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Kultur / Literatur
Mutterliebe und Geburtenkontrolle - Zwischen Psychoanalyse und Sozialismus
Die Geschichte der Margarethe Hilferding-Hönigsberg
Eveline List
Margarethe Hönigsberg, nach ihrer Heirat Hilferding-Hönigsberg, absolvierte als erste Frau in Österreich ein Medizinstudium und war ebenfalls als erste Frau Mitglied der “Wiener Psychoanalytischen Vereinigung”. Sie stammte aus dem jüdischen Großbürgertum und der Tradition der 1848-er Revolution. Schon ihre Mutter Emma Hönigsberg, geb. Breuer, war in der frühen Frauenbewegung aktiv. Wunschgemäß wurde sie Ärztin in einem Proletarierbezirk und verstand sich vor allem als Frauenärztin. Bei der “Freien Vereinigung Sozialdemokratischer Studenten” traf sie ihren späteren Ehemann, den Mediziner und austromarxistischen Theoretiker Rudolf Hilferding und zog nach Berlin, wo dieser während der Weimarer Republik Finanzminister wurde. Sie kehrte mit ihren zwei Söhnen nach Wien zurück, beteiligte sich an den Theoriediskussionen im Kreis um Sigmund Freud, wo sie die maßgebliche Arbeit “Grundlagen der Mutterliebe” beitrug. Im Zuge des Konflikts um Alfred Adler verließ Margarethe Hilferding-Hönigsberg die “Psychoanalytische Vereinigung”. Im “Roten Wien” war sie als Sozialmedizinerin, Erziehungsberaterin und sozialdemokratische Funktionärin aktiv. 1934 wurde sie verhaftet, ab 1938 von den Nationalsozialisten verfolgt, nach Theresienstadt deportiert und 1942 in Treblinka ermordet.
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Tiefe Liebe, freier Fall
Regina Nössler
Isabel, vom Spiel der Liebe bitter enttäuscht, führt im Hinterhaus einer Berliner Zweizimmerwohnung ein Schattendasein, als sie die wohlhabende Johanna kennenlernt. Im ersten gemeinsamen Urlaub auf der Ferieninsel Madeira meint es das Glück mit den beiden ungleichen Frauen gut, zögerlich traut Isabel wieder zärtlichen Gefühlen. Doch dann wird sie von der dunklen Seite ihrer Vergangenheit eingeholt: Plötzlich taucht die totgeglaubte Agnes vor ihren Augen auf, eine längst ad acta gelegte Affäre scheint mehr zu wissen, als ihr lieb ist, und dann steht auch noch Johannas Ex vor der Tür. Zu viele Figuren beanspruchen im Monopoly des Lebens den Platz an der Sonne, und einmal mehr baut Isabel auf die extravaganten Straßen: Sie führen an den Rand der höchsten Steilküste Europas, direkt in die Tiefe.
Beziehungsthriller im Stil von Celia Fremlin. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite präsentiert Regina Nössler eine Geschiche, in der die Grenzen liebevoller Hingabe und subtiler Bedrohung kunstvoll verwischt werden. Die Autorin macht vor dem Abgrund verstörender Liebe nicht Halt.
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Als alle Menschen Schwestern waren - Band 1
Leben in matriarchalen Gesellschaften
Irene Fleiss
Nur wenn wir wissen, dass es bessere Strukturen und Lebensweisen gab und dass sie auch heute noch bei einigen Völkern existieren, sind wir in der Lage, die unseren zu ändern und nicht einfach hinzunehmen. Erst wenn Frauen mehr als ein Frauenbild kennen lernen, haben sie eine echte Wahlmöglichkeit. Daher entwirft Irene Fleiss in ihrem zweibändigen Werk ein umfassendes Bild von matriarchalen Gesellschaften, in denen der Schutz des Lebens im Zentrum steht.
Im 1. Band zeigt sie Strukturen des alltäglichen Lebens, der spirituellen Vorstellungen und des Zusammenlebens der Geschlechter. Sie benennt die Kulturleistungen der Frauen und erläutert, wie mit Macht und Aggression gewaltfrei umgegangen wird. Eine reichhaltige Quelle, da die Autorin Ergebnisse der inzwischen umfangreichen Matriarchatsforschung anderer einbezieht. Ein anregendes Werk zum Nachschlagen. Und ein Buch, das auch Männer angeht, weil die gegenwärtigen krankmachenden und einengenden Strukturen beiden Geschlechtern schaden. Wir alle haben etwas Besseres verdient.
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Durch dichte Dornen
Geschichte einer Therapie nach sexueller Gewalt
Ellen Rachut
Dreißig Jahre lang hatte Ellen Rachut den in der Kindheit erlebten sexuellen Missbrauch verdrängt. Dann beginnt sie, das »Unsagbare« in Worte zu fassen. Empfindsam beschreibt sie den schmerzvollen Prozess der Bewusstwerdung ihres sexuellen Missbrauchs im Rahmen einer Therapie. Sie lässt die Leserin Anteil haben an ihrer Forschungsreise ins eigene Innere, die erschreckende Erlebnisse ans Licht bringt. Sie überwindet innere Blockaden und verdeutlicht den Schrecken eines lang zurückliegenden Missbrauchs in seinem ganzen Ausmaß. Und sie erzählt, wie sie es nach langen und schweren Jahren schafft, sich von ihren Verletzungen zu erholen und ihr Leben selbst zu beherrschen. So stärkt sie Betroffene, schützt nicht Betroffene und verweist die Täter in ihre Schranken. Ein Buch, das Mut macht, wieder in ein lebenswertes Leben zurückzufinden.
Aktualisierte Neuausgabe des erstmal 1996 im Votum Verlag erschienenen Buches.
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Jüdischer Almanach: Frauen
Gisela Dachs
Seit Adam und Eva macht man sich ein Bild von Frauen. Wie sie sind, sein oder nicht sein sollen. Und nicht selten gerät es zum Klischee auf zwei Beinen - in jüdischen Zusammenhängen etwa in Gestalt der jiddischen Mame mit ihrer terroristischen Sohnesliebe oder der besten Ehefrau von allen. Der diesjährige Jüdische Almanach widmet sich Frauen, die in der Vergangenheit und Gegenwart den jeweiligen Rollenerwartungen entsprachen oder auch wirkungsvoll widersprachen. Denn immer wieder ist es Frauen gelungen, eigene Lebensentwürfe dem entgegenzusetzen, was ihnen von ihrer Zeit und Umwelt, von Tradition und Religion vorgegeben wurde. Jüdische Frauen in Israel, in den Vereinigten Staaten oder Europa - das Spektrum reicht von der deutsch-jüdischen Salondame bis zur israelischen Kriegswitwe, von der zionistischen Pionierin bis zur Jewish American Princess, von der häuslichen Hüterin der Tradition bis zur intellektuellen Vorkämpferin.
Mit Beiträgen von Barbara Hahn, Barbara Honigmann, Viola Roggenkamp, Liliane Weissberg u. a. m.
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Die Schwestern Hélène und Simone de Beauvoir
Claudine Monteil
Zwei unkonventionelle Schwestern, die ihre Träume lebten. Die eine war Malerin, die andere Schriftstellerin; die eine besonnen, die andere rebellisch. Schon früh waren ihre Rollen verteilt. Trotz ihrer Unterschiede waren Hélène und Simone de Beauvoir durch eine lebenslange Liebe miteinander verbunden, der weder die Zeit noch die weltanschaulichen und politischen Meinungsverschiedenheiten etwas anhaben konnten. Während Simone ihren Abschluss in Philosophie macht und Jean-Paul Sartre begegnet, der ihr ganzes Leben und Denken mitprägen sollte, hat Hélène bereits ihre erste Gemäldeausstellung. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs werden die Schwestern getrennt. Hélène vermählt sich in Lissabon mit Lionel de Roulet, einem Schüler Sartres und leidenschaftlichen Verteidiger des freien Frankreichs. In dieser schweren Zeit veröffentlicht Simone ihren ersten Roman und Hélène versucht, in der Malerei neue Wege zu finden. Die eine erlangt Berühmtheit, die andere strebt danach, steht aber trotz vieler Ausstellungen immer wieder im Schatten der älteren Schwester. Eifersüchteleien, enttäuschte Liebe, Rivalitäten und politische Konflikte beherrschen das Leben der beiden und verstärken doch ihr gegenseitiges Vertrauen. Das Jahr 1968 vereinigt sie erneut bei dem Abenteuer »Kampf um die Frauenrechte», das Claudine Monteil mit ihnen erlebt. Die Autorin schildert die Freuden, den Kummer und die Kämpfe dieser beiden ungewöhnlichen Frauen, von denen die eine ein umfangreiches literarisches Werk und die andere über achthundert Bilder hinterlässt - eine lebendige und faszinierende Geschichte.
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Berlin am Meer
Sarah Mondegrin
Am falschen Ort, zur falschen Zeit, das war Noreen allzu oft in ihrem Leben. Daher wundert es sie nicht, dass sie die einzige Lesbe weit und breit ist, die ein paar ruhige Januartage in dem besten Zwei-Sterne-Hotel Bournemouths verbringt. Freudige Verwirrung liefert jedoch Stella, die Frau mit den »schönsten Schlüsselbeinknochen diesseits des Horizonts«. Die Hundefriseurin aus Berlin weckt längst totgeglaubte Gefühle in Noreen, auch wenn lange Strandspaziergänge im bitterkalten Südengland nicht wirklich die Romantik fördern. Trotz holpernder Anbahnung und peinlicher Missverständnisse merkt Noreen, dass aus dieser kurzen Zufallsbegegnung vielleicht mehr werden könnte. Allerdings erst nach Stellas Abreise. Jetzt ist guter Rat vonnöten: Wie findet man in einer Metropole wie Berlin jemanden, von der man nur den Beruf und den Vornamen kennt?
Mit britischem Understatement gelingt der heute in Berlin lebenden Autorin Sarah Mondegrin ein erfrischendes Romandebüt. Lockere, brillante Literatur mit subtilem, trockenem Humor und hohem Gute-Laune-Faktor.
erschienen 09/2006 im Querverlag
264 Seiten, broschiert
€D 14,90 / €A 15,40 / sFr 26,80
ISBN: 3-89656-133-2
Genre: Lesben Roman
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Aktion Eisprung
Ariane Rüdiger
Susanna träumt eigentlich davon, das Vampirfilmgenre um eine lesbische Variante zu bereichern. Eigentlich. Nach einem Besuch bei ihren Eltern ist da plötzlich aber ein ganz anderer Wunsch, der nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Freundin Karen gehörig auf den Kopf stellt: Susanna möchte ein Kind! Karen hingegen will als Fußballerin in die Frauenbundesliga aufsteigen. Aber Susanna bleibt stur. Doch wie kommt Frau an ein Kind, wenn die Männer in ihrem Freundeskreis sich verweigern, auf Kontaktanzeigen niemand antwortet und die anonyme Samenbank dann doch zu anonym ist, während das Ticken der biologischen Uhr immer lauter wird?
Humorvoll und einfühlsam erzählt Ariane Rüdiger in ihrem dritten Roman die amüsante Geschichte eines lesbischen Paares auf dem Weg zum gemeinsamen Kind.
erschienen 09/2006 im Querverlag
336 Seiten, broschiert
€D 14,90 / €A 15,40 / sFr 26,80
ISBN: 3-89656-135-9
Genre: Lesben Roman
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Zwischenrufe
Kolumnen - Kommentare - Interviews
Ulrike Lunacek
»Es ist normal, anders zu sein«: Unter diesem Motto tritt Ulrike Lunacek 1995 mit ihrer Kandidatur für die Grünen bei der Nationalratswahl in Österreich als lesbische Frau ins Rampenlicht. 1996 erhält ihre Initiative für eine »AG Gleichstellung von Lesben, Schwulen und TransGenders« die Zustimmung des Bundeskongresses der Grünen. Daraus entsteht noch im selben Jahr »Grüne andersrum«. Inzwischen sind die Grünen andersrum mit ihrer »Frontfrau« Lunacek zu einer wichtigen und in 7 Bundesländern verankerten Teilorganisation der Grünen geworden und haben maßgeblich zur öffentlichen Sichtbarkeit von Lesben, Schwulen und TransGenders beigetragen. Lunacek, die seit 1999 Abgeordnete ist, hat sich auch als außen- und entwicklungspolitische Sprecherin einen Namen im Nationalrat gemacht. Seit Mai 2006 ist sie Vorsitzende der Europäischen Grünen Partei (EGP). Ulrike Lunacek lässt in diesem Sammelband die vergangenen 10 Jahre mit ihren Kommentaren, Kolumnen und Interviews zu lesbischwuler Politik, Europa-, Außen- und Entwicklungspolitik sowie aktueller Innenpolitik Revue passieren. Eines hat sich jedenfalls sicher nicht verändert, nämlich ihre Überzeugung: »Menschenrechte sind unteilbar!«
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Giraffe im Nadelöhr
Erotischer Liebesroman
Sandra Wöhe
Auf Wunsch ihrer Freundin Brigitte fährt lnge mit in das Frauenferienzentrum. Brigitte hofft, dort endlich in Ruhe mit ihrer Freundin über ihre Beziehung reden zu können. Doch stattdessen beginnt sie einen heißen Flirt mit einer anderen Kursteilnehmerin. Und teilt Inge mit, dass neue Freiheiten ausprobiert werden müssten. Das Ferienzentrum entwickelt sich zu einer Art lesbischem Sexclub. Inge, von Brigitte wegen ihrer langen Beine immer wieder zärtlich »meine Giraffe« genannt, tobt eifersüchtig allein im Gästebett des Ferienzimmers, und macht sich Selbstvorwürfe, in letzter Zeit nur für ihre Arbeit gelebt zu haben - bis sie sich durch überraschend heißen frühmorgendlichen Sex mit Brigitte wieder beruhigt. Doch der Schein trügt ... und erst viele Sexturbulenzen später klärt sich die Situation.
Nach »Lass mich deine Pizza sein« der zweite Lesbenroman der in Zürich lebenden Autorin.
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Mörderisch unterwegs. Von Berlin bis Mexico City
Kriminalgeschichten
Edith Kneifl
Nach der erfolgreichen Sisters in Crime-Anthologie »Tatort Wien« legt Autorin Edith Kneifl jetzt einen brandneuen Sammelband mit atemberaubend spannenden Geschichten aus der Feder von 21 renommierten Autorinnen des gesamten deutschsprachigen Raumes vor. Gemordet wird diesmal in Städten weltweit - von Wien aus über Zürich quer durch Deutschland gen Osten und Süden bis auf die Kanaren - und dies ist nur ein Ausschnitt aus den mörderischen Streifzügen, zu denen uns die Autorinnen einladen. Genrebreaker und klassische Whodunnits - auch in diesen neuen Geschichten werden mit Lust und Esprit Grenzen gesprengt, Tabus gebrochen und Regeln ad absurdum geführt. Spannung und Genuss pur!
Die Autorinnen: Brigitt Albrecht, Helga Anderle, Sabine Deitmer, Thea Dorn, Anke Gebert, Doris Gercke, Sissi Gruber, Irmtraut Karlsson, Edith Kneifl, Carmen Korn, Lisa Lercher, Susanne Mischke, Jutta Motz, Sabina Naber, Ingrid Noll, Susanne Schubarsky, Amaryllis Sommerer, Sylvia Unterrader, Regula Venske, Gabriele Wolff, Verena Wyss
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Paula Modersohn-Becker
13 Fragen an die Künstlerin
Corona Unger
1897 begegnet Paula Becker erstmals dem Dorf Worpswede und der dort ansässigen Künstlerkolonie. Nur wenig später zieht es sie selbst in den kleinen Ort und seine wildromantische Umgebung. Sie heiratet den Künstler Otto Modersohn und wird zur geliebten Ersatzmutter für dessen kleine Tochter Elsbeth, die wir in vielen Bildern Paula Modersohn-Beckers wiederfinden. Ihr Glück ist allerdings nur von kurzer Dauer. Bereits mit 31 Jahren stirbt Paula kurz nach der Geburt ihrer Tochter Mathilde.
Das sensible Kinderbuch ist ein literarisches Zwiegespräch mit der Malerin: 13 Fragen werden von der Künstlerin selbst beantwortet - mit Zitaten aus Briefen, Originalfotos und ihren Werken. Auf eine sehr persönliche, kindgerechte Weise erschließen sich dabei die Lebenswelt und die Kunst der Malerin, deren Werk erst nach ihrem Tod in seiner Bedeutung gewürdigt wurde.
Aus der Reihe: »Abenteuer Kunst«, Prestel Junior.
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Und das soll Liebe sein?
Geschichte einer bedrohlichen Beziehung
Rosalind B. Penfold
Wie lange dauert es, bis eine Frau begreift, dass sie in einer zerstörerischen Beziehung lebt?
»Ich habe mich instinktiv dem Zeichnen zugewendet, weil ich nicht fassen konnte, was mit mir geschah. Ich musste es schwarz auf weiß vor mir sehen. Diese Illustrationen, die mir Distanz gaben, wirken ironischerweise auf andere wie Großaufnahmen. Sie erwiesen sich als viel persönlicher, als Worte je hätten sein können. Die Welt ist voller Menschen wie mich, ich bin nur eine unter vielen.« Rosalind B. Penfold auf die Frage, warum dieses Buch entstanden ist.
Einfühlsam und klarsichtig zeigt dieses Buch, was Frauen dazu verleitet, sich im Namen der Liebe selbst zu verleugnen.
Aus dem Englischen von Edith Beleites.
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Emily Dickinson: Gedichte
englisch und deutsch
(Hgin.)
Sie ist eine der berühmtesten angelsächsischen Dichterinnen. Emily Dickinsons unerschrockene Herzenserforschung, ihr zauberspruchhafter Ton und ihr sprachlicher Eigensinn sind einzigartig. Weltweit werden ihre Verse, obwohl schon 150 Jahre alt, zu Recht als moderne Lyrik gelesen. Diese erste repräsentative deutsche Dickinson-Ausgabe bringt - zweisprachig - mehr als 600 Gedichte in neuer Übersetzung und eröffnet überraschende neue Sichtweisen auf die amerikanische Dichterin, die in Deutschland bisher als Geheimtipp galt.
Emily Dickinson wurde 1830 in Amherst (Massachusetts) geboren, wo sie am 15. Mai 1886 starb. Von ihren 1775 Gedichten erschienen zu ihren Lebzeiten weniger als zwanzig, ihre Briefe zählen zu den Höhepunkten der amerikanischen Literatur.
Herausgegeben, übersetzt und mit einem Nachwort von Gunhild Kübler.
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Mein papierener Garten
Gedichte und Denkkrümel
Elfriede Gerstl
Was macht Gedichte zu Gedichten? Warum soll man sie lesen? Warum will man, wenn man ein Gedicht gelesen hat, gleich noch mehr lesen? Hilft Spazierengehen, wenn man nicht gut beieinander ist? So und ähnlich lauten die Fragen, die in diesem papierenen Garten blühen. - Elfriede Gerstl hat es nicht mit den großen Worten und Gesten - und doch: die Treffsicherheit und Schlagfertigkeit ihrer Gedichte ist einzigartig. Dabei verliert sie nie ihren Witz, ihre Ironie, egal ob sie ihre eigene Befindlichkeit im Visier hat (unvergleichlich die Zeilen über ihre Ängste und Hypochondrien!) oder die Marotten der Mitmenschen, »der Öffentlichkeit«. Erfahrungen des Alterns finden Eingang in die Gedichte (»künstlerschicksal: / anfangs für wenige / und dann nur mehr für sich«), und oft muss sie sich wundern: »alles was nicht zu ändern ist / heißt der lauf der welt«. Diese Gedichte sind ausgesprochen lakonisch, ihre Unauffälligkeit und ihr Verzicht auf all die Versatzstücke des lyrischen Inventars stehen für Eigensinn und Intellekt. Die Sicherheit, mit der Gerstl jegliche Sentimentalität meidet und mit der sie sich allen großen Themen gewissermaßen schräg annähert, ist verblüffend und untermauern den Rang der Autorin als Stilistin erster Güte. Aphoristische Prägnanz und philosophischer Gleichmut zeichnen diesen papierenen Garten aus, der Elfriede Gerstls schmalem Werk einen weiteren, leuchtenden Baustein hinzufügt.
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Begehren
Erotische Erzählungen
Andrea Krug - Dagmar Schadenberg
Phantasien rund um das lesbische Begehren - zu diesem Thema haben Andrea Krug & Dagmar Schadenberg herausragende wie vielversprechende Autorinnen um Beiträge gebeten. Ob in der Londoner Tube oder der CityNightLine, an der Ostsee oder in Brandenburg, beim Umzug oder beim Renovieren, im Kino, Café oder Supermarkt - in der Phantasie ist überall alles möglich.
Die nach »Verführungen« und »Augenblicke« dritte erotische Anthologie des Verlags Krug & Schadenberg präsentiert anregende und aufregende Erzählungen zum genüsslichen Lesen und Vorlesen von Anne Bax, Jule Blum, Lea Brandes, Chuluk Brudi, Silke Buttgereit, Gitta Büchner, Elke Heinicke, Katrin Janitz, Cynthia Kear, Katrin Kremmler, Manuela Kuck, Litt Leweir, Inge Lütt, Sabine de Martin, Regina Nössler, Nadja Schefzig, Ulrike Schuff, Stephanie Sellier, Renate Stendhal, Corinna Waffender und Renate Zeiss.
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Die Frauen-Bewegung
Ellen Key
Als Verfasserin von zahlreichen Büchern und rund 150 Zeitschriftenartikeln zu Themen der Kindererziehung und Frauenbewegung wurde die Schwedin Ellen Key (1849 - 1926) zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer der meistgelesenen Schriftstellerinnen und zur geschätzten Volksaufklärerin. Dabei gehörte Key zum gemäßigten Flügel der Frauenrechtlerinnen um die Jahrhundertwende. Ihr ging es vor allem darum, die Idee der »seelischen Mütterlichkeit« aufzuwerten. Mit ihrer Forderung, dass die Frauenfrage auch eine Mütterfrage und Kinderfrage ist, traf Key auf großen Widerstand seitens der radikalen Frauenbewegung. Doch viele ihrer Ideen setzten sich durch und können - aus heutiger Sicht - als fortschrittlich bezeichnet werden.
Dieses Werk erschien erstmals im Jahr 1909 in: Die Gesellschaft, Sammlung sozialpsychologischer Monographien Bd. 28/29, herausgegeben von Martin Buber und wurde in der Edition Classic des Verlag Dr. Müller neu aufgelegt.
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Erd-Demokratie
Alternativen zur neoliberalen Globalisierung
Vandana Shiva
Die eindimensional auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtete Globalisierung ist demokratiefeindlich. Sie bietet Hand zu unternehmerischer Dominanz und wirtschaftlicher Diktatur. Wenn dieses Diktat der Wirtschaft der bloss repräsentativen Wahldemokratie aufgepfropft wird, entsteht eine giftige Mischung aus religiösem Fundamentalismus und Rechtsextremismus. Die Wirtschaftsglobalisierung, so Vandana Shiva, »führt also nicht bloß zum Tod der Demokratie, sondern auch zu einer Demokratie des Todes, in welcher Ausgrenzung, Hass und Angst zum bevorzugten politischen Mittel werden, um Stimmen und Macht zu mobilisieren«. Die »Erd-Demokratie«, für die Shiva in diesem Buch plädiert, wäre nicht nur eine planetare Demokratie, sondern eine erdbezogene, in der die Menschen in der Lage sind, über ihre ureigensten Bedürfnisse zu wachen und zu bestimmen, nämlich über die natürlichen Grundlagen des Lebens. Eine solche Demokratie wäre nicht universalistisch im Sinn von gleichmacherisch (wie die von den USA exportierte), sondern lokal und regional verankert - aber mit einigen zentralen universell gültigen Grundwerten. An entscheidender Stelle steht die Frage nach dem Eigentum: Es gibt keine Demokratie, welche die Bestimmung darüber nicht zulässt, was auf dieser Erde Privateigentum werden darf und was nicht. In diesem Sinne trachtet dieses Buch auch nach einer Wiederbelebung jahrhundertealter Regelungen des Gemeinbesitzes, die es in praktisch allen Regionen dieser Welt dereinst gegeben hat.
Aus dem Englischen von Lotta Suter.
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Blutsbrüderinnen
Christa Nebenführ
»Blutsbrüderinnen«, die Geschichte einer Mädchenfreundschaft, verweist schon durch den Titel auf die männliche Bastelanleitung zu einem weiblichen Universum. Hermine Hofstätter ist auf der Suche nach »Erhabenem«. Ob sie im Chemiesaal mit Hilfe einer Zirkelspitze eine Blutsbrüderinnenschaft, im Wohnzimmer ihrer verreisten Eltern eine römische Orgie oder in einer Off-Klitsche das große Welttheater zu inszenieren versucht, immer drängt es sie, den Vorgaben ihrer Heldenphantasien gerecht zu werden. Als ihre beste Freundin Elvira zunehmend eigene Wege geht und auch noch schwanger wird, gerät der Rahmen von Hermines Weltbild aus den Fugen ...
Christa Nebenführ beschreibt in ihrem Romandebut das Abenteuer Erwachsenwerden sensibel und bestechend offen. Die unvermeidliche Suche nach »Höherem«, der Wunsch, aus vorgegebenen Rollenbildern »transzendental« herauszutreten, wird den LeserInnen humorvoll und äußerst nachvollziehbar nahe gebracht und erinnert an die eigenen Bemühungen, in den Tiefen der Erfahrungen wenigstens passable Erkenntnisse zu finden.
erschienen 08/2006 im Milena Verlag
248 Seiten, broschiert
€ 16,90 / sFr 29,30
ISBN: 3-85286-138-1
Genre: Roman
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Ich bin so wenig von hier wie von dort
Leben und Werk
Brankica Bečejac
Brankica Bečejac wurde mit 30 Jahren Opfer eines gewaltsamen Todes: Ihr Ehemann hat sie umgebracht, sich selbst hat er nach dem Mord auch getötet. Was vordergründig ein Eifersuchtsdrama ist, enthält viele Schattierungen einer gesellschaftlich vorhandenen Gewalt - einer Gewalt zwischen den Geschlechtern, der Nichtakzeptanz von Lebenskonzepten, gegen die Brankica Bečejac immer angeschrieben hat. Als Tochter jugoslawischer “Gastarbeiter” waren ihre literarischen Themen Fremdheit, Ausgrenzung, die Aneignung einer fremden Sprache, die “Integration” in eine Gesellschaft. In ihrer klaren und schonungslosen Sprache analysierte sie die vorgefundenen Zustände. Ihr eigenwilliger poetischer Ton ist weit entfernt von jeder Balkan-Folklore. Sie war dabei, einen unkonventionellen Platz in der Gesellschaft zu finden, hatte erste Erfolge in der Förderung und Veröffentlichung ihrer Texte. Jetzt haben sich alle, die ihr nahe standen, zusammen getan und einen Band zur Würdigung ihres Schreibens und Lebens zusammengestellt. Er umfasst die wichtigsten Teile ihres literarischen Werkes sowie eine Hommage an die Freundin aus unterschiedlichen Perspektiven.
Brankica Bečejac, geb. 1970 in Novi Sad (Jugoslawien), lebte seit 1977 in der BRD. Sie studierte Germanistik und Sozialpsychologie in Hannover und lebte bis zu ihrer Ermordung 2001 als freie Autorin in Berlin. Sie publizierte in verschiedenen Zeitschriften literarische Prosa und Lyrik sowie Essays. Buchveröffentlichung: Die Prüfung (2000)
erschienen 08/2006 im Edition Nautilus
256 Seiten, gebunden
€D 19,90 / € 20,50 / sFr 34,90
ISBN: 3-89401-492-X
Genre: Biografie
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