Von dem, daß Leute nicht mehr vom Sozialamt und AMS sekkiert werden, bin ich absolut dafür.
Meine Zweifel: Die Höhe wird nie mehr sein als die Armutsgrenze, und davon können viele nicht wirklich über lange Zeit leben, also würden viele Menschen geringfügige Jobs dazu annehmen, es würden also die Unternehmen mehr geringfügige Arbeitskräfte suchen und dadurch ohne Versicherungen zahlen zu müssen, sehr flexible Arbeitskräfte bekommen. Auch glaube ich, daß die Mieten steigen würden (weil die Ärmsten doch etwas weniger arm sind), also wieder eine Umverteilung nach oben.
Die Frage ist, wie sehr wirklich vom Arbeitszwang abgegangen wird, oder ob es einfach eine Verwaltungserleichterung sein soll (Empfängerinnen von Sozialleistungen nicht mehr zu kontrollieren und zu bemaßnahmen).
Angenommen, es würden dreißig Prozent der Menschen zwischen 18 und 60J. nicht mehr arbeiten wollen, wie wird das finanziert? Ich kenn mich da nicht so aus, wie das wirklich geplant wäre, aber ich denke, letzten Endes würde das durch die sklavereiähnlichen Arbeitsverhältnisse außerhalb der Dominazkulturländer finanziert werden. Wirtschaftsbosse haben jedenfalls eher kein Interesse dran, daß sich die potentiellen ArbeitnehmerInnen aussuchen können, ob sie überhaupt arbeiten gehen wollen, das geht vielleicht bei gehobenen Jobs, wo es auf persönliches Engagement ankommt, daß die Chefs lieber total motivierte MA haben, aber bei Knochenjobs? Dann braucht die Österreicherin nicht putzen gehen, weil sie ihr Grundeinkommen hat, dafür putzt statt ihr eine illegalisierte Migrantin, z.B. Glaube ich halt.
Und ich glaube, das langzeitige Aussteigen können sich auch hier wieder eher Personen mit Klassenprivilegien leisten: Wer ein Haus mit Garten hat, kann durchaus schon mal längere Zeit von einer solchen Leistung leben, bei einer teuren Mietwohnung ist das schon schlechter möglich, vor allem nicht in vergleichbarer Lebensqualität.
Also, ich denke, eine Grundsicherung kann individuell etwas Gutes sein, es ist aber dann nicht alles gut.