Wir sprechen unterschiedliche Sprachen, haben verschiedene Hautfarben, andere Lebensbedingungen, wählen den Umständen entsprechend unterschiedliche Mittel des politischen Kampfes, wie der bewaffnete Kampf oder das Organisieren von Demos in Städten - jedoch haben wir eines gemeinsam: die Sprache des Widerstands und die Befreiung der Frau weltweit!
Unser Widerstand richtet sich gegen die Entfremdung, gegen die alltäglich und international organisierte Arbeitsteilung, die Frauen der ganzen Welt dazu verdammt, als Hausfrauen, Mütter und als Frauen in der »dritten Welt« für einen Hungerlohn zu arbeiten. Wir verurteilen die eurozentristische Sichtweise, die Widerstand in anderen Ländern als rückständig erklärt und sich anmaßt, dass diese »Gesellschaften« nur durch die Einführung westlicher Demokratiemodelle befreit werden können. Militärische Interventionen wie im Irak, Afghanistan, Jugoslawien, Afrika und Lateinamerika zeigen deutlich, dass Kriege im Namen der Demokratie verlogen sind und zu keiner Befreiung geführt haben. Wenn wir Kapitalpatriarchat und Imperialismus bekämpfen, mit all unserer Wut, Kraft und Verbundenheit zueinander, nach dem Bedürfnis nach einem befreiten Leben, finden wir einen Austausch mit allen kämpfenden Frauen und feministischen Gruppen wichtig, denn wir kämpfen mit den Frauen hier wie dort, gemeinsam gegen Unterdrückung und Ausbeutung! Solange es auf dieser Welt, eine Frau, ein »Volk« oder Gesellschaft gibt welche/s nicht frei ist, können auch wir nicht frei sein!
- Für eine weltweite Abrüstung und eine revolutionäre Aufrüstung!
- Sabotiert die Kriegsindustrie, imperialistische Kriege unmöglich machen!
- Feministische Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung!
8.März - Internationaler Frauenkampftag!
1910, vor hundert Jahren, brachte Clara Zetkin den Antrag für einen internationalen Frauentag auf der Amsterdamer Konferenz der Sozialistischen Internationale ein. In der Geschichte war der 8. März immer ein öffentliches Auftreten von Frauen gegen patriarchale Verhältnisse, für Frauenrechte, gegen Kapitalismus, für soziale Gerechtigkeit und gegen Krieg.
Unsere Kämpfe finden alltäglich und organisiert statt, im Alltag, in Beziehungen, in WG’s, bei der Arbeit, in der Ausbildung, beim Arbeits- und Sozialamt, in Institutionen, im Denken, bei Träumen, im Fühlen und Erkennen, beim Sich Organisieren, auf der Straße und gegen den Staat! Demonstrationen sind eine Form unsere Kämpfe zu verbinden und öffentlich zu machen, unsere Stärke gemeinsam zu leben, in Verbundenheit mit den kämpfenden Frauen in der Welt.
Frauen kommt ALLE zur FrauenMädchenLesben Demo!
8. März 2010, 17 Uhr
Treffpunkt: Mariahilferstraße/Ecke Museumsquartier, beim Marcus-Omofuma-Denkmal, 1070 Wien
Nach der Demo Frauenfest in der FZ-Bar im Autonomen FrauenLesbenMädchenZentrum
ab 17:00

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