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Wo wilde Weiber wohnen

Geschichten von und über Frauen rund um den Odenwald
Barbara Linnenbrügger

 Barbara Linnenbrügger : Wo wilde Weiber wohnen Hier forschen Frauen mit großer Begeisterung über Frauen ihrer Region. In bereichernden Begegnungen führen sie uns zur ersten deutschen Beamtin, zu der Dichterin Helmina von Chézy, zur ersten deutschen Fallschirmspringerin Käte Paulus oder zu der ältesten Odenwälderin, einer keltischen Priesterin. Wir lesen vom Alltag adeliger Frauen, von Lebkuchenbäckerinnen, Zigarrendreherinnen, Putzfrauen, Politikerinnen, Müttern und Großmüttern. Wir hören von Beginen und von Frauen, die zwangsweise im Kloster leben mussten oder als »Hexen« verfolgt wurden. Oder wir erfahren, wie sich die Odenwälderinnen das Fahrrad eroberten und welche Bewegungsspielräume die Eisenbahn in ihr Leben brachte.

Wie Frauen sich (ihre) Geschichte aneignen können, veranschaulicht beispielhaft ein Extra-Kapitel, in dem die Herausgeberin und Leiterin der Frauengeschichtswerkstatt Barbara Linnenbrügger über den Ablauf der Werkstatt-Projekte informiert, ihr Verständnis von Frauenforschung definiert und ihr theaterpädagogisches Konzept erläutert, mit dem das Leben und Wirken der historischen Frauen von den Teilnehmerinnen erarbeitet und präsentiert wird.

Lebendige Frauengeschichte exemplarisch sichtbar gemacht, Geschichtsforschung als Inspiration für das eigene Leben - und zugleich ein wichtiges Buch über den Odenwald, der schon lange für seine Wildfrauen- und Wildweibchensteine, Orte wo die »Wilden Weiber« wohnen, bekannt ist.

erschienen 09/2010 im Christel Göttert Verlag
210 Seiten, broschiert
€D 18,00 / €A 18,50 / sFr 26,00
ISBN: 978-3-939623-26-7
Genre: Geschichte Sachbuch

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Abendkleid und Filzstiefel

Die Jazzpianistin und Diseuse Peggy Stone
Regine Beyer

Regine Beyer: Abendkleid und Filzstiefel Peggy Stone (1907-2009) war Jazzpianistin und Diseuse und lebte in Berlin, Bialystok, Göteborg, Moskau, Bukarest, Tel Aviv und New York. Eine erstaunliche Frau, die ein abenteuerliches Leben führte: Die gebürtige Berlinerin arbeitete als Künstlerin im Berlin der Goldenen Zwanziger, trat in Sibirien als Unterhaltungsmusikerin für die Rote Armee auf und fing nach dem Zweiten Weltkrieg in der Modebranche in New York ganz von vorne an.

»2001 habe ich zum ersten Mal mit Peggy zusammengesessen, in einem russischen Restaurant in New York. Sie war 94 Jahre alt und leerte ihr Gläschen Wodka mit einer ruhigen, geübten Handbewegung: ›Na sdorowje, Kindchen. 1943 in Sibirien bei minus 40 Grad war das hier reine Medizin ...‹ Während des Essens sprach sie von noch früheren Jahren in Bialystok und Moskau, vor allem über die Zeit im Berlin der 20er Jahre, als ›Lil und Peggy Stone‹ mit Jazzimprovisationen und populären Schlagern in mehreren Sprachen auf fast allen wichtigen Kleinkunstbühnen in Westeuropa aufgetreten sind. Zum Abschied erzählte sie vergnügt die folgende Episode: ›Stellen Sie sich vor, als ich mir kürzlich einen schönen neuen Schrank gekauft habe, sagte meine Freundin ganz erstaunt: ›Was?! Mit einem Bein im Grab und noch einen Schrank!‹ Da habe ich ihr geantwortet: ›Und wenn ich nur noch drei Wochen lebe, werde ich mich drei Wochen lang jeden Tag daran erfreuen.‹«

erschienen 09/2010 im AvivA Verlag
432 Seiten, gebunden
€D 24,80 / €A 25,50 / sFr 39,80
ISBN: 978-3-932338-42-7
Genre: Biografie Geschichte Kunst/Kultur

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Gelebtes Leben

Autobiographie
Emma Goldman

Emma Goldman: Gelebtes Leben Emma Goldman, »die rote Emma«, war zu ihren Lebzeiten eine gleichermaßen verehrte wie gefürchtete Symbolfigur des Anarchismus. Sie wurde bekannt durch ihre Schriften, ihre Reden und ihre engagierten Kampagnen für die Rechte der ArbeiterInnen, für Geburtenkontrolle, gegen die Wehrpflicht und für die Friedensbewegung. 1886 war sie im Alter von siebzehn Jahren aus Russland in die USA emigriert. Durch die Hinrichtung der Aufständischen vom Chicagoer Haymarket und die Begegnung mit Johann Most politisiert, erkannte sie bald ihr großes rhetorisches Talent und setzte es bei Vorträgen und Agitationsveranstaltungen ein, wo sie für verschiedenste Belange der ArbeiterInnen und der Unterdrückten kämpfte. Sie wurde mehrere Male zu Gefängnisstrafen verurteilt und 1917, im Zuge der Anarchistenhetze und der Kriegsbegeisterung in der Gesellschaft, nach Russland deportiert, wo sie Zeugin der Auswirkungen der Russischen Revolution wurde. Enttäuscht von der diktatorischen Herrschaft der Bolschewiki, verbrachte sie einige Jahre in Frankreich, wo sie in den zwanziger Jahren ihre Autobiografie verfasste. 1936 nahm sie am Spanischen Bürgerkrieg teil. 1940 starb sie in Toronto. 2010 jährt sich Emma Goldmans Todestag zum 70. Mal.

Mit einem Vorwort von Ilija Trojanow. Aus dem Englischen übersetzt von Marlen Breitinger, Renate Orywa und Sabine Vetter. Überarbeitet und mit einer Chronik versehen von Tina Petersen.

erschienen 08/2010 im Edition Nautilus
928 Seiten, gebunden
€D 34,90 / €A 35,90 / sFr 54,90
ISBN: 978-3-89401-731-6
Genre: Biografie Geschichte Politik

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Das Muttertabu

oder der Beginn von Religion
Kirsten Armbruster

 Kirsten Armbruster : Das Muttertabu In einer Zeit, wo die Grundfesten unserer Zivilisation ins Wanken geraten, zeigt die Denkerin, Wissenschaftlerin, Mutter von vier Kindern und Autorin des Buches »Starke Mütter verändern die Welt« (Christel-Göttert-Verlag, 2007) die wahren mütterlichen Wurzeln der Menschwerdung auf. In beeindruckenden Bildern stellt sie unser gesamtes Gesellschaftsgefüge vom Kopf auf die richtigen Füße und weist nach, dass die kulturelle Mutterstufe als partnerschaftliche Kulturstufe Hunderttausende von Jahren die Ursozialisationsform des Menschen war. Ausgehend von dieser »Mater Radix« erweisen sich alle unsere gesellschaftlichen Paradigmen als politische Machtinstrumente, um die Lebenslüge, dass der Vater am Anfang und im Zentrum allen Lebens steht, zu manifestieren. Die Autorin zeigt auf, dass erst die starken Klimaschwankungen im Laufe des Neolithikums vor circa 6000 Jahren schließlich zum Zusammenbruch der sozialen Strukturen der kulturellen Mutterstufe führten. In Kombination mit der Überbetonung von Vaterschaft wurde, anfangs bei Hirtennomaden, die ursprüngliche matrilineare Abstammung ersetzt durch eine patrilineare. Aus den »capites« der Herde entwickelte sich der kapitalistische Eigentumsbegriff. Die Mutter wurde entmachtet.

In Verbindung mit einer fortschreitenden Metallverarbeitung entwickelte sich die Kriegsführung als wirksamste Form der Kapitalakkumulation. Heute hat dieses ausbeuterische System des Patriarchats in nur 6000 Jahren das Leben auf der Erde an den Rand des Kollaps gebracht. Nur die Entwicklung von Gaiakompetenz wird uns vor dem völligen Ruin retten. Das heißt, wir als Menschen müssen innerhalb des mütterlichen Systems Erde wieder teamfähig werden.

erschienen 08/2010 im Verlag edition courage
264 Seiten, broschiert
€ 34,00 / sFr 51,30
ISBN: 978-3-00-031430-8
Genre: Geschichte Natur Politik Sachbuch Spiritualität

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“Man sagt, ich sei ein Egoist. Ich bin eine Kämpferin”

Dame Ethel Mary Smyth (1858 - 1944) - Komponistin, Dirigentin, Schriftstellerin, Suffragette
Sulamith Sparre

Sulamith Sparre: “Man sagt, ich sei ein Egoist. Ich bin eine Kämpferin” Sie ist der überzeugende Beweis gegen die immer noch gern tradierte Theorie von der »Unfähigkeit der Frau, zu komponieren« - ist sie deshalb heute so wenig bekannt? Denn die Methodik, die im Ausschluß der Frau als Schöpferin von Sinn in der Kulturgeschichte existiert, zeigt uns, daß wir es mit einem nur schwer zu besiegenden Gegner zu tun haben, weil wir erst mühsam nach Gegenbeweisen suchen müssen. Die feministische Geschichtsforschung hat seit einigen Jahrzehnten derartige Gegenbeweise gefunden. Dies gilt in der Musikgeschichte außer für Fanny Mendelssohn-Hensel, Augusta Holmés oder Germaine Tailleferre auch für Ethel Smyth: Immerhin war ihr umfangreiches Werk zu Lebzeiten weithin bekannt und wurde oft aufgeführt. Sie war eine von Berlin bis New York umjubelte Komponistin. Sie war eine Rebellin in ihrem Denken, Schreiben und Handeln - manchen mißfiel sie, andere bewunderten sie; gleichgültig war sie niemandem. Sie schloß sich von 1910 bis 1912 der Frauenstimmrechtsbewegung an und kam dafür drei Wochen (nach einer anderen Version: 62 Tage) ins Gefängnis. Ihr »March of the Women« wurde zur Hymne der Suffragetten.

Quentin Bell, Neffe und Biograph Virginia Woolfs, bezeichnet deren Freundin Ethel Smyth als eine »faszinierende« und »unglaublich anspruchsvolle Person.« Und: »Sie war nie langweilig« - zweifellos das höchste Lob, das er zu vergeben hatte. Smyths Exzentrik, ihre Vitalität und ihr starker Wille, die feste Überzeugung von der Qualität und Bedeutung ihres Werks halfen ihr zweifellos, den angestrebten Erfolg zu erreichen. Sie gründete sogar ein eigenes Frauenorchester. Als sie 1922 zur »Dame Commander of the Britisch Empire« geadelt wurde, hatte sie den Gipfel ihres Ruhmes erreicht.

erschienen 07/2010 im Verlag Edition AV
290 Seiten, broschiert
€D 17,00 / €A 17,50 / sFr 27,20
ISBN: 978-3-86841-038-9
Genre: Biografie Geschichte Kunst/Kultur Weltweit

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Mein Weg durchs Feuer

Erinnerungen
Halide Edip Adivar

Halide Edip Adivar: Mein Weg durchs Feuer

Halide Edip Adivar (1884 - 1964), Freiheitskämpferin, Schriftstellerin und Weggefährtin Atatürks, engagierte sich schon in jungen Jahren politisch für die Republik, überwarf sich 1926 jedoch mit der Regierung und musste die Türkei verlassen. Nach Atatürks Tod kehrte sie 1939 in ihre Heimat zurück und lehrte Englische Literatur an der Universität von Istanbul. Als erste weibliche Abgeordnete zog sie 1950 ins türkische Parlament ein.

Halide Edip Adivars Lebensgeschichte spiegelt den stürmischen Umbruch ihres Landes. Mit wachem Blick verfolgt sie den Untergang des Osmanischen Reichs und das Erstarken der Nationalen Bewegung. Emanzipiert und eigensinnig wirft sie sich ins Geschehen. Schon früh entdeckt sie ihr Talent zum Schreiben. 1919, als die Alliierten Istanbul besetzen, flieht sie unter abenteuerlichen Umständen nach Anatolien. Die erfolgreiche Schriftstellerin stellt sich in den Dienst der neuen Türkei, bewahrt jedoch ihren kritischen Blick.

Aus dem Türkischen und Englischen von Ute Birgi-Knellessen.

erschienen 07/2010 im Unionsverlag
600 Seiten, gebunden
€D 24,90 / €A 25,60 / sFr 37,90
ISBN: 978-3293100190
Genre: Biografie Geschichte Politik Weltweit

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Liebe, Lust und Last

Die Pille als weibliche Generationserfahrung in der Bundesrepublik 1960-1980
Eva-Maria Silies

Eva-Maria Silies: Liebe, Lust und Last Die Markteinführung der Pille in der Bundesrepublik Deutschland 1961 eröffnete Frauen und jungen Mädchen neue Wege bei der Familienplanung und im Sexualverhalten: Die Verhütung wurde sicherer, die Anwendung einfacher, und die Verantwortung lag nun bei ihnen. Zugleich wurde öffentlich darüber debattiert, ob und wie die Pille die Sexualmoral der jungen Generation veränderte; moralische Bedenken prallten auf die Forderung nach sexueller Selbstbestimmung. Als mit der Frauenbewegung Anfang der 1970er Jahre das Private politisch wurde, forderten viele Frauen ein Umdenken in Bezug auf die Geschlechterrollen. Sie entwickelten ein neues Körperbewusstsein, infolgedessen sie die Pille wiederum häufig ablehnten.

Die sexuellen und körperlichen Erfahrungen der Frauen, die in den 1960er Jahren mit der Pille verhüteten, unterschieden sich grundlegend von denen ihrer Mütter. Die Möglichkeiten der Pille waren eine stille generationelle Erfahrung, die Frauen mindestens so sehr prägte wie das politische Geschehen dieser Zeit, und die ihr Verhältnis zur Generation ihrer Mütter und zu Männern neu definierte

Reihe: Göttinger Studien zur Generationsforschung. Veröffentlichung des DFG-Graduiertenkollegs »Generationengeschichte«. Band 04

erschienen 05/2010 im Wallstein Verlag
488 Seiten, gebunden
€D 39,90 / €A 41,10 / sFr 62,90
ISBN: 978-3-8353-0646-2
Genre: Frauenforschung Geschichte Sachbuch

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Das Brot der Armut

Die Geschichte eines jüdischen versteckten Kindes
Rachel Kochawi

Rachel Kochawi: Das Brot der Armut

Der Vater ist Arzt. Er arbeitet tagsüber im großen Krankenhaus der Stadt. Am Spätnachmittag bis in die Nacht hinein empfängt er seine Privatpatienten. Nicht alle sind reich. Beileibe nicht. Viele kommen zu Dr. Kowalski, gerade weil sie kein Geld haben und sich außer ihm niemand um sie kümmert. Ihm zur Seite steht seine Schwester. Rachel hat eine Ausbildung als Krankenschwester absolviert, denn sie möchte so schnell wie möglich auswandern. Mit ihrem Beruf dürfte es ihr keine Schwierigkeiten bereiten, in Jerusalem Arbeit zu finden. Und dann ist da noch Zelda Kowalski, geborene Nussboim, die verwöhnte Tochter der Pelzhändler Rosa und Natan, ehemals aus Zamosz. Ihre letzten Jahre verbringen die beiden bei Tochter und Schwiegersohn in dem großen Haus bei der Nozych Synagoge in Warschau.

Das ist der Rahmen, in den Keren Kowalski hätte hineingeboren werden sollen, wenn ... ja, wenn da nicht eines Tages die Deutschen gekommen wären und diese wunderschöne, heile Welt mit einem Schlag zerstörten.

erschienen 03/2010 im Verlag Edition AV
340 Seiten, broschiert
€D 18,00 / €A 18,50 / sFr 32,00
ISBN: 978-3-86841-034-1
Genre: Geschichte Roman

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Geschichte einer Liebe

Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens
Angela Steidele

Angela Steidele: Geschichte einer Liebe

Adele Schopenhauer - Schriftstellerin, Künstlerin, die Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer - und die »Rheingräfin« Sibylle Mertens-Schaaffhausen verband eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit den dazugehörigen Höhen und Tiefen. Seit 1828 waren sie ein Paar: »am besten vergleichst Du uns ein paar Leuten, die sich spät finden und dann einander heiraten. Stürbe sie - so spräng ich jetzt in den Rhein, denn ich könnte nicht ohne sie bestehen«, schrieb Adele ihrer Freundin Ottilie von Goethe.

Sibylle Mertens war eine der gebildetsten Frauen ihrer Zeit, Musikerin, Komponistin, Archäologin, Antikensammlerin und Mäzenin. Ihre Salons in Bonn und Rom waren berühmt. Vom Vater an einen ungeliebten Mann verheiratet, pflegte sie Zeit ihres Lebens intensive Beziehungen zu Frauen. Adeles Leben mit Sibylle Mertens wurde so nicht nur von deren Ehemann und ihren sechs Kindern beeinträchtigt, die ihre Beziehung als »Unrecht, Wahnwitz, Tollheit« torpedierten. Auch Sibylles Hang zu neuen Eroberungen ebenso wie ihre enge Freundschaft zu Annette von Droste-Hülshoff lasteten schwer auf Adele. Aber selbst nach einer mehrjährigen Trennung fanden sie wieder zusammen.

Anhand vieler bisher unveröffentlichter Quellen erzählt Angela Steidele die Geschichte zweier ungewöhnlicher Frauen: Pionierinnen, die in Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft, Politik und nicht zuletzt in ihrem Privatleben Grenzen einrissen - zu einer Zeit, als es Liebe zwischen Frauen offiziell gar nicht geben durfte.

erschienen 03/2010 im Insel Verlag
336 Seiten, gebunden
€D 24,80 / €A 25,50 / sFr 42,50
ISBN: 978-3-458-17454-7
Genre: Biografie Geschichte Lesben

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Spuren ins Jetzt

Hedwig Dohm - Eine Biografie
Isabel Rohner

Isabel Rohner: Spuren ins Jetzt Hedwig Dohm (1831-1919) gehört zu den wichtigsten Autorinnen der Wende zum 20. Jahrhundert. Schon zu Lebzeiten galt sie als Pionierin für die modernen Frauenbewegungen in Deutschland. Bereits 1873 forderte sie das Stimmrecht für Frauen und kämpfte für die völlige rechtliche, soziale und ökonomische Gleichberechtigung der Geschlechter. Hedwig Dohms Leben allerdings blieb bislang fast gänzlich unerforscht. Zu groß war die Verlockung, ihre Lebensgeschichte aus ihren Romanen und Novellen abzuleiten. Auch fand Hedwig Dohms Verwandtschaft mit der Familie Mann (sie war die Großmutter von Katia Mann) nach ihrem Tod lange Zeit mehr Beachtung als ihr eigenes Leben und Wirken.

Isabel Rohner rückt diese Schieflage nun zurecht und gibt in ihrer aufwändig recherchierten Biografie erstmals Einblicke in die Welt der Hedwig Dohm, ihre Kindheit und Jugend in Berlin, ihre Ehe mit dem Journalisten Ernst Dohm, ihre Arbeit als Autorin, ihre Freundschaften und Netzwerke.

erschienen 03/2010 im Ulrike Helmer Verlag
160 Seiten, broschiert
€D 19,95 / €A 20,60 / sFr 35,20
ISBN: 978-3-89741-299-6
Genre: Biografie Geschichte

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Zivilisation und Geschlecht

Ein Lesebuch herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Eva Geber
Rosa Mayreder

Rosa Mayreder: Zivilisation und Geschlecht »In der Tat! Die ganze Moderne ist ein Männerwerk.« Rosa Mayreder - Kaum eine andere Feministin hat so radikal Fragen nach Machtverhältnissen, Gewaltformen und Sexualität gestellt wie Rosa Mayreder. In ihrem Leben (1858 - 1938) war die Österreicherin als Schriftstellerin, Frauenrechtlerin, Kulturphilosophin, Musikerin und Malerin tätig. Das jahrtausendealte, den Frauen auferlegte Gebot des Schweigens über sich selbst zu durchbrechen - dafür war sie angetreten: mit ihren kulturphilosophischen Essays und ihren theoretischen Abhandlungen zur Frauenfrage. In ihrem Schreiben wehrt sie sich gegen eine Schematisierung des Weiblichen: »Nichts muss den Frauen so angelegen sein, als gegen die Abstraktion zu kämpfen, in die sie beständig durch das männliche Denken verwandelt werden. Gegen das Weib als Idol müssen sie kämpfen, wenn sie als reelle Personen ihr Recht in der Welt erobern wollen.« Was Mayreders ganz besondere Bedeutung ausmacht: dass sie ihren Anspruch nach Veränderung der Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern auf eine differenzierte, theoretisch fundierte Grundlage gestellt und in ihrer Kulturtheorie Geschlecht als soziale Kategorie eingeführt hat.

Dieses Lesebuch versammelt eine Reihe von Essays, die zwischen 1905 und 1923 erschienen und Rosa Mayreder als politische Denkerin weit vor ihrer Zeit zeigen. Ihre Stellungnahmen zur sogenannten Frauenfrage mit den Titeln »Tyrannei der Norm«, »Von der Männlichkeit«, »Der Kanon der schönen Weiblichkeit« oder »Zivilisation und Geschlecht« erweisen sich rund 50 Jahre vor Simone de Beauvoir als radikal und ihrer Zeit weit voraus.

erschienen 03/2010 im Mandelbaum Verlag
240 Seiten, broschiert
€ 19,90 / sFr 34,50
ISBN: 978-3-85476-327-7
Genre: Frauenforschung Geschichte Philosophie Politik

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Zaunkönigin


Sandy Green

 Sandy Green : Zaunkönigin

Durch Denunziation in ein nationalsozialistisches Arbeitslager interniert, wird Elfi für ein Sonderkommando selektiert. Nach Tagen der Ungewissheit und Todesangst stellt sich heraus, dass sie in einem Lager-Bordell Zwangsarbeiter bedienen muss. Ständig vom Tod umgeben, kämpft sie ums Überleben. Nach der Befreiung kehrt Elfriede aus dem Lager zu ihrem Mann Benno zurück. Doch die Rückkehr in ein normales Leben scheint nach ihren traumatischen Erlebnissen unmöglich. Zum Schweigen verurteilt, versucht sie, in einen Alltag zurückzufinden. Kann sie den Kampf um ihre Liebe und gegen ihre Erinnerungen gewinnen?

Sandy Green, geboren 1969 in Mannheim, aufgewachsen im Weschnitztal, lebt inzwischen als freie Autorin in Solingen. Sie schreibt Gedichte, Erzählungen, Märchen und Romane, ist journalistisch tätig und leitet Schreib- Seminare und -Workshops. Einige ihrer Texte wurden mit Literaturpreisen ausgezeichnet.

1 Euro pro verkauftem Buch geht an das Projekt »Magdalena« des Caritasverbandes Wuppertal/Solingen.

erschienen 03/2010 im Shaker Media
208 Seiten, broschiert
€ 14,90
ISBN: 978-3-86858-553-7
Genre: Geschichte Roman

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Frauengeschichten

Berühmte Frauen und ihre Freundinnen
Joey Horsley - Luise F. Pusch

Joey Horsley -  Luise F. Pusch : Frauengeschichten

Sie lebten zum Teil im Aus: Catharina Linck zog als Mann durch die deutschen Lande, heiratete ihre Liebste und führte mit ihr über mehrere Jahre eine Ehe, bis sie aufflog und 1721 enthauptet wurde. Mathilde Franziska Anneke, Teilnehmerin an der Revolution von 1848, emigrierte mit ihrem Mann nach Amerika, bevor sie mit einer Freundin das wahre Liebesglück entdeckte. Die Dichterinnen Natalie Barney und Renée Vivien nahmen um 1900 Paris als Wahlheimat, wo sie ihre eigene lesbische community etablierten. Dorthin emigrierte 1925 auch die russische Dichterin Marina Zwetajewa, die sich aber von ihrer ehemaligen (Hass-)Liebe Sophia Parnok längst getrennt hatte. Erika Mann entkam den Nationalsozialisten mit ihrer Freundin Therese Giehse, die Beziehung überstand die Emigration in die USA nicht. Die Journalistin Dorothy Thompson und die Tierbildhauerin und Schriftstellerin Christa Winsloe lebten auch ab den 1920-er bzw. 1930-er Jahren lange im Ausland; und die englische Komponistin Ethel Smyth suchte zeitlebens, in vielen Ländern Europas und sogar bis nach Ägypten, nach Antworten auf »die große Frage der Sexualität«. Antworten haben die Anthropologinnen Margaret Mead und Ruth Benedict geliefert, durch ihre Untersuchungen entlegener Kulturen, aber auch durch ihre eigene Liebesbeziehung.

Das Buch präsentiert Frauengeschichte, gesehen aus der Perspektive der Frauenliebe, wie sie in vielen Schattierungen und Varianten über drei Jahrhunderte gelebt und verstanden wurde.

erschienen 03/2010 im Wallstein Verlag
320 Seiten, gebunden
€D 24,90 / €A 25,60 / sFr 42,80
ISBN: 978-3-8353-0634-9
Genre: Biografie Geschichte Lesben

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Die Göttin im Federkleid

Das weibliche Universum bei Kelten und Germanen
Luisa Francia

 Luisa Francia : Die Göttin im Federkleid

Das Bild, das wir von Kelten und Germanen haben, nährt sich aus der Literatur des 19. Jahrhunderts, die sich aus dem »Mabinogion«, dem Mythenwerk über die Kelten, aus der »Edda«, aus der »Ynglinga-Saga«, alle um 1000 nach unserer Zeitrechnung entwickelt hat. Luisa Francia geht weiter zurück, hat Museen und archäologische Stätten besucht, Funde und Ausgrabungen analysiert sowie biochemische und genanalytische Erkenntnisse verarbeitet und entwirft daraus ein neues Bild. Sie holt Druidinnen, Seherinnen, Königinnen, Landesmütter, Fürstinnen, Heilerinnen und Göttinnen aus der Versenkung der Frühgeschichte und sie erzählt auch Märchen auf der Grundlage ihrer Forschungen neu. Sie berichtet vom »ersten deutschen Fräuleinwunder« der Germaninnen, die nach Italien wanderten und von dort die Kemnate, den beheizten Frauenraum, mit zurückbrachten.

Luisa Francia beschreibt die keltische und germanische Gesellschaft als multikulturelle und weltoffene Gemeinschaft, die in heiligen Hainen in spiritueller und ökologischer Harmonie mit Pflanzen und Tieren lebte, die Bäume als Göttinnen verehrte und keine Tempel kannte. Das Bild von kriegerischen Germanen und keltischen Druidenorden wird hier mit vielen interessanten Informationen und Erkenntnissen in Frage gestellt und neu erzählt. Eine Vision unserer VorfahrInnen entsteht, die auch die heroische »urdeutsche« Varusschlacht in neuem Licht präsentiert.

erschienen 02/2010 im Nymphenburger Verlag
216 Seiten, gebunden
€D 17,95 / €A 18,45 / sFr 31,50
ISBN: 978-3-485-01305-5
Genre: Geschichte Spiritualität

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“Wir dachten alles neu”

Die Feministin Erika Wisselinck und ihre Zeit
Gabriele Meixner

Gabriele Meixner: “Wir dachten alles neu”

Erika Wisselinck (1926-2001) hat die turbulente Frauenbewegung in Deutschland über Jahrzehnte in vielfältiger Weise mitgestaltet. Diese Biografie zeigt ihren Weg zur konsequent feministischen Denkerin: als junge Journalistin, die die restaurative Politik der Adenauerzeit kritisierte und ein umfangreiches Werk an brillanten Hörfunksendungen und Zeitungsartikeln schuf, als frauenpolitisch engagierte SPD-Politikerin in Bayern, als Seminarleiterin und Rednerin, die schon früh Fragen thematisierte, die erst in den 70er Jahren ins Zentrum feministischer Diskussionen rückten - hin zur feministischen Publizistin, die sich mit ihren Büchern, wie »Frauen denken anders« und »Hexen«, und ihren Übersetzungen der Werke Mary Dalys dem überwältigenden Bewusstseinswandel der Frauen verschrieben hatte. Dabei entwarf sie ein Denken, das feministische Spiritualität, Philosophie und politisches Handeln verband.

Mit zahlreichen s/w-Abbildungen.

erschienen 01/2010 im Christel Göttert Verlag
332 Seiten, broschiert
€D 19,80 / €A 20,40 / sFr 37,70
ISBN: 978-3-939623-22-9
Genre: Biografie Geschichte Philosophie Politik

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Eine Frau macht Politik

Marie Boehlen 1911-1999
Liselotte Lüscher

Liselotte Lüscher: Eine Frau macht Politik

Es ist ein lebenslanger Kampf, den Marie Boehlen nicht nur für die Rechte der Frauen, sondern auch für ihre eigenen führt: Geboren 1911 in Riggisberg im Kanton Bern, arbeitet die Juristin als Jugendanwältin, präsidiert das bernische Aktionskomitee für die Einführung des Frauenstimmrechts und die SP-Frauen Schweiz. Als 1971 in der Schweiz das Frauenstimm- und -wahlrecht eingeführt wird, sitzt Marie Boehlen noch im gleichen Jahr für die SP im Berner Stadtrat, danach im Grossen Rat des Kantons Bern.

Wer war die oft schroff und distanziert wirkende Frau, die nicht davor zurückscheute, sich unbeliebt zu machen, und bis zu ihrem Tod 1999 aktiv blieb? Und wie beeinflusste sie die politische Entwicklung? Gestützt auf Marie Boehlens unveröffentlichte Lebensgeschichte, ihre Briefe und Artikel sowie Aussagen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zeichnet Liselotte Lüscher ein vielschichtiges Bild der unermüdlichen Frauenrechtlerin, die sich ganz einfach weigerte, an unveränderbare Realitäten zu glauben.

erschienen 10/2009 im Limmat Verlag
240 Seiten, gebunden
€ 22,80 / sFr 34,00
ISBN: 978-3-8579-591-8
Genre: Biografie Geschichte Politik

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Rechte fordern

Schweizer Frauenorganisationen zwischen Feminismus und Menschenrechten, 1990-2005
Claudia Michel

Claudia Michel: Rechte fordern

Eine Welle der Begeisterung erfasste die Schweizer Frauenbewegung, als Mitte der Neunzigerjahre die vierte Weltkonferenz der Frauen stattfand und wenig später die Frauenkonvention der UNO in der Schweiz ratifiziert wurde. In der Folge gewannen die Menschenrechte für viele Aktivistinnen an Bedeutung. Doch wurden sie zum zentralen Bezugspunkt, wie es in den Kreisen der Geschlechterforschung allenthalben behauptet wird?

Die Autorin beschreibt anhand einer breit abgestützten Untersuchung, wie die Menschenrechte der Frauen zwischen 1990 und 2005 in den Fokus der Schweizer Gleichstellungspolitik rückten.

erschienen 10/2009 im eFeF-Verlag
247 Seiten, broschiert
€ 35,00 / sFr 48,00
ISBN: 978-3-905561-80-7
Genre: Frauenforschung Geschichte Politik Sachbuch

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Leidenschaften

99 Autorinnen der Weltliteratur
Verena Auffermann - Gunhild Kübler

Verena Auffermann - Gunhild Kübler: Leidenschaften

»Unser Buch zeigt den Reichtum und die Vielfalt der Literatur von Frauen und erzählt, wann, wie und warum sie zum Schreiben fanden.« Die Autorinnen

Ihre Verse haben Jahrtausende überdauert wie Sapphos Poesie; sie schrieben in düsteren Verhältnissen wie die Schwestern Brontë, erfanden den weiblichen Fantasy-Roman wie Irmtraud Morgner, radikale Schreibweisen wie Elfriede Jelinek und die berühmteste Romanfigur der Gegenwart, Harry Potter. 99 schreibende Frauen haben Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März und Elke Schmitter für ihren weiblichen Kanon der Literaturgeschichte ausgewählt. Sie porträtieren die Autorinnen, betten ihr Werk in Lebens- und Zeitumstände, positionieren sie innerhalb literarischer Traditionen und an deren Bruchstellen. Eine Wanderung durch die weiblichen Gefilde der Weltliteratur, für die man nichts mitbringen muss als Neugier und Leselust.

Eine weibliche Geschichte der Weltliteratur und zugleich ein fachkundiger persönlicher Kanon.

erschienen 09/2009 im C. Bertelsmann Verlag
640 Seiten, gebunden
€D 24,95 / €A 25,70 / sFr 43,90
ISBN: 978-3-570-01048-8
Genre: Biografie Geschichte Kunst/Kultur

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Streitbare Frauen

Portäts aus drei Jahrhunderten
Michaela Karl

 Michaela Karl : Streitbare Frauen

Wenn sie kompromisslos für ihre Überzeugung eintreten und sich über gesellschaftliche und politische Konventionen hinwegsetzen, sind Männer Helden - und Frauen fanatisch. Michaela Karl porträtiert Frauen, die wie Antigone im antiken Mythos ihr Gewissen über das Gesetz stellten. Die sich couragiert für Frauen- und Menschenrechte, für Freiheit und Frieden einsetzten - wenn nötig, auch mit Gewalt. Ihr hoher moralischer Anspruch an sich selbst und andere bewahrte sie jedoch nicht vor Fehlentscheidungen, doch trugen sie ohne Furcht die Konsequenzen ihres radikalen Handelns.

Mit feinem Gespür für innere Widersprüche und Selbstzweifel zeichnet Michaela Karl auf der Grundlage von Briefen, Tagebüchern, Schriften und Erinnerungen beeindruckende Lebenswege gegen den Strom nach:

Charlotte Corday, Mathilde Franziska Anneke, Harriet Tubman, Bertha von Suttner, Vera Figner, Clara Zetkin, Emmeline Pankhurst, Constance Markievicz, Emma Goldman, Tina Modotti, Tamara Bunke, Phoolan Devi.

erschienen 09/2009 im Residenz Verlag
272 Seiten, gebunden
€ 21,90 / sFr 39,00
ISBN: 978-3-70173150-3
Genre: Biografie Geschichte Politik

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“Freiheit oder Tod”

Harriet Tubman (1820 - 1913) - Afroamerikanische Freiheitskämpferin
Anna-Maria Benz

Anna-Maria Benz: “Freiheit oder Tod”

Sie ist eine der Heroinnen der afroamerikanischen Geschichte und eine der bekanntesten Frauen ihrer Zeit. Schul- und Jugendbücher berichten von ihren Taten, bereits im Jahre 1869 wurde eine erste Biographie geschrieben, die noch auf Gesprächen beruhte. Amerikanische Biographen und Biographinnen vergleichen sie mit Jeanne d'Arc und Florence Nightingale. Ihre Anhänger/innen und Freunde - mehr als 300 befreite Sklaven, die sie als »Conductor« auf der »Underground Railroad« in den sicheren Norden und nach Kanada brachte -, nannten sie Moses oder, in Anspielung auf ihre Arbeit als Kundschafterin und Spionin im Bürgerkrieg, General Tubman. Sie hatte bei ihren gefährlichen Unternehmungen stets eine Pistole bei sich. Machte einer ihrer Schützlinge schlapp oder wollte wieder umkehren, hielt sie ihm die Pistole an den Kopf: »Go or die!« (Geh oder stirb!), erklärte sie. Sie war entschlossen, jeden »Passagier« ins »Land der Freiheit« zu bringen, auch dann, wenn er selbst den Mut verlor.

Nichts im Leben von Harriet Tubman wies auf ihre spätere bedeutende Rolle hin: als die junge Frau, die auf einer Plantage in Maryland arbeitet, 1849 hört, daß sie verkauft werden soll, flieht sie. Doch die persönliche Freiheit ist ihr nicht genug; sie ist als Sklavenbefreierin so erfolgreich (»Ich habe nie einen "Passagier" verloren«), daß ein Kopfgeld von 40.000 US-Dollar auf sie ausgesetzt wird. Für spätere Generationen schwarzer US-Bürger/innen - die zwar frei sind, aber noch bis weit in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein keineswegs dieselben Menschenrechte haben wie Weiße - ist Tubman eine beispielhafte Gestalt weiblicher Würde, militanten Widerstands gegenüber rassistischer Tyrannei, voll Kraft und Selbstermächtigung.

In der US-amerikanischen Geschichte ist sie ein festumrissener Begriff; die jüngste Tubman-Biographie wurde im Jahre 2004 publiziert. Die Arbeit von Anna-Maria Benz ist die erste deutschsprachige Biographie dieser Freiheitskämpferin.

erschienen 09/2009 im Verlag Edition AV
311 Seiten, broschiert
€D 18,00 / €A 18,50 / sFr 33,10
ISBN: 978-3-86841-022-8
Genre: Biografie Geschichte Politik Weltweit

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