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Kultur / Literatur
Über mich sprechen wir ein andermal
Edna Mazya
Nomi, Verlegerin aus Leidenschaft in
Tel Aviv, reist nach Wien zu ihrem Freund Kirin, einem bekannten
Theaterregisseur, um sich über die Beziehung zu ihm Klarheit zu
verschaffen. In Wien begegnet sie überall den Spuren ihrer Familie, denn
hier wuchs ihre Großmutter Ruth Stein auf, deren Tagebücher immer noch
ungelesen auf Nomis Speicher in Tel Aviv liegen. Sie lässt sie sich
schicken und begibt sich auf eine Reise in die eigene
Familiengeschichte, von der sie sich bisher unberührt glaubte: Ihre
Großmutter Ruth, eine ebenso glamouröse wie exzentrische Frau, hatte
Ehemann und Tochter vernachlässigt, um sich der rauschhaften Beziehung
zu Robert, ihrer großen Liebe, hingeben zu können. Als die Beziehung
scheitert und die Pogrome in den Dreißigerjahren in Deutschland
zunehmen, muss die Familie nach Palästina fliehen. Ruth kommt das nicht
ungelegen, denn es ist ihre einzige Hoffnung, Robert jemals
wiederzusehen. Sie stellt jedoch schnell fest, dass sie in Palästina
immer eine Fremde bleiben wird, und als ihre Tochter Anuschka, die
Mutter Nomis, sich in eine fatale Liebesbeziehung mit Folgen für alle
stürzt, droht ihr Leben beinahe auseinanderzubrechen.
Eine deutsch-jüdische Familie, drei Frauengenerationen und ihr Kampf um
Unabhängigkeit und Lebensglück - mit einem Gespür vor allem für die komischen Seiten der
Verzweiflung schreibt Edna Mazya in ihrem Roman über drei selbstbewusste
Frauen, die die Schwächen ihrer Mütter zwar verachten, deren Fehler
aber trotzdem wiederholen.
Taschenbuchausgabe des 2008 erschienenen Hardcover-Bandes. Aus dem Hebräischen übersetzt von Stefan Siebers.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Liebe, Lust und Last
Die Pille als weibliche Generationserfahrung in der Bundesrepublik 1960-1980
Eva-Maria Silies
Die Markteinführung der Pille in der Bundesrepublik Deutschland 1961 eröffnete
Frauen und jungen Mädchen neue Wege bei der Familienplanung und im
Sexualverhalten: Die Verhütung wurde sicherer, die Anwendung einfacher,
und die Verantwortung lag nun bei ihnen. Zugleich wurde öffentlich
darüber debattiert, ob und wie die Pille die Sexualmoral der jungen
Generation veränderte; moralische Bedenken prallten auf die Forderung
nach sexueller Selbstbestimmung. Als mit der Frauenbewegung Anfang der 1970er Jahre das Private politisch wurde, forderten viele Frauen ein Umdenken in Bezug auf die
Geschlechterrollen. Sie entwickelten ein neues Körperbewusstsein,
infolgedessen sie die Pille wiederum häufig ablehnten.
Die sexuellen und körperlichen Erfahrungen der Frauen, die in den 1960er
Jahren mit der Pille verhüteten, unterschieden sich grundlegend von
denen ihrer Mütter. Die Möglichkeiten der Pille waren eine stille
generationelle Erfahrung, die Frauen mindestens so sehr prägte wie das
politische Geschehen dieser Zeit, und die ihr Verhältnis zur Generation
ihrer Mütter und zu Männern neu definierte
Reihe: Göttinger Studien zur Generationsforschung. Veröffentlichung des DFG-Graduiertenkollegs »Generationengeschichte«. Band 04
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Klassikerinnen des modernen Feminismus
Philosophinnen Band 24
María Isabel Peña Aguado - Bettina Schmitz
Sechs Vordenkerinnen der feministischen Philosophie präsentieren sich in einem Band. Elisabeth
List, Carola Meier-Seethaler, Herta Nagl-Docekal, Luise F. Pusch, Senta
Trömel-Plötz und Brigitte Weisshaupt sind längst zu Klassikerinnen
geworden. Ihre Visionen lieferten die Grundlage für gesellschaftliche
und politische Veränderungen. Nicht
nur die Kritik der vorherrschenden philosophischen Lehren, sondern den
Entwurf neuer hatten sich diese Feministinnen auf die Fahne geschrieben.
Immer noch aktuell sind die Themen:
• Kritik an der männlichen Dominanz in Gesellschaft und Wirtschaft
• ganzheitliches Denken gegen Leib-Seele-Spaltung
• Fürsorglichkeit als moralische Norm
• die Beziehung von Mensch und Wissen
• Kritik des Machtgefüges in den Wissenschaften
• weibliches Sprechen und Schreiben
• kritische Analyse der kulturellen Entwicklung
Der
Titel »Klassikerinnen des modernen Feminismus« enthält zahlreiche
Schlüsseltexte der feministischen Philosophie. Ergänzt werden sie durch
eine ganz persönliche Rückschau jeder Autorin. Eine Rückschau auf ihr
Leben, auf ihre Arbeit, auf die Schwierigkeiten, von denen Frauen bis
heute nicht frei sind.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Letzte Warnung
Franziska Becker
Wie alles anfing? Mit einer letzten Warnung von Göttin: »Ada und Eva!
Wenn ihr nicht gehorcht, mache ich einer von euch beiden einen Schniepel
zwischen die Beine!« So entstand der kleine Unterschied, dessen
Folgewirkungen zur Grundlage einer großen Cartoonistinnen-Karriere
wurden. Seit 1976, seit ihrer ersten Bildergeschichte in Emma, einer
Brigitte-Parodie »Frau Knöbel macht das Beste aus ihrem Typ«, begleitet
Franziska Becker unseren feministischen Alltag, seine Highlights genauso
wie seine Niederungen, mit Witz, Ironie und Selbstironie ohne ihre
Zeichnungen ist der Alltag seitdem nicht mehr auszuhalten. Ob es um die
»weibliche Komödie« oder um »Neue Herbsttrends«, um »Dr. Minni Metzel,
die Ärztin, der Männer vertrauen«, die »Neuen Väter« oder »Die Stimme
des Blutes«, ob es um »Frauensportarten«, »Krisenmanagement« oder die
»Neue Hartzlichkeit« geht, ihre Zeichnungen, ihre Geschichten wirken
mühelos in ihrer Pointenfülle und Detailfreude, sie sind burlesk und
virtuos.
Die »Letzte Warnung« versammelt das Beste und Neueste aus
Franziska Beckers Werk, im Original zu sehen in einer großen
Ausstellung im Caricatura Museum in Frankfurt von 27. Mai bis 19.
September 2010.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Das Theater mit dem Gender
10 Jahre KosmosTheater
Johanna Dohnal - Susanne Riegler
Virginia Woolf forderte in ihrem 1929 erschienenen Buch »Ein Zimmer für sich
allein« einen privaten Raum ein. Woolfs Werk bildete eine wesentliche Grundlage
für die von den Feministinnen gestellte Forderung nach Autonomie und Frauenräumen
- kollektiven Orten für Frauen wo diese selbstbestimmt agieren können.
Diese Forderung war auch die Patin des Wiener KosmosTheaters, das am
Internationalen Frauentag 2010 seinen 10. Geburtstag feierte.
Das Jubiläumsbuch ist eine Dokumentation über ein wichtiges und aufregendes Kapitel der österreichischen Frauen- und Kulturpolitik in deren Mittelpunkt der zähe, noch lange nicht ausgestandene Kampf um ein paar Quadratmeter »Frauenraum« steht, »um überhaupt sein zu dürfen was man schon ist«, wie Elfriede Jelinek es formulierte. Doch Bescheidenheit war nicht die Zier der »Kosmos«-Frauen: Mit viel Erfindungsreichtum, Kampfgeist, Gewitztheit und Ausdauer haben sie den Kampf gegen an
feministischer Kunst desinteressierte PoltikerInnen und beamtete
KunstexpertInnen aufgenommen und ausgefochten. An dessen vorläufigem Ende steht
die Umsetzung einer Vision, eine Bühne auf der innovatives Theater dargeboten
wird.
In dem Buch geht es sowohl um die theoretische wie praktische Auseinandersetzung mit dem Thema »feministisches Theater« und um die Diskurse darüber, die nach wie vor fast ausschließlich in feministischen Zirkeln geführt werden. Diskurse, die von den Medien ignoriert werden, vermutlich, weil dadurch zu vieles in Frage gestellt werden müsste. Die In-Frage-stellenden Regisseurinnen, Autorinnen und Darstellerinnen
die im »Kosmos« mit ihren Aufführungen das patriarchale, aristotelische Theater
aufbrechen, werden in Kurzporträts vorgestellt. Aber nicht nur das Schaffen von
Kunst ist Thema des Buches sondern auch das »Schaffen« und Durchhalten der
sozialen Situation, die für Künstlerinnen alles andere als rosig ist, wie der
Alltag und die Statistiken beweisen.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Schwester Tod
Weibliche Trauerkultur - Abschiedsrituale, Gedenkbräuche, Erinnerungsfeste
Erni Kutter
Frauen trauern anders - Dieses konkurrenzlose Begleitbuch aktiviert den
reichen Erfahrungsschatz alter Traditionen, Mythen und Märchen. Rituale
und Bräuche eines nur scheinbar vergangenen weiblichen Wissens
unterstützen Frauen in ihrem Umgang mit Tod und Trauer. Gekonnt
verbindet die Autorin religions- und kulturgeschichtliche Informationen
mit Vorschlägen für eine heute stimmige Trauerkultur
Erni Kutter, geb. 1947, Dipl.-Sozialpädagogin, war von 1981 bis 2006
Leiterin der Fachstelle für Alleinerziehende und Frauenarbeit im Evangelischen
Dekanatsbezirk München. Heute freiberuflich in den Bereichen
Erwachsenen- und Frauenbildung tätig. Seit 20 Jahren beschäftigt sie
sich mit Frauengeschichte, Kulturanthropologie, Mythologie
und spirituellen Frauentraditionen unseres Kulturkreises. Langjährige
Praxiserfahrung in Krisenberatung, Bildungsarbeit sowie Tanz- und
Ritualgruppen.
Buch bestellen Rezension lesen
Valencia
Michelle Tea
Valencia ist eine temporeiche
Erzählung über die lesbische Subkultur San Franciscos und ein
Schlüsselwerk der
queer-feministischen Bewegung. Der Verlag Zaglossus
eröffnet mit diesem Buch sein Programm, das auf Literatur, die
insbesondere die Vielfalt unterschiedlicher Lebensweisen sichtbar macht,
ausgerichtet ist.
Mit
entblößender Ehrlichkeit und Unmittelbarkeit beschreibt Michelle Tea in
diesem preisgekrönten
Werk in unkonventioneller poetischer Sprache das Lebensgefühl der
aufblühenden
Riot Grrrl-Szene und eröffnet einen einzigartigen Einblick in ihr Leben
zwischen Slam Poetry-Veranstaltungen, exzessiven Partys, politischem
Aktivismus
und der Suche nach der Wahrheit in der Liebe
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Nicole Alecu de Flers und Katja Langmaier.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Allah und der Regenbogen
Ulrike Karner
Die siebzehnjährige Muslimin Ebru verliebt sich - in eine junge Frau.
Die Tochter türkischer ImmigrantInnen ist über sich selbst wohl am meisten
erschrocken. Was sagt Allah dazu, mit dem sie in ihrem Tagebuch rege
korrespondiert? Und soll sie es wagen, ihren Überzeugungen und Gefühlen
zu folgen? Neugierig, aber voller Angst und Zweifel erkundet Ebru die
Liebe zu ihrer Freundin. Auf keinen Fall aber dürfen die Eltern und
Bruder Tarik etwas von ihren Neigungen erfahren ... Zum Glück hat Tarik
momentan nur seine neue Flamme Lena im Kopf. Allerdings böte auch sie in
den Augen der muslimischen Familie genug Stoff für einen handfesten
Skandal, denn Lena hat zwei Mütter - und die sind ein Liebespaar!
Die Wiener Autorin Ulrike Karner macht es Menschen leichter, über
Tellerränder hinauszuschauen und mehr Toleranz zu üben. Ein lebendiger
Erzählfluss, vermischt mit Tagebucheinträgen, Briefen, Mails,
Telefonaten und Chats, lädt dazu ein, den spannenden Entwicklungen
dieser doppelten Liebesgeschichte muslimischer Geschwister zu folgen.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Marie anderswie
Carolin Schairer
Mal ist sie scheu und zickig, dann wieder fällt sie mit der Tür ins
Haus. Oder schweigt die ganze Zeit und findet hinterher das Gespräch
ungeheuer anregend. Diese Marie ist wirklich seltsam und nicht die Frau,
mit der man freiwillig einen ganzen Tag verbrächte ... Anfangs tut die
junge Studentin Sarah bloß ihrem Vater einen Gefallen, als sie dessen
wichtige neue Mitarbeiterin durch Wien führt - doch mehr und mehr
erfasst sie eine rätselhafte Zuneigung zu der verschlossenen Marie. Die
lebensfrohe, kontaktfreudige Sarah gibt sich alle Mühe mit der
Wissenschaftlerin, doch Marie bleibt unzugänglich und introvertiert -
allerdings macht sie ihrer jungen Begleiterin überraschende erotische
Avancen. Und offenbart Sarah schließlich, dass sie unter dem Asperger
Syndrom, einer Sonderform von Autismus, leidet. Tastend lässt sich Sarah auf ihre erste Frauenbeziehung ein und erlebt
aufregende Momente mit ihrer oft schwierigen Partnerin. Doch bald
wachsen Zweifel: Ist Marie überhaupt fähig, sie zu lieben, so wie sie
Marie liebt? Welche Bedeutung hat eine Liebesbeziehung für eine Frau mit
emotionaler und sozialer Beeinträchtigung? Eine Videoinstallation, die
Sarah in einer Kunstmesse entdeckt, vermittelt ihr ein Bild davon, wie
die Hürden zu meistern wären. Allerdings muss dabei nicht nur Marie noch
viel an sich arbeiten - auch Sarah wächst daran, eine lesbische
Beziehung zu einer Behinderten zu leben und damit doppelt von der Norm
abzuweichen.
Mit ihrem neuen Roman hat Carolin Schairer auf sensible Weise das große
Thema »Behinderung« mit dem Coming-out einer jungen Erwachsenen verwoben
und liefert damit eine in doppelter Hinsicht spannende Geschichte, die
die Leserinnen im Flug durch die Seiten des Buches trägt.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Letzte Schicht
Dominique Manotti
Ein Städtchen in Lothringen, ein Tal voller stillgelegter Eisenhütten.
Hier arbeitet Rolande Lepetit am Fließband einer Daewoo-Fabrik, die sich
mit EU-Zuschüssen knapp über Wasser hält. Doch die Unfälle häufen sich,
die Stimmung ist explosiv. Nach einem weiteren Zwischenfall geht die
Belegschaft auf die Barrikaden. Plötzlich steht das Werk in Flammen!
In Paris wird derweil über die Privatisierung des Elektronik- und
Rüstungskonzerns Thomson entschieden. Als Matra-Daewoo grünes Licht für
die Übernahme erhält, holt die Konkurrenz zum Gegenschlag aus. Ein
Krisenstab soll kompromittierendes Material ausgraben, die jüngsten
Ereignisse in der Daewoo-Fabrik könnten sich eignen. Also schickt man
Charles Montoya nach Lothringen, einen Privatdetektiv, der mit allen
Wassern gewaschen ist ...
Erpressung, Manipulation, Mord - die Gegner in diesem
Mega-Monopoly schrecken vor nichts zurück. Lebendige Miniaturen von
kleinen Leuten und skrupellosen Machern verbinden sich zu einem
handfesten Wirtschaftsthriller, dessen realen Hintergrund die
Machenschaften um den Verkauf des französischen Staatskonzerns Thomson
bilden.
Aus dem Französischen übersetzt von Andrea
Stephani.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Ebenholz
Rosa Yassin Hassan
Die Protagonistinnen in Ebenholz sind fünf Frauen. Eine Truhe aus Ebenholz begleitet das Leben der Frauen aus fünf Generationen: Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Tochter. Sie waren verträumt, verliebt, rebellisch und gebildet. Dennoch müssen alle den gleichen Kampf in einer patriarchalischen Gesellschaft ausfechten, bedienen sich jedoch unterschiedlicher Mittel. Die Urenkelin Angela führt uns durch das Leben der Frauenlinie, die bis in die Zeit der osmanischen Herrschaft in Großsyrien zurückreicht. Authentisch beschreibt Rosa Yassin Hassan eine Zeitgeschichte ihres Landes im 20. Jahrhundert, doch zart und einfühlsam zeichnet die Autorin ihre Frauenfiguren.
Der Roman sorgte bei seinem Erscheinen für Aufsehen. Das syrische Kulturministerium hatte ihn zwar mit dem zweiten Preis, dem »Hanna Mina Preis« für junge Romanautoren ausgezeichnet, hat jedoch in der arabischen Ausgabe einige Passagen gestrichen, die sich mit Sexualität befassen.
Der Alawi Verlag veröffentlicht das unzensierte Originalmanuskript. Aus dem Arabischen übersetzt von Riem Tisini. Leineneinband mit Prägung.
erschienen 03/2010 im Alawi Verlag
289 Seiten, gebunden
€D 19,90 / €A 20,50 / sFr 35,20
ISBN: 978-3-941822-02-3
Genre: Roman Weltweit
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Wiedergeboren
Tagebücher 1947-1963
Susan Sontag
Bereits mit fünfzehn vertiefte sie sich in Rilke und Gide, mit siebzehn heiratete sie ihren Professor: Susan Sontag war eine ungewöhnliche Frau. Ihr Lebenshunger und ihre unstillbare Wissbegierde führten die junge Intellektuelle von Kalifornien nach Chicago, später nach Paris und New York. Die frühen Tagebuchnotizen der Kunstbegeisterten bieten unvermutete Einblicke in ihre widersprüchliche Persönlichkeit: Das Private - ihre Ehekrise, ihre Liebschaften und ihre Homosexualität - sind der Anlass für weitreichende, tiefsinnige Betrachtungen.
Ihr intimes Selbstporträt ist das Zeugnis eines einzigartigen intellektuellen Werdegangs und gleichzeitig ein Zeitdokument ersten Rangs.
Aus dem Englischen übersetzt von Kathrin Razum.
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Orientreisen
Reportagen aus der Fremde
Annemarie Schwarzenbach
Vier Mal fährt Annemarie Schwarzenbach, nach eigenen Worten eine »unheilbar Reisende», in den Orient. Die erste Reise führt sie 1933/34 in den Nahen Osten, wo sie unter anderem an archäologischen Ausgrabungen teilnimmt. Mehrmals bereist sie den Iran (das damalige Persien), 1939 folgt die legendäre, zusammen mit Ella Maillart unternommene Autotour nach Afghanistan. Es ist ein andauerndes »Go East«, das sie durch Anatolien und den Vorderen Orient bis zu den Ruinen von Persepolis führt, in orientalische Metropolen wie Bagdad oder Teheran, schließlich bis in die Wüsten Turkestans und die Hohen des Hindukusch.
Eine Mischung von historischen und aktuellen »facts» vor dem Hintergrund des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges mit erzählerischen, poetischen Partien und der Widergabe eigener, durchaus auch krisenhafter Befindlichkeiten machen den Reiz und auch die Besonderheit dieser Reiseprosa aus.
Die hier versammelten Reisereportagen wurden in den Dreißigerjahren ausnahmslos in der Schweiz veröffentlicht und werden hier zum Teil erstmals wieder nachgedruckt.
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Durch den Sand
Schriftstellerinnen in der Wüste
Florence Hervé
Die Wüste: ein Ort für Begegnungen mit sich selbst. Der Körper ist den harten Lebensbedingungen der Wüste ausgesetzt, ihrem Klima und dem ständigen Wechsel von Hitze und Kälte. Ihre Abgeschiedenheit, Leere und Weite bieten jedoch unendlichen Raum für die Phantasien des Geistes.
Die Geschichten, Gedichte und Reiseberichte von Ingeborg Bachmann, Gertrude Bell, Tanja Dückers, Isabelle Eberhardt, Karoline von Günderrode, Mascha Kaléko, Sabine Kebir, Else Lasker-Schüler, Savyon Liebrecht, Mechthild von Magdeburg, Malika Mokeddem, Nelly Sachs, Harriet Straub, Christa Wolf u.v.a. erzählen von überwältigenden Erfahrungen, ungewissen Abenteuern, anderen Kulturen und zwischenmenschlichen Beziehungen - und nicht selten wird das Außen zum Schauplatz der Innerlichkeit. Eine Lektüre, die die Sinne berührt, die Neugier und die Abenteuerlust weckt und eine ganz besondere Landschaft entdecken lässt.
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Notorisch Nerz
Acht Eskapaden mit Lisa Nerz
Christine Lehmann
Die Schwabenreporterin und »ihr« Staatsanwalt durchforsten illustre und alltägliche Schauplätze nach kriminellen Umtrieben: Sie suchen die Wahrheit im schwäbischen Wein, decken ein Spukrätsel in Jena auf, lernen das eigenwillige Geschichtsverständnis von Uhlbach kennen und knobeln mit der Hamburger Mathematiker-Elite ...
Nach acht Romanen erscheint hier nun eine Sammlung mit acht Kurzkrimis, zusammen gesammelt aus verschiedenen mehr oder weniger bekannten Anthologien.
Lisa Nerz-Eskapaden, ideal zum Kennenlernen und Nachschub für Unersättliche, schelmisch, hauchfein und dunkel.
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Kluge Mädchen
Frauen entdecken ihre Hochbegabung
Katharina Fietze
Katharina Fietze stellt Biographien von Frauen vor, die ihre Hochbegabung erst im Erwachsenenalter entdeckt haben. Sechs Betroffene erzählen, wie es ihnen als Mädchen ergangen ist, als sie noch nichts von ihrer Hochbegabung wussten. Sie fühlten sich oft unzufrieden, angespannt oder depressiv, weil sie ihre Talente nicht umsetzen konnten und mussten häufig erleben, dass sie wegen ihrer Klugheit vielleicht bewundert, aber nicht unbedingt beliebter werden. Deshalb spielten sie das nette, durchschnittliche Mädchen und verbargen ihre Intelligenz. Viele Frauen entdecken ihre Hochbegabung erst, wenn sie sich wegen ihrer eigenen Kinder mit dem Thema Hochbegabung befassen. Erst als spät erkannte Hochbegabte können sie endlich »zeigen«, wie sie sind.
Im zweiten Teil des Buches setzt sich die Autorin mit der Definition von Hochbegabung auseinander, erläutert den kulturell bedingt unterschiedlichen Umgang mit diesem Phänomen und seine Auswirkungen und bietet im dritten Teil einen Leitfaden für Frauen, die eine Hochbegabung bei sich oder ihren Töchtern vermuten. Hochbegabung sitzt nicht nur im Kopf, sondern überall im Menschen. Sie bedeutet »mehr denken, mehr fühlen, mehr wahrnehmen«.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Das Brot der Armut
Die Geschichte eines jüdischen versteckten Kindes
Rachel Kochawi
Der Vater ist Arzt. Er arbeitet tagsüber im großen Krankenhaus der Stadt. Am Spätnachmittag bis in die Nacht hinein empfängt er seine Privatpatienten. Nicht alle sind reich. Beileibe nicht. Viele kommen zu Dr. Kowalski, gerade weil sie kein Geld haben und sich außer ihm niemand um sie kümmert. Ihm zur Seite steht seine Schwester. Rachel hat eine Ausbildung als Krankenschwester absolviert, denn sie möchte so schnell wie möglich auswandern. Mit ihrem Beruf dürfte es ihr keine Schwierigkeiten bereiten, in Jerusalem Arbeit zu finden. Und dann ist da noch Zelda Kowalski, geborene Nussboim, die verwöhnte Tochter der Pelzhändler Rosa und Natan, ehemals aus Zamosz. Ihre letzten Jahre verbringen die beiden bei Tochter und Schwiegersohn in dem großen Haus bei der Nozych Synagoge in Warschau.
Das ist der Rahmen, in den Keren Kowalski hätte hineingeboren werden sollen, wenn ... ja, wenn da nicht eines Tages die Deutschen gekommen wären und diese wunderschöne, heile Welt mit einem Schlag zerstörten.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Accabadora
Michela Murgia
Wie Mutter und Tochter leben Bonaria Urrai und die sechsjährige Maria zusammen. Die Bewohner des sardischen Dorfes sehen den beiden verwundert nach und tuscheln, wenn sie die Straße hinunterlaufen. Dabei ist alles ganz einfach: Die alte Schneiderin hat das Mädchen zu sich genommen und zieht es groß, dafür wird Maria sich später um sie kümmern. Als vierte Tochter einer bitterarmen Witwe war Maria daran gewöhnt, »die Letzte« und eine zu viel zu sein. Nun hat sie ein eigenes Zimmer in dem großen reinlichen Haus Bonarias, wo alle Türen offen stehen und sie jeden Raum betreten darf. Doch ein Geheimnis umweht die stets schwarz gekleidete, wortkarge Frau, die mitunter nachts, wenn Maria schlafen soll, Besuch erhält und dann das Haus verlässt. Es scheint, als würde Bonaria in zwei Welten leben. Das Mädchen spürt, dass sie nicht danach fragen darf. Erst sehr spät entdeckt sie die ganze Wahrheit.
Michela Murgia erzählt in einer schnörkellosen, poetischen Sprache aus einer scheinbar fernen, doch kaum vergangenen Welt. Von zwei Generationen, zwei Frauenleben, von einem alten, lange verschwiegenen Beruf. Dieser Roman ist sinnlich, radikal und verblüffend gegenwärtig.
Aus dem Italienischen übersetzt von Julika Brandestini.
Buch bestellen
Geschichte einer Liebe
Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens
Angela Steidele
Adele Schopenhauer - Schriftstellerin, Künstlerin, die Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer - und die »Rheingräfin« Sibylle Mertens-Schaaffhausen verband eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit den dazugehörigen Höhen und Tiefen. Seit 1828 waren sie ein Paar: »am besten vergleichst Du uns ein paar Leuten, die sich spät finden und dann einander heiraten. Stürbe sie - so spräng ich jetzt in den Rhein, denn ich könnte nicht ohne sie bestehen«, schrieb Adele ihrer Freundin Ottilie von Goethe.
Sibylle Mertens war eine der gebildetsten Frauen ihrer Zeit, Musikerin, Komponistin, Archäologin, Antikensammlerin und Mäzenin. Ihre Salons in Bonn und Rom waren berühmt. Vom Vater an einen ungeliebten Mann verheiratet, pflegte sie Zeit ihres Lebens intensive Beziehungen zu Frauen. Adeles Leben mit Sibylle Mertens wurde so nicht nur von deren Ehemann und ihren sechs Kindern beeinträchtigt, die ihre Beziehung als »Unrecht, Wahnwitz, Tollheit« torpedierten. Auch Sibylles Hang zu neuen Eroberungen ebenso wie ihre enge Freundschaft zu Annette von Droste-Hülshoff lasteten schwer auf Adele. Aber selbst nach einer mehrjährigen Trennung fanden sie wieder zusammen.
Anhand vieler bisher unveröffentlichter Quellen erzählt Angela Steidele die Geschichte zweier ungewöhnlicher Frauen: Pionierinnen, die in Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft, Politik und nicht zuletzt in ihrem Privatleben Grenzen einrissen - zu einer Zeit, als es Liebe zwischen Frauen offiziell gar nicht geben durfte.
Buch bestellen
Spuren ins Jetzt
Hedwig Dohm - Eine Biografie
Isabel Rohner
Hedwig Dohm (1831-1919) gehört zu den wichtigsten Autorinnen der Wende zum 20. Jahrhundert. Schon zu Lebzeiten galt sie als Pionierin für die modernen Frauenbewegungen in Deutschland. Bereits 1873 forderte sie das Stimmrecht für Frauen und kämpfte für die völlige rechtliche, soziale und ökonomische Gleichberechtigung der Geschlechter. Hedwig Dohms Leben allerdings blieb bislang fast gänzlich unerforscht. Zu groß war die Verlockung, ihre Lebensgeschichte aus ihren Romanen und Novellen abzuleiten. Auch fand Hedwig Dohms Verwandtschaft mit der Familie Mann (sie war die Großmutter von Katia Mann) nach ihrem Tod lange Zeit mehr Beachtung als ihr eigenes Leben und Wirken.
Isabel Rohner rückt diese Schieflage nun zurecht und gibt in ihrer aufwändig recherchierten Biografie erstmals Einblicke in die Welt der Hedwig Dohm, ihre Kindheit und Jugend in Berlin, ihre Ehe mit dem Journalisten Ernst Dohm, ihre Arbeit als Autorin, ihre Freundschaften und Netzwerke.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
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