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FORUM FÜR FRAUEN UND MÄDCHEN
Jeder Mensch sollte das Recht haben, seine Sexualität ausleben zu können. Behinderte Menschen haben es sicherlich ungleich schwerer, eine PartnerIn zu finden. Dennoch: In erster Linie sind wir alle Individuen, egal ob behindert, nicht behindert, schwarz, weiß, Frau, Mann etc. Für mich stellt sich die Frage, ob es nicht auch noch andere würdevollerere Ansätze gibt, um die Selbstverwirklichung von behinderten Menschen, dazu gehört ja auch die Sexualität, zu fördern. Ich könnte mir vorstellen, dass die persönliche Assistenz für Behinderte ein weit sinnvollerer Ansatz wäre, um die Selbbestimmung zu fördern. Zumal es sich in der Schweiz ja herausgestellt hat, dass Liebeskummer bei der Sexualassistenz das größte Problem ist. In Schweden gibt es meines Wissens so ein Modell, das die individuelle Hilfestellung für die gesellschaftliche Integration fördert bzw. finanziert. Persönliche Assistenz heißt dann, allumfassende individuelle Hilfestellungen für Frauen und Männer zu bieten und nicht "nur" Sexualassistenz. Außerdem: Zur sexuellen Selbstbestimmung gehört ja auch ein geeigneter Raum bzw. die Schaffung einer Intimspähre. Wie sollen behinderte Menschen,d ie beispielsweise in Vierbettzimmer untergebracht werden, ihre Sexualität ausleben? Prostitution ist ja etwas, was im Patriarchat entstanden ist und Männer haben es zu allen Zeiten und in allen Kulturen verstanden, die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen zu gestalten und Frauen auszuklammern. Wenn Frauen ihre Lust aufs Anderssein voll ausleben könnten, gebe es keine Bordelle und keine Prostitution. Auch wenn es nach Klischee klingt, behaupte ich einmal, dass Frauen dennoch ihre Körper- und Emotionalität Ganzheitlichkeit "mehr" leben als Männer und ihre Sexualität nicht so reduziert, rein auf den Trieb beschränkt, ausleben. Hab gar nichts dagegen, wenn wir nach unseren Instinkten leben und das Tier in uns als Bestandteil unserer Persönlichkeit zu integrieren - fragt sich nur, nach welchen WErten wir leben und ob es uns nicht doch ein Anliegen ist, unser Selbst zu entfalten und uns zu Individuen mit aufrechtem Gang zu entwickeln. Ich frage mich, ob es nicht sinnvoll wäre, Männern, die ihre Sexualität im Bordell ausleben "müssen", eine sexualtherapeutische Hilfestellung anzubieten. Gerade hier, werden "falsche Vorstellungen von Sexualität", reduziert auf den Geschlechtsakt durch die Trennung von Liebe/Sex/Erotik voll ausgelebt und Frauen verdinglicht und zu Objekten degradiert. Also mein Ansatz: Männer entwickelt eure Emotionalität, dann werdet ihr keine Bordelle mehr brauchen. Sex hat viel mit Kommunikation zu tun, egal ob krank, gesund, Frau oder Mann. Die Entwicklung der Kommunikationsfähigkeit wäre ebenso ein guter Ansatzpunkt, um hier etwas zu verändern. Wie gesagt: Sich einfach alles für Geld zu kaufen, ist wohl das Einfachste und Einfallsloseste und wohl typisch für unsere Gesellschaft, die alles durch Angebot und Nachfrage regeln will. Ich denke, eine spezielle Form von Sexualassistenz hätten "Gesunde" eher nötig als so genannte Behinderte. | |
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